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Fleischindustrie: Razzien in mehreren Ländern

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Gegen illegale Leiharbeit - Fleischindustrie: Razzien in mehreren Ländern

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Die Bundespolizei führte in fünf Bundesländern Durchsuchungen durch. Es geht um illegale Einschleusung von Arbeitskräften für die Fleischindustrie.

Seit den frühen Morgenstunden führen Beamte in fünf Bundesländern Razzien durch, darunter Niedersachsen und Sachsen-Anhalt. Zwei Firmen der Fleischindustrie stehen dabei im Fokus, die illegal Arbeitskräfte eingeschleust haben sollen.

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Wegen mutmaßlicher umfassender illegaler Einschleusung von Arbeitskräften aus Osteuropa für die Fleischbranche hat die Bundespolizei am frühen Mittwochmorgen eine Großrazzia in fünf Bundesländern ausgeführt.

Rund 800 Beamte waren im Einsatz, wie ein Sprecher der Bundespolizei-Sektion für Mitteldeutschland sagte. Die Razzia richtete sich demnach gegen zwei Zeit- und Leiharbeitsfirmen aus Deutschland und Polen.

Durchsuchungen in über 60 Wohn- und Geschäftsräumen

Der Schwerpunkt des Einsatzes lag in Sachsen-Anhalt, dort besonders in Weißenfels, und Niedersachsen. Weitere Durchsuchungen gab es in Berlin, Sachsen und Nordrhein-Westfalen. Die Razzia war dem Sprecher zufolge nicht auf die Fleischindustrie beschränkt, konzentrierte sich jedoch "überwiegend" auf diese Branche.

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Mehr als 60 Wohn- und Geschäftsräume wurden nach Angaben der Bundespolizei durchsucht. Die beschuldigten Firmen sollen Menschen aus Osteuropa mit gefälschten oder verfälschten Dokumenten nach Deutschland geholt haben.

Großkonzern Tönnies offenbar nicht betroffen

Deutschlands größter Fleischkonzern Tönnies war nach eigenen Angaben nicht betroffen.

An unserem Standort in Weißenfels gibt es bisher keine Durchsuchung.
Unternehmenssprecher von Tönnies

Tönnies betreibt in Weißenfels seinen zweitgrößten Schlachtstandort und beschäftigt dort etwa 2.200 Mitarbeiter. "Wir haben keine Kenntnis darüber, welche Firmen in Weißenfels durchsucht wurde", sagte der Tönnies-Sprecher. Es habe auch an weiteren Tönnies-Standorten in Deutschland keine Durchsuchungen gegeben.

Im Fokus der Ermittlungen stehen zehn Tatverdächtige im Alter zwischen 41 und 56 Jahren. Bei den Untersuchungen seien unter anderem Datenträger beschlagnahmt worden, um das "sehr komplizierte Firmenkonstrukt" der Verdächtigen zu durchleuchten. Dabei handle es sich um eine deutsche Firma mit mehreren Tochtergesellschaften hierzulande.

Die Bedingungen sind schlecht, die Löhne niedrig und es kann schnell zu fristlosen Kündigungen kommen. Die Politik hat Besserungen in der Fleischindustrie angekündigt.

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Zudem sei eine polnische Firma mit einer Zweigstelle in Deutschland betroffen. Die Beschuldigten sollen vor allem ukrainische Staatsangehörige mit gefälschten rumänischen Identitätsnachweisen ausgestattet haben, sagte der Sprecher weiter. Mit diesen seien sie dann an deutsche Unternehmen vermittelt worden.

Leiharbeitern droht Ausweisung

Die Ermittler haben nach den Angaben Werte in Höhe von 1,5 Millionen Euro beschlagnahmt. Den illegal eingereisten Leiharbeitern drohe die Ausweisung aus Deutschland.

Hintergrund der Razzia sei, dass die Bundespolizei bei ihren Kontrollen an Grenzübergängen und Bahnhöfen über die Zeit hinweg eine große Zahl von Reisenden mit falschen Dokumenten angehalten hatte. Daraufhin sei eine Sonderkommission zur Einschleusung von Leiharbeitern eingerichtet worden.

Nach gehäuften Corona-Infektionen in Fleischbetrieben waren die Arbeitsbedingungen in der Branche und die Unterbringung ausländischer Beschäftigter erneut in den Fokus gerückt. Das hat eine bundesweite Debatte über die Arbeitsbedingungen in der Branche ausgelöst.

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