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Höhere Preise für Verbraucher : Knappe Rohstoffe setzen Industrie unter Druck

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Wegen knapper Rohstoffe unterbricht BMW seine Produktion. Das Problem betrifft viele Konzerne und unterschiedlichste Produkte - von Autoreifen bis zu Marmeladengläsern.

Bayern, Regensburg: Ein Mann arbeitet in der Endkontrolle an einem BMW 2er gran tourer. Archivbild
Viele Rohstoffe sind derzeit Mangelware. Lieferengpässe plagen Firmen - wie hier in Regensburg bei BMW.
Quelle: dpa

Industrielle Vorprodukte wie Holz, Stahl oder Plastik sind knapp - das setzt Industrie und Handwerk unter Druck. Jüngstes Beispiel ist der Autobauer BMW: Wegen fehlender Halbleiterchips muss der Konzern die Autoproduktion in Regensburg für eine Woche unterbrechen. Von dem Halbleitermangel ist die ganze Autobranche betroffen, sodass Werke verschiedener Hersteller immer wieder die Produktion unterbrechen müssen.

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Aber nicht nur Halbleiter bereiten der Industrie Sorgen - es mangelt auch an vielen anderen Rohstoffen. Nach Expertenmeinung gehen die schon deutlich gestiegenen Preise weiter nach oben, ein Ende ist nicht absehbar. Ein Überblick über die aktuell knappen Rohstoffe - und Antworten auf die Frage, bei welchen Produkten der Endverbraucher den Preisanstieg spüren könnte.

Holz

Beim Holz gibt es weiterhin eine "Ausnahmesituation", die an Störungen der Lieferketten und nachfolgenden Marktverzerrungen liegt, wie es Denny Ohnesorge vom Hauptverband der Deutschen Holzindustrie formuliert. Die Nachfrage im Bau sei im Inland wie im Ausland hoch, große Mengen gehen in die USA.

Durch Corona sprang zudem die Nachfrage im "Do it yourself"-Bereich an, also vor allem in den Baumärkten. Das Bauholz verteuerte sich im Mai 2021 im Vergleich zum Vorjahresmonat laut Holzwirtschaftsrat um 38,4 Prozent. Bis Ende des Jahres erwartet Ohnesorge eine leichte Entspannung der Situation.

Stahl

Bei Europas größtem Stahlhersteller Thyssenkrupp ist von einem "Stahlengpass in Europa" die Rede. Die Folge: Stahl wurde deutlich teurer. Der steile Preisanstieg habe "selbst unsere sehr optimistischen Erwartungen übertroffen", sagt David Varga vom Bankhaus Metzler. Die höheren Stahlpreise treffen nicht nur den Bau, die Autoindustrie oder den Maschinenbau. Auch relativ simple Produkte wie Konservendosen verteuerten sich kräftig.

Glas

Weißblech für Dosen ist nicht das einzige Verpackungsmaterial, das teurer geworden ist. Es gebe einen klaren Verbrauchertrend weg vom Kunststoff und zurück zum Glas, und so seien auch die Kosten für Konserven- und Marmeladengläser gestiegen, heißt es beim Branchenverband BOGK.

Müssen die Verbraucher sich also auf höhere Preise einstellen? Die Antwort bei den Konservenproduzenten ist eindeutig: Allein könnten die Lebensmittelverarbeiter die steigenden Kosten nicht auffangen, denn durch die Corona-Krise seien die finanziellen Reserven aufgebraucht. Es sei daher schwer vorstellbar, dass sich die "Verwerfungen am Ende nicht auch auf die Verbraucherpreise auswirken werden".

Kautschuk

Auch bei Autoreifen müssen sich Verbraucher auf höhere Kosten einstellen, warnte kürzlich der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV). Man gehe davon aus, dass es in den kommenden Monaten, etwa beim Umrüsten auf Winterreifen, zu "spürbaren Preiserhöhungen" in allen Segmenten komme. Denn die Kosten für Rohstoffe, Energie und Logistik seien gestiegen.

Plastik

Hersteller von Plastikverpackungen berichten von Materialknappheit und höheren Kosten wegen Corona-Störungen im Welthandel und wegen Folgen höherer Gewalt. Die Preise für Rohstoffe hätten seit Januar stark angezogen - bei weit verbreiteten Kunststoffen, den Polyolefinen, um bis zu 80 Prozent. Es geht zum Beispiel um Plastiktüten, Lebensmittelschachteln und Folien.

Interview

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