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Urteil in den Niederlanden - Shell muss Umweltschäden in Nigeria bezahlen

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Ein Gericht in Den Haag hat geurteilt, dass der Ölgigant Shell Entschädigungen wegen ausgelaufenem Öl und Umweltschäden in Nigeria zahlen muss. Vor 13 Jahren hatten Bauern geklagt.

Archiv: Das Konzernprojekt von Shell Petroleum mit der nigerianischen Regierung setzt den Bau eines Flüssigerdgasterminals in der Nähe von Port Harcourt, Nigeria, am 30. März 1998 fort.
Das Ölgeschäft beschert manchen in Nigeria großen Reichtum - andere haben vor allem Umweltschäden (Archivbild)
Quelle: AP

Nach einem jahrelangen juristischen Tauziehen hat ein Gericht in den Niederlanden den Ölriesen Shell dazu verurteilt, wegen Umweltverschmutzungen in Nigeria Entschädigungen zu zahlen. 

Shell sei verantwortlich für die durch Öl-Lecks im Niger-Delta verursachten Umweltschäden, teilte das Berufungsgericht in Den Haag am Freitag mit. Die Höhe der Entschädigung wird noch gesondert festgelegt.

Erfolg für Bauern - 13 Jahre nach der Klageeinreichung

Geklagt hatten vier Bauern aus dem Niger-Delta, unterstützt von der Umweltschutzorganisation Milieudefensie. "Freudentränen", twitterte die Organisation am Freitag nach dem Urteil. Shell äußerte sich "enttäuscht".

Die Bauern hatten die Klage bereits 2008 eingereicht. "Nach 13 Jahren haben wir nun gewonnen", freute sich Milieudefensie. Die Bauern klagten wegen Umweltverschmutzung in ihren Dörfern Goi, Oruma und Ikot Ada Udo im Südosten Nigerias.

Bereits 2013 hatte ein niederländisches Gericht geurteilt, dass Shell für ein Öl-Leck verantwortlich sei - allerdings nicht der Mutterkonzern, sondern die nigerianische Tochter. Daher sei es nicht zuständig. Dieses Urteil kippte 2015 ein Berufungsgericht in Den Haag.

In Nigeria hat die Terrorgruppe Boko Haram nach Regierungsangaben 300 Schüler freigelassen. Die Jungen waren am Freitag aus einer Schule im Norden des Landes entführt worden.

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Shell muss nachrüsten, um zukünftige Lecks zu vermeiden

Laut Urteil vom Freitag muss Shell Nigeria nun Entschädigungen für Öl-Lecks in Goi und Oruma zahlen. Der Konzern müsse dort die Pipeline so ausrüsten, dass Lecks frühzeitig entdeckt und Umweltschäden künftig so minimiert werden können. Im Fall Ikot Ada Udo erbat sich das Gericht mehr Zeit zur Prüfung aus. Das Leck dort sei aufgrund von Sabotage entstanden.

Emere Godwin Bebe Okpabi, Vertreter der Gemeinde Ogale im Nider-Delta, sagte der Nachrichtenagentur AFP, er sei glücklich über das Urteil. Es zeige, "dass unser Volk Gerechtigkeit für Jahre der Umweltzerstörung durch Shell erreichen kann". Shell Nigeria erklärte, das Unternehmen sei nach wie vor davon überzeugt, dass die Lecks in Oruma und Goi ebenfalls die Folge von Sabotage gewesen seien.

Die Ölreserven im Niger-Delta machen Nigeria zum größten Förderer in ganz Afrika. Dennoch lebt die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung des Deltas in Armut. Durch Umweltschäden in der Region sind die bedeutendsten dortigen Wirtschaftszweige, Landwirtschaft und Fischerei, stark gefährdet.

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