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Aktionäre stimmen Megadeal zu - Weg für Fusion von Peugeot und Fiat frei

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Mitten in der Corona-Krise bilden zwei Autobauer mit europäischen Wurzeln einen neuen Branchengiganten: Die Aktionäre haben der Fusion von Peugeot SA und Fiat Chryler zugestimmt.

Die Autokonzerne PSA und Fiat Chrysler fusionieren und bilden zusammen den – nach Absatz – viertgrößten Autohersteller „Stellantis“. Das wirkt sich auch auf deutsche Opelwerke aus.

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Die Aktionäre haben die Megafusion ihrer Konzerne Peugeot SA und Fiat Chrysler (FCA) mit überwältigender Mehrheit gebilligt. In getrennten Hauptversammlungen gab es am Montag jeweils fast einhundert Prozent Zustimmung, wie die Unternehmen berichteten.

Zuerst hatten sich die Aktionäre von Peugeot SA bei einer virtuellen Aktionärsversammlung am Montag für die Konzernfusion ausgesprochen, später folgten die Aktionäre von Fiat Chrysler nach.

Viertgrößter Autobauer der Welt

Der künftige Konzern soll Stellantis heißen und nach Volkswagen, Toyota und dem Renault-Nissan-Bündnis der viertgrößte Autobauer der Welt werden - mit rund 400.000 Beschäftigten weltweit.

Stellantis, Logo
Neue Firma, neuer Name: Stellantis soll der Megakonzern heißen.
Quelle: Reuters

Zu PSA gehört schon seit längerem der deutsche Hersteller Opel. Damit werden die Marken Opel, Peugeot, Citroën, Jeep, Maserati, Alfa Romeo und Fiat unter einem Dach vereint - Unternehmen, die die Industrie in ihren Heimatländern Deutschland, Frankreich, USA und Italien mitgeprägt haben. Die Marken sollen auch weiter Bestand haben.

PSA-Chef soll Stellantis leiten

Der Zusammenschluss wird zwar als Fusion unter Gleichen dargestellt, doch soll der Konzern von Peugeot-Konzernchef Carlos Tavares geführt werden, was auf eine Dominanz der Franzosen hindeutet.

Wir sind bereit für diese Fusion.
Carlos Tavares, Chef von PSA

Der aus Portugal stammende Topmanager sagte, dass sich zwei gesunde Unternehmen zusammenschließen.

Das ist ein historischer Augenblick.
Carlos Tavares, Chef von PSA

Für die Spitze des Verwaltungsrats ist FCA-Verwaltungsratsvorsitzender John Elkann vorgesehen. Er ist der größte Aktionär von Fiat Chrysler - und Enkel des legendären Fiat-Patriarchen Giovanni "Gianni" Agnelli (1921-2003).

Deal bis Ende März abgeschlossen?

Der Termin für den Zusammenschluss mit dem italienisch-amerikanischen Hersteller FCA solle sehr bald mitgeteilt werden, sagte Tavares bei dem Aktionärstreffen seines Unternehmens. Konkreter wurde er nicht.

Bisher war davon die Rede gewesen, den milliardenschweren Deal bis Ende März abzuschließen. Die EU-Wettbewerbshüter hatten der Fusion im Dezember zugestimmt.

Ein PSA-Logo ist an der Wand zu sehen.

PSA-Fiat-Chrysler-Gruppe geplant -
Peugeot im Herzen eines neuen Imperiums
 

Über Jahre hinweg hat sich der einst als angeschlagen geltende Hersteller Peugeot ein eigenes Reich aufgebaut – und könnte nun mit Fiat-Chrysler Viertgrößter der Welt werden.

von Reinhard Schlieker

Ein milliardenschwerer Konzern entsteht

Fiat Chrysler und PSA setzten vor der Corona-Krise zusammen rund 8,7 Millionen Fahrzeuge pro Jahr ab und hatten einen Umsatz von 170 Milliarden Euro.

PSA-Chef Tavares bestätigte frühere Aussagen, wonach es jährlich Synergien im Umfang von fünf Milliarden Euro geben soll. Vor dem Ausbruch der Corona-Krise mit dramatischen Auswirkungen auf die Autobranche hatte er versichert, es sollten keine Werke geschlossen werden - auch wenn sich die Auswirkungen auf den Fortbestan der Arbeitsplätze erst noch zeigen werden.

Mit dem Ruf als Kostensenker wird Tavaris Experten zufolge wahrscheinlich wenig Gnade für Fahrzeugmodelle und Geschäftsbereiche haben, die keine Profite abwerfen.

Wer hält die Anteile an Stellantis?

Wie die Regionalzeitung "Le Parisien - Aujourd-hui en France" berichtete, wird die Familie Agnelli mit rund 14,4 Prozent im neuen Konzern vertreten sein. Es folgt demnach die Familie Peugeot mit 7,4 Prozent. Der französische Staat sei über eine Beteiligungsgesellschaft mit 6,1 Prozent im Boot. Etwa zwei Drittel der Anteile seien im Streubesitz.

Auch Peugeot gehört zur PSA Group. Archivbild

Offenbar Vereinbarung getroffen -
PSA-Fiat-Chrysler-Fusion naht
 

Seit Wochen wird intensiv über den Zusammenschluss des Peugeot-Herstellers PSA mit Fiat Chrysler verhandelt. Nun werden offenbar Nägel mit Köpfen gemacht.

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