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Opel-Chef Lohscheller - "Vier-Tage-Woche kann Arbeitsplätze sichern"

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Kann eine Reduzierung der Arbeitszeit helfen, Jobs in der Autoindustrie zu sichern? Das Opel-Management ist zumindest bereit, über den Vorschlag der IG Metall zu diskutieren.

Michael Lohscheller, Geschäftsführer von Opel. Archivbild
Michael Lohscheller ist seit 2017 Geschäftsführer von Opel. Archivbild
Quelle: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Opel-Chef Michael Lohscheller zeigt sich gesprächsbereit zum Vorstoß der Gewerkschaft IG Metall, mit einer Vier-Tage-Woche Jobs in der Autoindustrie zu sichern.

Prinzipiell sind wir für alle Ideen offen. Die Vier-Tage-Woche kann dabei helfen, Arbeitsplätze zu sichern.
Michael Lohscheller, Opel-Chef

"Wir arbeiten jedoch aktuell mit dem Instrument der Kurzarbeit", schränkte Lohscheller ein. "Derzeit erleben wir einen umfassenden Strukturwandel in der Branche. Da muss man erst einmal im Detail diskutieren, welche Instrumente am sinnvollsten sind."

Der IG-Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann hatte Mitte August zur Rettung von Jobs in der Metall- und Elektroindustrie eine Vier-Tage-Woche mit "einem gewissen Lohnausgleich für die Beschäftigten" ins Gespräch gebracht.

Führungsebene verschlankt: "Treppe wird von oben gekehrt"

Der Autobauer mit Stammsitz im hessischen Rüsselsheim hat Lohscheller zufolge seit der Übernahme durch den französischen PSA-Konzern nicht nur die Mitarbeiterzahl deutlich reduziert, sondern auch die Führungsebene deutlich verschlankt. "Die Treppe wird von oben gekehrt. Wir haben ganze Hierarchieebenen herausgenommen", sagte der Opel-Chef Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Statt über 20 Manager berichten nur noch 9 direkt an mich.
Michael Lohscheller, Opel-Chef

In Europa seien auch alle Länderchefs ausgetauscht worden.

Peugeot-Mutter PSA hatte Opel im Jahr 2017 vom US-Konzern General Motors übernommen und trimmt den Traditionshersteller seither auf Effizienz. Gespräche über weitere Einschnitte laufen, etwa bei den Betriebsrenten.

PSA gut gerüstet für Fusion mit Fiat Chrysler

Für die bevorstehende Fusion von PSA mit Fiat Chrysler sieht Lohscheller den Hersteller gut gerüstet: "Wir stehen als profitables Unternehmen gut da, nicht mit 20 Jahren Verlust wie unter unserem alten Eigentümer."

Zwar müsse man in einem so großen Konzern noch stärker für die eigenen Belange eintreten und auch dafür kämpfen. Die Fusion sei für Opel mit Blick auf den weltweiten Vertrieb aber eine große Chance. "Opel wird die deutsche Marke im neuen Konzern sein."

Auftragslage zieht wieder an

Auch kündigte Lohscheller an, die Produktion in seinem Werk Eisenach in Thüringen weiter hochzufahren. Ab Herbst werde dort wieder im Zweischichtbetrieb produziert, so der Opel-Chef. Im März war die Produktion im gesamten PSA-Konzern wegen Corona vorübergehend eingestellt und im Juni im Einschichtbetrieb wieder aufgenommen worden.

Nun ziehe der Auftragseingang wieder an. Nach Schwierigkeiten im März und April gehe die Entwicklung deutlich nach oben. In den ersten sechs Monaten 2020 trug Opel gemeinsam mit der britischen Schwestermarke Vauxhall 111 Millionen Euro zum positiven Konzernergebnis von PSA bei. Allerdings wurden in dem Halbjahr nur noch gut 266.000 Autos der beiden Marken verkauft, der Absatzrückgang von 53,1 Prozent fiel deutlich stärker aus als bei den anderen Konzernmarken.

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