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Marktbericht des Bauernverbands - Landwirte blicken angespannt ins neue Jahr

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Gegessen und getrunken wird natürlich auch in der Pandemie. Doch für die Ernährungsbranche und die Bauern gibt es einige Turbulenzen. Ein Überblick.

Schweine in einem Stall (Archivfoto vom 21.08.2018)
Durch die Coronapandemie ist ein Stau in deutschen Schlachthöfen entstanden.
Quelle: dpa

Viele Landwirte blicken angespannt ins neue Jahr. In zahlreichen Betrieben gebe es eine sehr schwierige wirtschaftliche Situation, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied.

Viele sehen ihre Zukunft gefährdet und haben wichtige Investitionen aufgeschoben.
Joachim Rukwied, Bauernpräsident

Corona und Krisenmaßnahmen wie die Schließung von Gaststätten und Kantinen bekamen auch Landwirte zu spüren, wie aus einem neuen Marktbericht des Bauernverbands hervorgeht - etwa mit Verschiebungen weg von der Gastronomie und hin zu den Supermärkten. Ein Überblick:

Schweinefleisch:

  • Preise auf 1,19 Euro pro Kilo gefallen
  • Schlacht-Stau verschlimmert sich über die Feiertage
  • Export nach Asien abgebrochen

So hervorragend 2020 für Ferkelerzeuger und Schweinemäster begonnen habe, so niederschmetternd gehe es nun zu Ende, erläutern die Branchenexperten. Anfangs gab es noch "Spitzenpreise" von mehr als 2 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht dank eines Nachfragebooms aus China wegen der dort kursierenden Afrikanischen Schweinepest. Mit der Corona-Krise habe aber "ein frustrierender Preisverfall" eingesetzt.

Dazu kommt ein immer noch bestehender "Schweinestau" wegen mehrerer Corona-Ausbrüche in großen Schlachtbetrieben. Vor Weihnachten sind es laut Marktbericht nun 670.000 Schweine, die eigentlich geschlachtet werden müssten - über die Feiertagspause dürften es noch mehr werden.

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Getreide:

  • Ernte fiel kleiner aus
  • Höhere Preise in Aussicht

Die Getreideernte 2020 fiel mit 43,2 Millionen Tonnen etwas kleiner aus als im Vorjahr, ebenso die Ernte in der EU. Es seien aber höhere Preise in Sicht. So seien Anfang Dezember für eine Tonne Brotweizen 187 Euro zu erzielen gewesen, etwa 15 Prozent mehr als zum Vorjahreszeitpunkt.

Milch:

  • Preise niedriger als erhofft

Im Jahresmittel lag der Erzeugerpreis im bundesweiten Schnitt bei 32,4 Cent pro Kilogramm Milch - leicht unter dem langjährigen Mittel und enttäuschender als zwischenzeitlich erhofft.

Obst und Gemüse:

  • Wachsender Pro-Kopf-Verbrauch
  • Spargel in der Krise

Die Nachfrage legte hier im Pandemie-Jahr 2020 zu, wie es im Marktbericht heißt. Bei Gemüse stieg der Pro-Kopf-Verbrauch um 2,6 Prozent auf 98,7 Kilo, bei Obst um 1,7 Prozent auf 105,1 Kilo.

Häufiger griffen Verbraucher demnach besonders bei Äpfeln, Bananen und Zitronen zu. Bei heimischem Spargel sank die Erntemenge um 29 Prozent - bei Erntebeginn gab es zuerst Probleme bei der Einreise ausländischer Saisonarbeiter unter verschärften Corona-Regeln.

Die Weltbevölkerung wächst - und mit ihr der Druck, billige Nahrungsmittel bereitzustellen. Unerbittliche Produktivität in der industrialisierten Landwirtschaft ist die Folge. Unumgänglich?

Beitragslänge:
43 min
Datum:

Rindfleisch

  • Niedrige Preise trotz hoher Nachfrage
  • Schlacht-Engpässe wegen Coronapandemie

Die höhere Nachfrage in Supermärkten habe Rückgänge durch die Schließung von Cafés, Restaurants und Mensen nicht vollständig ausgleichen können, erläutern die Branchenexperten. Der Pro-Kopf-Verzehr von Rindfleisch sei mit durchschnittlich 9,5 Kilo im vergangenen Jahr stabil geblieben.

Bioprodukte

  • Biomarkt wächst weiter
  • Wachstum um fast 20 Prozent

Der Ökolandbau legt in Deutschland schrittweise zu - die Nachfrage sowieso. Der deutsche Bio-Markt sei in diesem Jahr wohl um fast 20 Prozent auf mehr als 14 Milliarden Euro gewachsen.

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