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Positive Entwicklung - Opel weist Milliardengewinn aus

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Opel hat seine Gewinne nach Angaben der Konzernmutter PSA auf 1,1 Milliarden Euro gesteigert. Das ist auch Ergebnis eines rigorosen Sparprogramms. Können Opelaner nun aufatmen?

Trotz schwerer Zeiten für die Automobilindustrie konnte Opel seinen Gewinn auf 1,1 Milliarden Euro erhöhen. Börsenexpertin Valerie Haller erklärt, wie der Konzern das geschafft hat.

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Bei Opel und seiner Konzernmutter PSA sind trotz Absatzeinbrüchen die Gewinne kräftig gestiegen. Das liegt auch an rigiden Sparprogrammen. Vor allem bei der deutschen Tochter Opel sind in den vergangenen drei Jahren seit der Übernahme durch PSA viele tausend Stellen weggefallen. Nun plant PSA den nächsten Coup – die Fusion mit Fiat-Chrysler. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Opel, PSA und möglichen Folgen der Fusion.

Wie hat sich Opel seit der Übernahme durch PSA entwickelt?

Opel hatte in seiner Zeit als Tochter von General Motors in zwei Jahrzehnten kontinuierlich hohe Verluste ausweisen müssen. Seit Übernahme durch Peugeot-PSA haben sich die Geschäftszahlen sehr positiv entwickelt. In diesem Jahr gibt PSA den operativen Gewinn bei Opel mit 1,1 Milliarden Euro an. Das ist eine Steigerung um fast 30 Prozent. Allerdings weist PSA keinen Nettogewinn für Opel aus. Darin wären auch die Kosten etwa für Sparprogramme und Konzernumbau enthalten.

Worauf basiert der finanzielle Erfolg?

PSA verfolgt eine Plattform-Strategie. Einfach ausgedrückt werden unterschiedlichen Modelle verschiedener Marken auf eine technische Plattform draufgesetzt. Das spart Kosten. PSA produziert mit Marken wie Opel, Vauxhall, Peugeot und Citroen Autos, die vor allem auf den Massenmarkt abzielen. Je größer die Masse der so produzierten und verkauften Autos, desto höher die sogenannten "Skalengewinne". Andererseits gilt PSA-Chef Carlos Tavares als knallharter Sanierer. Sparprogramme und Stellenabbau tragen erheblich zum finanziellen Erfolg bei.

Was ändert sich für Opel-Mitarbeiter?

Bei Opel ist die Zahl der Beschäftigten seit Übernahme durch PSA in Deutschland von 20.000 auf etwa 15.000 geschrumpft. Wesentlicher Bestandteil der Sparprogramme ist ein Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen. Der wurde erst vor wenigen Wochen bis 2025 verlängert. Im Gegenzug sollen mindestens weitere 2.100 Stellen bei Opel wegfallen – wie in der Vergangenheit durch Vorruhestandsregelungen und Abfindungen für kündigungswillige Beschäftigte. Der Sparkurs bei Opel geht also weiter. Experten rechnen mit weiterem Druck durch die geplante Fusion von PSA mit Fiat-Chrysler.

Warum wollen PSA und Fiat-Chrysler fusionieren?

Die Autoindustrie befindet sich im Wandel: Umweltfreundliche Antriebe, Digitalisierung und neue Mobilitätskonzepte müssen her. Das kostet Milliarden in der Forschung. Deswegen lautet die Devise, Kräfte zu bündeln – also zusammenzuarbeiten oder zu fusionieren. PSA erschließt sich zudem leichteren Zugang zum amerikanischen Markt. Fiat-Chrysler dagegen hat den Startschuss für Elektromobilität und alternative Antriebe schlicht überhört und hofft, mit PSA aufholen zu können.

Ist die Fusion schon in trockenen Tüchern?

Noch nicht, beide Konzerne warten auf grünes Licht von Wettbewerbswächtern. Bei 14 von 24 Behörden habe der Konzern die erforderlichen Unterlagen bereits eingereicht, sagte Carlos Tavares bei Vorlage der Geschäftszahlen im französischen Rueil-Malmaison bei Paris. "Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass es Probleme geben wird", fügte er hinzu. Die Fusion soll spätestens im ersten Halbjahr des kommenden Jahres abgeschlossen sein.

Was heißt die Fusion für die Opel-Standorte?

Beide Konzerne wollen nach der Fusion Spareffekte von jährlich 3,7 Milliarden Euro erreichen. Dabei sollen alle Fabriken erhalten bleiben. Allerdings meinen viele Beobachter, dass es im neuen Konzern zumindest zu viele Entwicklungszentren geben wird. Eines davon befindet sich am Opel-Hauptsitz in Rüsselsheim. "Es wird nach meiner Einschätzung noch einiges auf die Opel-Mitarbeiter zukommen durch die Fiat-Chrysler-Fusion", meint Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg Essen.

Wenn jetzt noch die Entwicklungs-Kapazitäten von Fiat und Chrysler dazukommen – wozu braucht man dann noch ein Entwicklungszentrum in Rüsselsheim?
Ferdinand Dudenhöffer, Autoexperte

Wird es Opel in Zukunft als Marke noch geben?

Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass es den Blitz nicht mehr geben wird. Auch andere Autokonzerne haben sich durch Zukäufe und Fusionen vergrößert, ohne die einzelnen Marken aufzulösen. Bestes Beispiel: Volkswagen. Im Wolfsburger Konzern laufen Autos von Marken wie VW, Audi, Porsche, Seat oder Skoda von den Bändern. Strategisch dürfte die Marke Opel für PSA auch sinnvoll sein, weil ihr das Siegel "Made in Germany" anhaftet. Wieviel Opel-Technik allerdings in Zukunft noch unter der Haube mit dem Blitz stecken wird, hängt davon ab, wo die Entwicklungszentren liegen werden.

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