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Wegen Coronavirus - Opec will Rohölproduktion kürzen

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Gestrichene Flüge und abgesagte Reisen wegen des Coronavirus drücken die Rohölpreise nach unten. Die Opec will die Produktion jetzt kürzen. Ob Russland da mitmacht, ist unklar.

Die OPEC hat über die Öl-Fördermenge beraten. Archivbild
Die Opec will über die Öl-Fördermenge beraten.
Quelle: Robert Ghement/EPA/dpa

Die Opec schlägt angesichts des Preisverfalls wegen der Coronavirus-Epidemie eine noch drastischere Förderkürzung vor als ohnehin schon anvisiert. Die Minister des Ölkartells brachten am Donnerstagabend nach einem informellen Treffen in Wien überraschend eine zusätzliche Drosselung um täglich 1,5 Millionen Barrel pro Tag bis Ende 2020 ins Spiel. Am Nachmittag war nach dem offiziellen Ministertreffen zunächst nur von einer Senkung bis Ende Juni die Rede gewesen.

Rohöl-Förderlimit wäre stärkste Kürzung seit 2008

Man werde die bis Jahresende angepeilte Kürzung den sogenannten Opec+-Staaten vorschlagen, zu denen auch Russland zählt, teilte die Organisation Erdöl produzierender Länder mit. Das Treffen der Runde findet am Freitagvormittag statt.

Es wäre die stärkste Förderkürzung seit der Finanzkrise 2008. Ob Russland mitmacht, ist allerdings unklar. Moskau hat bislang lediglich signalisiert, die eigentlich in diesem Monat auslaufende Drosselung um 2,1 Millionen Barrel bis Jahresende zu verlängern.

Moskau ist nicht überzeugt von Notwendigkeit

Die Opec-Länder unter Führung von Saudi-Arabien wollen hingegen noch die zusätzliche Kürzung drauf packen, um die Preise zu stützen. Moskau hatte sich zuletzt aber eher zurückhaltend hinsichtlich eines verschärften Förderlimits gezeigt. Die Verhandlungen in der Opec-Zentrale in Wien könnten daher schwierig werden.

Russland ist einer der größten Erdölförderer der Welt, gehört aber nicht der Opec an. Seit Jahresanfang hat sich Erdöl um etwa ein Fünftel verbilligt. Das macht vor allem den Opec-Ländern zu schaffen. Russland dagegen gab an, mit dem derzeitigen Preisniveau leben zu können.

Coronavirus drückt Ölnachfrage

Der Ausbruch des Coronavirus drückt auf die Ölnachfrage, weil Flüge gestrichen und Reisen abgesagt wurden, um eine weitere Verbreitung des Erregers zu verhindern und ein Einbruch der Weltkonjunktur befürchtet wird.

"Bei dem Treffen in Wien ist das Thema Corona allgegenwärtig", berichtet ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann. Sämtlichen Scheichs oder Ölministern würde beim Betreten des Gebäudes die Körpertemperatur gemessen. Auch Händeschütteln sei nicht erlaubt.

Für Umarmungen besteht angesichts des Preisverfalls beim Öl derzeit aber auch kein Anlass, seit Jahresbeginn hat das Barrell 26 Prozent an Wert verloren.
Frank Bethmann, ZDF-Börsenstudio

Der Druck auf das Treffen sei groß, so Bethmann, "denn die Internationale Energieagentur hat berechnet, dass in den nächsten Monaten weltweit die Nachfrage nach Öl sinken wird".

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