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Einigung über öffentliche Löhne in Sicht

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Tarife im öffentlichen Dienst - Einigung über öffentliche Löhne in Sicht

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Für Gewerkschafter und Vertreter der Arbeitgeber sollte es eine schlaflose Nacht werden. Doch Millionen Beschäftigte können mit der Aussicht auf höhere Löhne in den Sonntag gehen.

Ulrich Silberbach, dbb Bundesvorsitzender, und Frank Werneke, Verdi-Vorsitzender, treffen mit Mund-Nase-Bedeckung zu den Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen ein.
Lange Nacht für dbb-Bundesvorsitzenden Ulrich Silberbach (l) und Frank Werneke, Verdi-Vorsitzender.
Quelle: dpa

Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst stehen vor einem möglichen Durchbruch. Die Spitzengruppe von Arbeitgebern und Gewerkschaften hat laut Teilnehmern in der Nacht zum Sonntag einen Einigungsvorschlag erreicht. Noch in der Nacht sollten die Gremien beider Seiten über diesen Vorschlag für ein Tarifergebnis in Potsdam beraten.

Es geht um das Einkommen von mehr als zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen. Mit einer Einigung wären nach wochenlangen Ausständen neue Streiks etwa in Kliniken, in Kitas, im Nahverkehr und in Rathäusern vom Tisch. Der Kompromissvorschlag soll nun in den Bundestarifkommissionen der Gewerkschaft Verdi und des Beamtenbundes dbb sowie in der Mitgliederversammlung der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) beraten werden.

Verhandlungen in der Corona-Krise

Die Tarifrunde fand wegen der Corona-Pandemie unter besonderen Bedingungen statt. Die Mitglieder der Tarifkommission von Verdi waren teilweise online zugeschaltet. Die Gewerkschaften standen unter dem Druck, Streiks und Proteste unter Einhaltung der Hygieneregeln durchzuführen. Die Haushalte der Kommunen sind wegen der Wirtschaftskrise und wegbrechender Gewerbesteuereinnahmen belastet.

Was geschah bisher?

Die laufende dritte Verhandlungsrunde hatte am Donnerstag begonnen. Die Positionen lagen lange weit auseinander. Die Gewerkschaften waren mit der Forderung eines Lohn- und Gehaltsplus von 4,8 Prozent bei einjähriger Laufzeit in die Verhandlungen gegangen. Mindestens soll es 150 Euro mehr im Monat geben. Bund und Kommunen wollen eine Laufzeit von drei Jahren und eine geringere Erhöhung in Schritten.

Tarife im Öffentlichen Dienst -
Mehr Geld für die "Helden" der Corona-Krise?
 

Die Fronten sind verhärtet: Seit heute läuft die dritte Verhandlungsrunde für den Öffentlichen Dienst. Gibt es jetzt auch für die "Helden" der Coronakrise, mehr Geld?

von Kai Dietrich
Videolänge
2 min

Wer ist betroffen?

Betroffen sind etwa Erzieherinnen und Erzieher, Busfahrer, Müllwerker, Rathausmitarbeiter und zahlreiche andere Angestellte. Angesichts der Belastungen von Pflegerinnen und Pflegern in der Corona-Pandemie steht die Pflege bei den Verhandlungen mit im Zentrum. Die Arbeitgeber hatten eine Pflegezulage von monatlich 50 Euro für die Beschäftigten in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen geboten. Verdi-Chef Frank Werneke hatte dies als "skandalös" zurückgewiesen. Die Gewerkschaften fordern eine Zulage von 300 Euro.

Wer verhandelt?

Zu der achtköpfigen Spitzengruppe der Verhandlungsführer gehören für die Kommunen Lüneburgs Oberbürgermeister Mädge (SPD) und für den Bund Innenminister Horst Seehofer (CSU), für die Gewerkschaft Verdi Werneke und für den Beamtenbund dbb der Vorsitzende Ulrich Silberbach.

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