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Fahrräder, Autos, Bau : Wo sich der Rohstoff-Mangel bemerkbar macht

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Mittlerweile zwei Drittel der Industrieunternehmen klagen über einen Mangel an Rohstoffen und Vorprodukten. Diesen Mangel spüren zunehmend auch Verbraucher - an höheren Preisen.

China, Nantong: Ein Mann arbeitet in einer Fabrik in der ostchinesischen Provinz Jiangsu, die Stromnetzausrüstung und Kabel herstellt.
Rohstoffe wie Kupfer fehlen gerade etwa in der Bau-Branche.
Quelle: dpa

Zwei Drittel der Industrieunternehmen klagen mittlerweile über Materialknappheit und anziehende Einkaufspreise. Das geht aus der jüngsten vierteljährlichen Befragung des Ifo-Institutes hervor. Demnach sehen 64 Prozent der Firmen durch die Engpässe entstehende Hindernisse für ihre Produktion.

Zunehmend wird sich das auch für Verbraucher bemerkbar machen. "Wir sehen, dass sich diese Probleme durch die deutsche Wirtschaft fortpflanzen", sagte Klaus Wohlrabe, Leiter der Befragungen im Ifo-Institut gegenüber ZDFheute.

Von den Einzelhändlern haben fast 40 Prozent gesagt, dass sie nicht alle Bestellungen bekommen, die sie ursprünglich geordert haben.
Klaus Wohlrabe, Ifo-Institut

Fahrräder demnächst teurer?

Beispiel Fahrradbranche: Hier warten viele Geschäfte heute noch auf Fahrräder, die sie im vergangenen Jahr bestellt haben. Laut Verband des Deutschen Zweiradhandels fehlen bis zu 40 Prozent der bestellten Zweiräder in den Verkaufsläden seiner Mitglieder. Wer für das eigene Fahrrad nach Ersatzteilen sucht, kann Glück oder Pech haben, je nachdem, wie groß die Vorbestellungen und Lager der jeweiligen Geschäfte sind.

Beim Zweirad Industrieverband ZIV rechnet man in der Folge auch mit deutlich steigenden Preisen für Fahrräder. Um zehn bis 15 Prozent könnten Fahrräder sich verteuern.

Die Probleme in der Autoindustrie sind seit längerem bekannt. Hier fehlt es vor allem an Computerchips für die Produktion. Allerdings dürften hier steigende Preise für kleinere Komponenten aufgrund des hohen Kaufpreises eines Autos insgesamt zunächst weniger zu spüren sein.

Anders könnte das bei Haushaltsgeräten sein. Hier heißt es etwa bei Unternehmen wie Miele, dass man durchaus mit dem Problem zu tun habe.

Baukosten steigen deutlich

Besonders spüren dürften die Knappheit und steigende Preise Menschen, die gerade Umbauten oder gar den Neubau eines Hauses planen. "Fehlende Baumaterialien führen zu Verzögerungen bei Bauprojekten", konstatierte unlängst Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des deutschen Bauindustrie-Verbandes.

Neben Bauholz sind auch die Preise für Metalle wie Eisen, Aluminium oder Kupfer deutlich gestiegen. Einer Umfrage des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages zufolge sieht sich jedes dritte Bauunternehmen mit steigenden Preisen konfrontiert.

Kunststoffe fehlen

Doch auch an Kunststoffen fehlt es am Bau - und mittlerweile auch in anderen Bereichen der Wirtschaft. "Kunststoffprodukte spielen zum Beispiel bei Verpackungsmaterialien noch eine große Rolle", erklärt Klaus Wohlrabe vom Ifo-Institut.

Da gibt es jetzt auch schon Engpässe - oder etwa bei der Herstellung von Spielzeugen.
Klaus Wohlrabe, Ifo-Institut

Kunststoffwarenhersteller und Produzenten, die Gummi verarbeiten, kommen aktuell nur noch sehr schwer an Granulate, die die Basis für viele ihrer Kunststoffe und Produkte sind.

Kleinere Kapazitäten und hohe Nachfrage

Ein Problem im Hintergrund wiederum bildet aktuell auch die Containerschifffahrt. Denn Container für den Transport aller möglichen Waren rund um den Globus sind Mangelware. Dabei wirkt sich hier ein Grundmuster der aktuellen Knappheit aus: Während der Krise und des Lockdowns sowie infolge eines zeitweise brachliegenden Welthandels, haben viele Firmen ihre Kapazitäten und Bestände abgebaut.

Nun treffen diese verkleinerten Produktionskapazitäten auf eine sprunghaft steigende Nachfrage im Zuge der wirtschaftlichen Erholung in vielen Teilen der Welt. Dass dies nicht nur eine kurze Begleiterscheinung ist, wird mit Blick auf den Fahrradmarkt deutlich.

Bei weiter steigender Nachfrage nach Zweirädern rechnen die Branchenverbände mit einer Normalisierung der Situation erst ab Ende 2024.

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