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Welche Folgen die Schweinepest für Bauern hat

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Chinas Importverbot - Welche Folgen die Schweinepest für Bauern hat

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Die Bauern werden unter den finanziellen Folgen der Afrikanischen Schweinepest leiden, besonders unter Chinas Importstopp: Ein Überblick über den so wichtigen Markt in Fernost.

Mit den bestätigten Infektionen ist für die deutschen Schweinehalter der seit Langem befürchtete Ernstfall eingetreten.

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In Deutschland gibt es weitere Fälle der Afrikanischen Schweinepest. Die Fleischindustrie ist deswegen in großer Sorge. Besonders das chinesische Importverbot für deutsches Schweinefleisch ist ein Problem - mit immensen finanziellen Auswirkungen.

Denn China ist der größte Kunde deutscher Schweinezüchter: Von Januar bis Juni 2020 lieferten sie rund 233.000 Tonnen Schweinefleisch in die Volksrepublik. Das entspricht mehr als einem Viertel der deutschen Gesamtausfuhr (etwa 871.000 Tonnen) in diesem Zeitraum.

Der Wert dieser Ausfuhren lag bei etwa 2,4 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Schnitt entspricht das einer monatlichen Ausfuhr von rund 39.000 Tonnen pro Monat im ersten Halbjahr 2020.

Chinas Hunger nach Schweinefleisch erhöht Nachfrage

Im Vergleich dazu lagen die Exporte im ersten Halbjahr 2019 pro Monat im Schnitt bei rund 19.000 Tonnen. Dies entsprach etwa einem Achtel des deutschen Gesamtvolumens. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum haben sich die Exporte nach China im ersten Halbjahr 2020 demnach mehr als verdoppelt. Das dürfte vor allem daran liegen, dass China Anfang 2020 die Importzölle auf Schweinefleisch gesenkt hatte.

Grund dafür war der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in dem Land selbst. Unzählige Tiere wurden wegen der Seuche getötet. Um die immense Nachfrage nach Schweinefleisch, das in China am meisten konsumierte Fleisch, zu befriedigen, erhöhte China seine Importe. Das hatte einen preistreibenden Effekt, von dem auch die deutschen Fleischerzeuger profitierten. Die Corona-Krise sorgte ab März allerdings für einen heftigen Einbruch der Fleischpreise. Die Afrikanische Schweinepest hierzulande dürfte für einen weiteren sorgen.

Nachdem auch in Deutschland der erste Fall der Afrikanischen Schweinepest bestätigt worden war, hatten die Behörden in Peking mitgeteilt, dass es verboten sei, "Schweine, Wildschweine und daraus hergestellte Produkte direkt oder indirekt aus Deutschland einzuführen". Der seit 2017 wachsende chinesische Exportmarkt bricht somit weg, was wiederum zu fallenden Fleischpreisen führen dürfte.

 

China importiert Großteil an "Schlachtabfall"

Das chinesische Importverbot trifft zudem eine besondere Sparte der Fleischindustrie: den Markt für Schlachtnebenerzeugnisse. Vieles, was in Deutschland und Europa als "Schlachtabfall" entsorgt werden müsste, wird in China verzehrt oder als wertvoller Rohstoff weiter verarbeitet.

Deutschlands Exportvolumen für diese Produkte lag 2019 bei rund 244.000 Tonnen und einem Wert von rund 644 Millionen Euro. Bricht dieser Markt weg, könnte das für die deutsche Fleischindustrie doppelt bitter werden, denn dadurch entfielen nicht nur Gewinne - es würden auch noch Kosten für die Entsorgung entstehen.

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