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Private Zusatzvorsorge - Verbraucherallianz: "Riester-Rente muss weg"

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20 Jahre Riester-Rente, 16 Millionen abgeschlossene Verträge - und jetzt soll sie weg, fordern Verbraucherverbände. Eine Reform des Vorsorgeangebots sei unmöglich.

Ein Ordner mit der Aufschrift "Rente". Symbolbild
Verbraucherverbände wollen statt dem Riester-Modell ein grundsätzlich neues System der privaten Zusatzvorsorge aufbauen.
Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Zwanzig Jahre nach ihrem Start ist die Riester-Rente so umstritten wie selten zuvor. Eine Verbraucherallianz fordert:

Die Riester-Rente muss weg, Deutschland braucht einen Neustart.

Die Verbraucherschützer, der Bund der Versicherten und die Bürgerbewegung Finanzwende fordern ein grundsätzlich neues System der privaten Zusatzvorsorge fürs Alter, bei der jeder gesparte Euro effizient eingesetzt werden müsse. Sie kritisieren die Riester-Rente als teuer und ineffizient. Verbände der Versicherungs- und Finanzbranche plädierten dagegen für eine Reform.

Verbaucherschützer: Riester-Rente nicht reformierbar

"Die Riester-Rente wurde zwanzig Jahre lang reformiert. Mittlerweile ist klar, sie ist nicht reformierbar", argumentierte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), Klaus Müller. Unter dem Motto "Stoppt die Riester-Rente - sonst sehen wir alt aus" fordern die drei Organisationen, nach der Bundestagswahl zu Beginn der neuen Legislaturperiode, die Riester-Rente zu beenden.

Sie plädieren für die Einführung eines öffentlich organisierten Angebots. Alle bereits laufenden Verträge sollten weiter wie bisher gefördert werden. Der Mitbegründer der Bürgerbewegung Finanzwende und frühere Grünen-Politiker, Gerhard Schick, sagt:

Es braucht ein einfaches und kostengünstiges Vorsorgeangebot für die Bürger.
Gerhard Schick, Bürgerbewegung Finanzwende

Nach einer Finanzwende-Studie fließt bei einer durchschnittlichen Riester-Versicherung fast jeder vierte eingezahlte Euro in die Kosten. Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten kritisierte, die Riester-Rente sei ineffizient, intransparent und handwerklich schlecht umgesetzt worden.

"Frauen kümmern sich zu wenig um ihre Finanzen", sagt Börsenexpertin Cornelia Frey. Sie bekommen deutlich weniger Rente als Männer. Vielen droht Armut im Alter.

Beitragslänge:
30 min
Datum:

Seit Zinsflaute ist Riester in der Kritik

Der Bundestag hatte am 11. Mai 2001 das Altersvermögensgesetz beschlossen und damit den Weg freigemacht für die Riester-Rente als private Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung. Mehr als 16 Millionen Riester-Verträge wurden verkauft, in einen Teil zahlen Vorsorgesparer allerdings nicht mehr ein.

Unter Druck geraten ist das Riester-Modell zudem durch die Zinsflaute an den Kapitalmärkten. Ab dem 1. Januar 2022 dürfen Versicherer nach einer Entscheidung des Bundesfinanzministeriums bei Neuverträgen wegen der Zinsflaute maximal noch eine jährliche Verzinsung von 0,25 Prozent versprechen.

Lebensversicherung.

Altersvorsorge - Wieder weniger Zins - Aus für Riester-Rente? 

Der Garantiezins für Lebensversicherungen sinkt auf 0,25 Prozent. Er gilt beim Abschluss neuer Verträge. Die Versicherer befürchten durch die Absenkung das Aus der Riester-Rente.

Das dürfte in vielen Fällen wegen der Kosten jedoch nicht reichen, um eingezahlte Eigenbeiträge und staatliche Zulagen bei künftigen Verträgen zu 100 Prozent zu garantieren. Verzinst wird nicht die Gesamtsumme, sondern nur der Sparanteil nach Abzug von Abschluss- und Verwaltungskosten sowie des Beitrags für einen Todesfallschutz.

Versicherungswirtschaft schlägt Reform vor

Der Branchenverband GDV warnte, viele Riester-Anbieter würden sich ab 2022 vom Markt zurückziehen. "Das führt zu einer Defacto-Beerdigung der Riester-Rente." Der Verband schlägt vor, die Garantie des Beitragserhalts von 100 auf 80 Prozent zu senken.

Asmussen betonte, Riester funktioniere. Der Versicherungsverband sieht aber Verbesserungsbedarf, zum Beispiel über ein vereinfachtes Fördersystem und ein einfaches, digital vertriebenes Standardprodukt.

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