Porsche-Börsengang: Handel startet am 29. September

    Zeichnungsfrist ab Dienstag:Porsche-Börsengang für 29. September geplant

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    Es könnte einer der größten deutschen Börsengänge aller Zeiten werden. VW hat die zentralen Termine und die Preisspanne für das Porsche-Debut am Aktienmarkt bekannt gegeben.

    Der Porscheplatz in Stuttgart-Zuffenhausen mit Porschemuseum und Porsche-Niederlassung
    Der Porscheplatz in Stuttgart-Zuffenhausen mit Porschemuseum und Porsche-Niederlassung.
    Quelle: imago/Arnulf Hettrich

    Die Porsche AG soll am 29. September an die Börse gehen. Ab dann wird die Volkswagen-Tochter aus Stuttgart aller Voraussicht nach einen Teil ihrer Vorzugsaktien frei am Finanzmarkt handeln lassen. Dies beschlossen Vorstand und Aufsichtsrat des VW-Konzerns nach Sitzungen am Sonntagabend.

    So teuer soll eine Porsche-Vorzugsaktie werden

    Ein konkreter Tag war lange nicht genannt worden - die Entscheidung zum Gang aufs Börsenparkett stand wegen der angespannten weltwirtschaftlichen Lage noch unter Vorbehalt. Die Kontrolleure legten nun aber bereits die Preisspanne fest: Die Porsche-AG-Vorzüge werden in einem Korridor zwischen 76,50 und 82,50 Euro pro Stück angeboten. Geplant ist die Ausgabe von knapp 114 Millionen Aktien.
    Sollte alles laufen wie vorgesehen und sich der tatsächliche Angebotspreis in dem genannten Bereich einpendeln, werde ein Bruttoerlös von 8,71 bis 9,39 Milliarden Euro erwartet. Schon am morgigen Dienstag soll die Zeichnungsfrist beginnen. Sie geht bis einen Tag vor dem Börsengang, sofern die Finanzaufsicht Bafin den Wertpapierprospekt genehmigt. Auch Privatanleger in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien und Spanien sollen einen Teil der Porsche-Vorzüge erwerben können.

    So viel sind Porsche und VW insgesamt wert

    Europas größte Autogruppe will zusätzliche Geldquellen anzapfen. Die VW AG plant aus den Einnahmen weitere Milliarden-Investitionen in Elektromobilität und Digitales. Zudem hofft sie selbst, für Anleger attraktiver zu werden. Porsches Bewertung schätzten mehrere Analysten zuletzt auf 70 bis 85 Milliarden Euro. VW kommt am Finanzmarkt derzeit auf gut 87 Milliarden Euro.

    Wir sind mit den Porsche-Börsenplänen jetzt auf der Zielgeraden.

    VW-Konzernfinanzchef Arno Antlitz

    Insgesamt soll es durch die Neustrukturierung 911 Millionen einzelne Wertpapiere geben - eine Art Werbe-Gag, mit dem Porsche auf sein wohl bekanntestes Modell, den 911er, anspielt. Das operative Geschäft mit weiteren Baureihen wie dem Cayenne, Macan, Panamera oder Taycan ist in der Porsche AG gebündelt. Dagegen hält die von den Familien Porsche und Piëch kontrollierte Porsche SE (PSE) die Mehrheit der Stimmrechte in Wolfsburg.

    Staatsfonds aus Katar und Norwegen wollen zuschlagen

    Die meisten Vorzugsanteile dürften nicht an kleine, sondern an institutionelle Großanleger gehen. So will sich laut VW Katar mit knapp fünf Prozent eindecken. Das Golf-Emirat ist schon drittwichtigster Aktionär des Gesamtkonzerns.
    Ein weiterer Ankerinvestor des Porsche-Börsengangs ist der norwegische Staatsfonds, in dem die Zentralbank in Oslo die Einnahmen aus den Öl- und Gasvorkommen des Landes verwaltet und für künftige Generationen mehren will. Daneben steigen die US-Fondsgesellschaft T. Rowe Price und die staatliche Investmentgesellschaft ADQ aus Abu Dhabi bei den Stuttgartern ein.

    Sonderdividende für Investoren und Bonus für Mitarbeiter

    Porsche-Chef Oliver Blume führt seit Anfang September nach dem Ausscheiden von Herbert Diess auch den VW-Konzernvorstand. Kritik an der Doppelfunktion wies das Unternehmen mit Verweis auf seine Transparenz- und Abstimmungsregeln zurück. Diese sollen ausreichen, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Ähnliches gelte für VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch, der ebenso die PSE leitet.
    Im Fall eines erfolgreichen Börsengangs soll es im Dezember eine außerplanmäßige Volkswagen-Hauptversammlung geben. Dabei werde vorgeschlagen, eine "Sonderdividende in einem Umfang von 49 Prozent der Brutto-Gesamterlöse aus der Platzierung der Vorzugsaktien und dem Verkauf der Stammaktien Anfang 2023" auszuschütten, erklärte VW.
    Die Belegschaften sollen ebenfalls profitieren. Der VW-Betriebsrat hob den vereinbarten Bonus von 2.000 Euro für jeden Beschäftigten im Haustarif und in Sachsen hervor.

    Vor Verkehrsministertreffen
    :Umweltschützer dringen auf "Klimaticket"

    Einen Nachfolger für das 9-Euro-Ticket soll es geben - aber vor allem bei der Finanzierung streiten Bund und Länder. Umweltschützer fordern ein bundesweites 365-Euro-"Klimaticket".
    Berlin: "Dienstwagen oder Klimatickets" steht auf dem Plakat bei einer Protestaktion der Umweltschutz-Organisation Greenpeace vor der FDP-Bundeszentrale.
    Quelle: dpa

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