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Preise für US-Öl erstmals im Minus

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Überproduktion trotz Coronakrise - Preise für US-Öl erstmals im Minus

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Der Preis für die Öl-Sorte WTI ist erstmals ins Negative gerutscht. Käufer erhalten vom Verkäufer noch Geld dafür, dass sie es abnehmen. Die Stimmung an der Wall Street kippt.

Bizarre Situation: Der Erdölpreis an der New Yorker Börse ist erstmals in seiner Geschichte ins Negative gerutscht. Verkäufer mussten Abnehmern also Geld zahlen, um Öl loszuwerden.

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Entsetzen bei den amerikanischen Rohölproduzenten: Erstmals in der Geschichte ist der Öl-Preis ins Minus gesunken. Der Preis für die US-Sorte WTI für Mai brach um knapp 56 Dollar auf minus 37,63 Dollar je Barrel (159 Liter) ein. Das entspricht einem Rückgang von 306 Prozent. Wer jetzt Öl kauft, bekommt noch Geld obendrauf.

USA produzieren trotz Corona-Krise zuviel Öl

Auslöser der extrem ungewöhnlichen Lage ist, dass vor allem in den USA immer noch viel Öl gefördert wird, es zugleich aber wegen des Wirtschaftsstillstandes kaum mehr Abnehmer findet. Aufgrund der Corona-Krise wird deutlich weniger Benzin verbraucht und - da seit einiger Zeit kaum mehr Flugzeuge fliegen - auch nur noch sehr wenig Kerosin.

Das schreibt die Wirtschaft des Ölhandels neu.
Dave Ernsberger, S&P Global Platts

"Praktisch per Definition ist Rohöl nie unter 100 Prozent gefallen, was heute passiert ist", sagt Dave Ernsberger von S&P Global Platts über den Preisverfall. "Ich glaube nicht, dass irgendjemand von uns wirklich glauben kann, was wir heute gesehen haben", so Emsberger weiter.

Corona-Pandemie ließ Ölpreis um fast ein Drittel einbrechen

Der US-Ölmarkt leidet unter einem massiven Überangebot aufgrund der Corona-Krise. Die Pandemie hat die Öl-Nachfrage weltweit um fast ein Drittel einbrechen lassen. Die Terminkontrakte für physische Öllieferungen im Mai laufen aus.

Bei solchen Verträgen verpflichtet sich der Verkäufer, eine Menge Öl zu einem festen Preis und Termin zu liefern. Doch Verwendung für den Rohstoff haben viele am Finanzmarkt gar nicht, sie spekulieren nur auf Preisschwankungen.

Deshalb gab es ein geringes Handelsvolumen, in dem sich Schwankungen besonders heftig auswirken. Das konnten auch die bereits beschlossenen Förderkürzungen der OPEC nicht verhindern.

Im Video: Wie die OPEC mit Förderkürzungen den Ölmarkt stabilsieren will.

Die Corona-Krise wirkt sich auch auf den Ölpreis aus und lässt diesen stürzen. Zur Stabilisierung haben sich die wichtigsten Ölförderländer auf eine große Produktionsdrosselung geeinigt.

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Kapazitäten der Lager sind bald erschöpft

Käufer stehen jedoch vor dem Problem, dass die Kapazitäten der Lager bald erschöpft sein dürften. Experten schätzen, dass in ein bis zwei Monaten die Tanks weltweit zum Überquellen gefüllt sein werden.

Am amerikanischen Öl-Zentrum Cushing im Bundesstaat Oklahoma waren die Lager vor vier Wochen noch halbvoll, nun sind sie bei 69 Prozent. Immer mehr Tanker werden als schwimmende Lager genutzt.

Auch Preise für Nordsee-Öl brechen ein

Der Absturz des Mai-Kontrakts ließ auch andere fallen. US-Öl zur Lieferung im Juni verlor 18 Prozent auf 20,43 Dollar je Barrel. Die Nordsee-Sorte Brent sank um fast neun Prozent auf 25,57 Dollar.

Wer keine Lager hat, muss aussteigen.
Branchenexperte Phil Verleger

Der starke Verfall der Rohölpreise hat auch die Stimmung an der Wall Street zum Kippen gebracht. Zudem seien die Investoren auch angesichts der angelaufenen Berichtssaison vorsichtig, hieß es am Markt. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial schloss deutlich unter der Marke von 24.000 Punkten.

Sehen Sie hier einen Beitrag zur Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" vor zehn Jahren:

Vor zehn Jahren explodiert die Bohrinsel Deepwater Horizon. In den Golf von Mexiko sollen rund 780 Millionen Liter Öl geflossen sein.

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US-Regierung nutzt Niedrigpreise um Reserven zu füllen

Die US-Regierung will den extrem niedrigen Ölpreis nutzen, um ihre strategischen Reserven aufzufüllen. Es sei geplant, dafür bis zu 75 Millionen Fässer Rohöl zu kaufen, sagte US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus.

Es ist eine tolle Zeit, Öl zu kaufen.
US-Präsident Trump

Die US-Regierung wolle sich den "Niedrigpreis-Rekord" am Ölmarkt zunutze machen. Dem jüngsten Jahresbericht zufolge konnte die US-Ölreserve rund 700 Millionen Barrel Rohöl fassen.

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