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Kanadisches Teersand-Öl für USA - Endgültiges Aus für Keystone-Pipeline

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Umweltschützer hatten massive Bedenken, auch die Regierung Biden blockierte das Projekt: Jetzt wird der Bau der umstrittenen Keystone-Pipeline von Kanada in die USA eingestellt.

uf diesem Foto vom 18. Dezember 2020 werden Rohre, die für die Keystone XL-Pipeline verwendet werden sollen, auf einem Feld in der Nähe von Dorchester, Nebraska, USA, gelagert.
Wird nicht mehr gebaut: Keystone-Pipeline
Quelle: AP

Der kanadische Konzern TC Energy hat den Bau der umstrittenen Rohöl-Pipeline Keystone XL auf Druck der USA aufgegeben. Man habe die kanadische Provinz Alberta über den Ausstieg informiert. Die Provinzregierung bestätigte das Ende des Projekts. Das Unternehmen erklärte weiter, es werde sich mit den Aufsichtsbehörden, indigenen Gruppen und anderen Interessengruppen abstimmen, "um seine ökologischen und regulatorischen Verpflichtungen zu erfüllen".

Keystone XL sollte ab 2023 täglich rund 830.000 Barrel Rohöl aus Teersandvorkommen in Alberta zu Raffinerien im US-Bundesstaat Texas befördern. Die kanadische Regierung befürwortete das Projekt explizit, die Aufsichtsbehörden hatten bereits 2010 grünes Licht gegeben. Der Bau hatte im vergangenen Jahr begonnen. Der damalige US-Präsident Donald Trump hatte das Projekt wieder angekurbelt, das unter der Obama-Regierung festgefahren gewesen war.

Regierung Biden entzog Pipeline die Lizenz

Trumps Nachfolger Joe Biden entzog dem Projekt am Tag seines Amtsantritts im Januar die Lizenz. Es gab Bedenken, dass der Klimawandel verschlimmert werden könnte. Umweltaktivisten rechneten mit einer Umweltkatastrophe und monierten grundsätzlich die Klimaschädlichkeit der aufwändigen Ölgewinnung aus Teersand. Das Verbrennen des Treibstoffs könnte zur globalen Erderwärmung beitragen, warnten sie. Auch Vertreter von Ureinwohnerstämmen lehnten die Pipeline ab. In Washington und anderen Städten wurde gegen sie protestiert.

Alberta hatte im vergangenen Jahr mehr als eine Milliarde Dollar in die Pipeline gesteckt. Der Regierungschef der Provinz, Jason Kenney, erklärte:

Wir sind weiterhin enttäuscht und frustriert über die Umstände im Zusammenhang mit dem Keystone-XL-Projekt.
Provinzregierungschef Jason Kenney


Darunter sei die Absage der Präsidentenlizenz für den Grenzübergang der Pipeline. Die Regierung von Alberta hatte darauf gehofft, dass ihr die Pipeline im Laufe von Jahrzehnten Milliarden von Dollar einbringen würde.

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Beitragslänge:
28 min
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Umweltschützer froh über Pipeline-Aus

Umweltschützer dagegen feierten den Abbruch: Es sei gut, dass sie wegkomme, teilte Jared Margolis vom Center for Biological Diversity mit. Die Umweltgruppe hatte gegen die Pipeline geklagt.

Republikaner im US-Kongress haben die Pipeline zum Anlass für Kritik an der Regierung genommen. Gemäßigte Demokraten im Senat, darunter Jon Tester aus Montana und Joe Manchin aus West Virginia, hatten Biden aufgefordert, den Lizenzentzug zu überdenken. Der ranghöchste Republikaner im Energieausschuss des Senats, John Barrasso, kritisierte Biden: Dieser habe Keystone "gekillt und damit Tausende gut bezahlter amerikanischer Arbeitsplätze".

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