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Alles auf Null - Veranstaltungsbranche vor dem Kollaps

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Keine Konzerte, keine Einnahmen - und das seit dem Beginn von Corona. Veranstalter machen heute und morgen auf ihre verzweifelte Lage aufmerksam.

Erneut haben vor dem Düsseldorfer Landtag Vertreter der Veranstaltungsbranche demonstriert – wegen der Corona-Schutzmaßnahmen fürchten viele eine Pleitewelle.

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Ursula Strunk kann sich gut an ihren letzten Auftritt mit ihrer Band "Kokolores" erinnern: Rosenmontag war das, auf einem eigenen Wagen im Düsseldorfer Karneval, stundenlang ohne Unterbrechung, ohne zu essen oder zu trinken. "Wie im Rausch ist das", sagt sie, "die Zeit, die Menschen, alles fliegt vorbei. Wir dachten immer, jetzt machen wir gleich mal ein paar Minuten Pause, aber dann jubeln die Menschen einem die ganze Zeit zu, und so haben wir dann einfach immer weiter gespielt".

Corona-Hilfsprogramme helfen nicht allen in der Branche

Die Zwangspause, die sie und ihre Bandkollegen seitdem einlegen mussten, ist umso länger. Eigentlich lebt Ursula Strunk von der Band und ihrer Musik, als freiberufliche Sängerin. Doch nicht nur Karneval, auch Hochzeiten, Firmenfeiern, Weihnachtsfeiern - alle Auftritte sind abgesagt.

Die Hilfsprogramme, die der Bund und das Land auf den Weg gebracht haben, streuen zwar breit, passen aber dennoch nicht zielgerichtet für alle, die nun um ihre Existenz kämpfen. Und das sind viele aus dem Veranstaltungsbereich. Nicht nur Bands, auch Konzertagenturen, Techniker, Ordner, Caterer, Zeltverleiher, Schausteller - hunderttausende Beschäftigte aus der Musik- und Veranstaltungswirtschaft leiden besonders.

Neue Corona-Hilfen werden wegen hoher Hürden nicht beantragt

Gleichzeitig haben sie den Eindruck, dass für ihre speziellen Bedürfnisse zu wenig getan wird, oder die Hilfsprogramme an der Realität vorbei konzipiert wurden. Zu kompliziert, zu langwierig - von "grotesker Bürokratie" spricht der Konzertveranstalter Marek Lieberberg.

Konzerte und Veranstaltungen sind abgesagt, Nothilfen reichen kaum. Eine Branche bangt um ihre Existenz. Wir schauen auf die Demo "Alarmstufe Rot" und sprechen mit The BossHoss.

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Und auch Ursula Strunk hat die Überbrückungshilfen des Bundes, die in einer ersten Phase von Juni bis August und nun in einer zweiten Phase von September bis Dezember an die einmaligen 9.000 Euro Soforthilfe anschlossen, gar nicht erst beantragt. Ihr Steuerberater habe ihr gesagt:

Viel zu hohe Hürden, kaum Aussichten, da ranzukommen.

Ärger, Demo, "Alarmstufe Rot"

Außerdem ärgern sich viele aus der Branche darüber, dass Konzerte seit Beginn der Corona-Ausbrüche nicht mehr stattfinden durften - Fußballspiele etwa dagegen schon. Da werde mit zweierlei Maß gemessen.

Und: Das Virus werde vor allem bei privaten oder bei illegalen Feiern weitergegeben - bei professionell geplanten Events mit entsprechenden Hygienekonzepten würde das nicht passieren.

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Mit sogenannten "Alarmstufe Rot“-Demonstrationen machen die Betroffenen aus der Veranstaltungswirtschaft auf ihre Anliegen und auf ihre Not aufmerksam. Und sie organisieren sich dabei: Berufszweige, die in der Vergangenheit nicht viel miteinander zu tun hatten, haben sich in den vergangenen Monaten vernetzt.

"Alarmstufe Rot"-Demo gibt Betroffenen Mut

Mittlerweile gibt es auch Gespräche mit dem Finanz- und dem Wirtschaftsministerium, die der Branche etwas gebracht haben könnten. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat zumindest vor einer Woche angekündigt, die Überbrückungshilfen bis Juni 2021 verlängern zu wollen und dabei einen Fokus auf die Veranstaltungswirtschaft zu legen.

Die "Alarmstufe Rot"-Demonstrationen machen den Betroffenen auch neuen Mut. Auch Ursula Strunk. Statt auf der Bühne steht sie seit April jeden Morgen von sechs bis neun Uhr in einer Metzgerei und brät Frikadellen - ein 450-Euro-Job.

Künstler kämpfen Seite an Seite um ihre Existenz

Ihre private Rentenversicherung musste sie noch nicht auflösen, doch das könnte noch kommen. Auf den Demonstrationen trifft Strunk andere, die ebenfalls um ihre Existenz kämpfen - sie können einander beistehen und zumindest versuchen, etwas zu bewegen.

Es tut gut, sich der Situation nicht zu ergeben. Aus meinem Engagement schöpfe ich Kraft!
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