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Liefern in Zeiten von Corona : Paketbranche: Keuchen, ächzen, stöhnen

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Die Weihnachtszeit bedeutet für die Beschäftigten der Paketbranche den größten Stress im Jahr. Und durch den Shutdown ist die Knochenarbeit in diesem Jahr besonders hart.

Hochbetrieb beim Post-Paketdienst. Symbolbild
Weihnachtszeit bedeutet Hochbetrieb für Paketdienste.
Quelle: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Keuchen, Ächzen und Stöhnen ist bisweilen zu hören, wenn in diesen Tagen Paketboten an der Haustür klingeln oder Kartons durch Treppenhäuser wuchten. "Ja, genau das ist die richtige Vorstellung“, sagt Stefan Thyroke von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di.

Das Paketaufkommen im Weihnachtsgeschäft liegt normalerweise rund 40 Prozent höher als sonst. Jetzt rechnen wir mit noch einmal 20 Prozent Paketen obendrauf.
Stefan Thyroke

Post stellt Tausende Aushilfskräfte ein

Grund ist der harte Shutdown zum Jahresende. So rechnet auch der Handelsverband HDE mit rund 20 Prozent zusätzlichen Online-Bestellungen in diesen Tagen. Damit erreicht die lange andauernde Weihnachtszeit für die Beschäftigten der Paketdienste ihren Höhepunkt. "Wir haben uns wie immer sehr früh auf die Vorweihnachtszeit vorbereitet, das heißt, wir haben auch in diesem Jahr wieder über 10.000 zusätzliche Aushilfskräfte eingestellt", berichtet Sarah Preuß, Sprecherin von Deutsche Post/DHL.

Hinzu kommen beim gelben Riesen rund 4.000 Beschäftigte, die das Unternehmen im ersten Shutdown im Frühjahr schon eingestellt hatte. Briefträger tragen nicht mehr nur Briefe aus, sondern auch kleinere, überwiegend flache Päckchen. Und 13.000 zusätzliche Fahrzeuge kurven in diesen Tagen allein für die Post durch Deutschlands Straßen - paketbeladen bis unters Dach.

Nie war das Paketaufkommen höher

Allein in der vergangenen Woche hat die Post über 56 Millionen Pakete ausgeliefert - höher war das Paketaufkommen noch nie. Mit allen verfügbaren Mitteln versuchen Paketdienste, die Flut der Bestellungen zu meistern.

Bisher sei das auch gelungen, heißt es bei der Post und deren Konkurrenten. Auf Nachfrage bestätigte etwa Hermes, dass alle bis zum 21. Dezember in den Paketshops abgegeben Pakete garantiert vor Heiligabend zu einem ersten Zustellversuch führen.

Lange Tage mit Knochenarbeit

Das aber heißt Knochenarbeit für die Beschäftigten von Post, Hermes, UPS, DPD, GLS und Co. "Wir hören, dass häufig auch die zehn-Stunden-Arbeitsgrenze überschritten wird, was eigentlich gar nicht zulässig ist", meint Gewerkschafter Thyroke.

Dabei allerdings gibt es Unterschiede. Bei der Post gelten Tarifverträge. Zudem hat der gelbe Riese den Beschäftigten einen Corona-Bonus in Höhe von 300 Euro überwiesen. UPS bezahlt auch nach Tarif und gibt etwa für Samstagsarbeit noch einen ordentlichen Bonus. Bei anderen Paketdienstleistern seien die Beschäftigten hingegen bei Subunternehmern beschäftigt, da gehe es weniger fair zu, beklagt Verdi.

Längere Lieferzeiten bei der Post

Ohnehin müssen Paketboten und Paketbotinnen hart schuften. So hat eine Untersuchung der Barmer-Krankenkasse ergeben, dass im Bereich der Post-, Kurier- und Expressdienste die mit Abstand häufigste Ursache für Fehlzeiten Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems waren - der Anteil belief sich auf fast ein Drittel. Und in diesen Tagen vor Weihnachten kommt durch die vielen Kontakte zu den Adressaten der Pakete noch das Risiko einer möglichen Infektion hinzu.

Angesichts der Paketflut jedenfalls bleibt es nicht aus, dass sich Lieferzeiten verlängern. So hat der Datendienst Statista errechnet, dass vor zwei Wochen ein Paket im Durchschnitt zwei Tage brauchte, um seinen Zielort zu erreichen. Das liegt in etwa auf Niveau zu Zeiten des ersten Shutdown im Frühjahr. Und damit ist ein Paket einen halben bis einen Tag länger unterwegs als in "normalen" Zeiten.

Mehr "Reisezeit" bei Paketen einplanen - und ein Lächeln

Es lohnt also, Pakete möglichst frühzeitig noch zu verschicken, damit diese vor dem Fest auch noch sicher ankommen.

Und es ist sicher angebracht, den ächzenden und stöhnenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Branche mit Dankbarkeit und einem Lächeln zu begegnen - auch wenn die erwartete Sendung mal etwas später ankommt als erwartet oder angekündigt.

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