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Schiff blockiert Suezkanal - Der Puls der Weltwirtschaft stockt

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Ein Containerschiff ist im Suezkanal havariert und steckt fest. Riesige Staus sind auf der Wasserstraße die Folge. Das könnte sich auf globale Lieferketten auswirken.

Der Suez-Kanal ist eine der wichtigsten Verbindungen zwischen Europa und Asien. Die anhaltende Blockierung kostet die Wirtschaft Milliarden – mittlerweile stauen sich bereits 150 Schiffe

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Ein Sandsturm, schlechte Sicht und eine wässrige Einbahnstraße inmitten der Wüste. Mehr braucht es nicht, um Teile der Weltwirtschaft in Atem zu halten.

Wie ein Wal ist der Containerfrachter "Ever Given" im Suezkanal gestrandet und verstopft nun eine der Pulsadern der globalen Wirtschaft.

Bagger beißen aus den Ufern des Kanals Stücke heraus; Schlepper zerren mit der ganzen Kraft ihrer Dieselmotoren an dem Ungetüm, um es wieder flott zu kriegen. Bislang ohne Erfolg.

Suezkanal: Stau von 100 Containerschiffen

Deswegen hat sich Agenturen zu Folge ein Stau von 100 Containerschiffen südlich und nördlich der Unglücksstelle gebildet.

Das blockiert einen nicht unbeträchtlichen Teil des Welthandels: Laut Handelsexperten passieren 10 bis 15 Prozent des globalen Containerfracht-Schiffsverkehrs auf ihren Routen den Suezkanal. 19.000 Schiffe sind es jährlich, die die 200 Kilometer lange Abkürzung zwischen rotem Meer und Mittelmeer nutzen.

Seit Dienstag blockiert ein Containerschiff den Suezkanal. Das hat weitreichende Folgen. Was der Stau an Schiffen für die Weltwirtschaft bedeutet, weiß Frank Bethmann.

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6.000 Kilometer Umweg ohne Abkürzung durch Suezkanal

Insgesamt haben sie die unvorstellbare Menge von einer Milliarde Tonnen Fracht geladen. Das sind die Angaben der Suez Canal Authority. Und die sollte es wissen. Sie kassiert nämlich die Mautgebühren für die jede Durchfahrt.

Rund eine viertel Million Euro lassen sich die Reeder das jeweils kosten. Auch sie wissen, warum. Denn die Alternative Route würde die Schiffe einmal um Afrika herumführen - eine Strecke von rund 6.000 Kilometern.

Plusminus zehn Tage länger sind die Schiffe unterwegs, wenn sie den Schlenker um das Kap der guten Hoffnung machen.

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Achillesverse für die Weltwirtschaft

Dieser Umstand und seine geografische Lage machen den Suezkanal in zweifacher Hinsicht zu einer Achillesverse für die Weltwirtschaft: Zum einen fließt viel Öl aus dem Nahen beziehungsweise Mittleren Osten in den Bäuchen von Supertankern durch den Suezkanal, um nach Europa und Nordamerika zu gelangen.

Zum anderen sind es Millionen von Containern, vollgestopft mit Waren und Vorprodukten auch für die hiesige Wirtschaft und Verbraucher. Die Volkswirtin Gabriele Widmann von der Deka Bank zählt auf:

Es fängt an bei Plüschtieren, geht über Handys, Drucker und andere elektronische Geräte. In den Schiffscontainern sind Maschinen drin, Kleidung oder Möbel. Sogar Autos passieren auf speziellen Frachtern den Suezkanal.

Lieferketten-Probleme könnten sich auf Deutschland auswirken

Für Deutschland rechnen Volkswirte mit einem Anteil von 8 bis 9 Prozent aller Ex- und Importe, die den Suezkanal passieren.

Insbesondere Geschäfte mit dem wichtigsten Handelspartner Deutschlands sind betroffen: Aus und nach China werden rund zwei Drittel aller Waren per Schiff und durch den Kanal transportiert.

IfW-Handelsexperte Vincent Stamer bringt es gegenüber ZDFheute auf den Punkt:

Wenn diese Havarie innerhalb der nächsten Tage nicht behoben und Schiffe nicht mehr durch den Suezkanal fahren können, kann das durchaus zu Problemen auch in Lieferketten in Deutschland führen.

Nach seinen Berechnungen fahren fast alle Schiffe zwischen China und Deutschland durch den Suezkanal.

Wir begleiten Matthias Auch beim Verladen der Frachter in Bremerhaven.

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Ölpreise schwanken wegen der Havarie

Der Stau der Kolosse im Kanal hat an den Finanzmärkten einiges in Bewegung gebracht: Am Mittwoch kletterte der Ölpreis deutlich, ein Fass (Barrel) der Nordseesorte Brent verteuerte sich um über sechs Prozent. Denn es fließt eben auch ein großer Teil an Energie für den Welthandel durch die Wasserstraße.

Mittlerweile hat sich die Lage am Ölmarkt wieder etwas entspannt, der Preis für die wichtigsten Sorten des Schmierstoffes der Weltwirtschaft ist am Donnerstag wieder etwas gefallen.

Offenbar rechnet man damit, dass das Schiff bald wieder flott ist. Dann kann der nie endende Strom an Containern und Tankern sich wieder durch eines der Nadelöhre der Weltwirtschaft zwängen.

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