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Einkommensskala in Deutschland - Jeder fünfte Vollbeschäftigte mit Niedriglohn

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Knapp vier Millionen Menschen arbeiten hierzulande zu Niedriglöhnen. Zuletzt waren das fast 20 Prozent der Vollbeschäftigten. Besonders stark betroffen: Menschen im Friseurberuf.

Berlin: Ein Friseur schneidet einer Kundin mit einer Schere die Haare.
Besonders im Niedriglohnsektor vertreten: Friseurinnen und Friseure.
Quelle: dpa

Fast jeder fünfte Beschäftigte mit vollem Job in Deutschland arbeitet zu Niedriglöhnen. Das ergab eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken zum Tag der Arbeit am Samstag, die ZDFheute vorliegt.

Welche Branchen sind besonders betroffen?

  • Besonders hoch ist der Niedriglohnanteil mit 92 Prozent bei Friseurinnen und Friseuren. Das betraf zuletzt fast 50.000 Menschen. Im Friseurgewerbe lag das mittlere Einkommen zuletzt bei 1.680 Euro brutto im Monat.
  • In der Floristik arbeiten 85 Prozent aller regulär Vollzeitbeschäftigten zu niedrigen Löhnen.
  • In der Kosmetik arbeiten 78 Prozent im Niedriglohnsektor.
  • Bei den Berufskraftfahrern im Personentransport sind es ebenfalls 78 Prozent, rund 48.000 Menschen.

Ab wann arbeitet man zu Niedriglohn?

Als Bezieher von Niedriglohn gilt man, wenn man in einer sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung weniger als zwei Drittel des mittleren Entgelts aller bekommt.

Das waren zuletzt 18,8 Prozent der Vollzeitbeschäftigten oder knapp vier Millionen Menschen in Deutschland - die Schwelle lag zuletzt bei 2.267 Euro.

  • Im Westen lag der Anteil bei 16,3 Prozent. Fünf Jahre zuvor waren es noch 16,5 Prozent.
  • Im Osten war mit 30,4 Prozent fast jeder Dritte zu Niedriglöhnen beschäftigt - nach 37,3 Prozent fünf Jahre zuvor.

Juristen unter den Top-Verdienern

Am oberen Rand der Einkommensskala bewegen sich die mittleren Entgelte teils deutlich oberhalb von 6.000 Euro - etwa bei Juristen mit guten Jobs in der Rechtsberatung oder Rechtsprechung.

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Linke: Corona hat Situation verschärft

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken, Sabine Zimmermann, die die Anfrage gestellt hatte, forderte mehr Anstrengungen gegen niedrige Löhne. Der Mindestlohn habe bisher wenig daran geändert, dass Millionen Beschäftigte mit niedrigsten Löhnen abgespeist würden. Auch die Corona-Krise hätte die Situation verschärft:

In der Corona-Krise werden nun ausgerechnet die Beschäftigten mit den niedrigsten Löhnen am härtesten von den Lockdowns getroffen.
Sabine Zimmermann, Die Linke

Vorrangig müsse die Krisenabsicherung deutlich verbessert werden. "Das Kurzarbeitergeld ist für viele Beschäftigte zu niedrig, um davon leben zu können", sagte Zimmermann. Auch das Arbeitslosengeld müsse erhöht werden. Zügig müsse auch der Mindestlohn auf 12 Euro steigen.

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