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Zulieferung für Kohlebergwerk - Siemens hält an umstrittenem Adani-Deal fest

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Trotz Protesten von Klimaschützern und einem Treffen mit Fridays for Future: Siemens will wie geplant den Auftrag für die umstrittene Kohlemine in Australien umsetzen.

Proteste vor dem Siemens-Werk in Krefeld
Ein Aktivist protestiert vor dem Siemens-Werk in Krefeld gegen das Kohleminen-Projekt "Adani" in Australien.
Quelle: epa

Siemens will den Auftrag im Rahmen eines umstrittenen Kohleminen-Projekts in Australien trotz heftiger Kritik von Umweltverbänden ausführen. "Wir haben gerade unsere außerordentliche Vorstandssitzung beendet", schrieb Siemens-Chef Joe Kaeser auf Twitter. "Wir haben alle Optionen bewertet und abgeschlossen: Wir müssen unseren vertraglichen Verpflichtungen nachkommen."

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Damit liefert Siemens wie geplant Signaltechnik für eine Zugverbindung, mit der Kohle von der geplanten Kohle-Mine zum Hafen transportiert werden soll. Der Auftrag bringt Siemens 18 Millionen Euro.

Projekt der Adani Group wird seit Jahren bekämpft

Die Adani Group will in Australien eines der größten Kohlebergwerke der Welt aufbauen, das aus fünf Untertageminen und sechs Tagebaustätten bis zu 60 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr fördern soll. Das Projekt wird von Umweltschützern seit Jahren bekämpft.

Bei der Kritik an dem Projekt in Australien geht es neben dem Klimaschutz auch um den Verbrauch von Wasser, die Zerstörung von Lebensraum und den Transport der Kohle über das Great Barrier Reef, das größte Korallenriff der Welt.

Siemens will Nachhaltigkeitsgremium gründen

Kaeser schrieb auf Twitter, dass Siemens einen Nachhaltigkeitsgremium einrichten wolle, um den Umweltschutz in Zukunft stärker zu berücksichtigen. Am Freitag hatte Kaeser gesagt, die Entscheidung sei nicht einfach. Es gebe unterschiedliche Interessenlagen - von Aktionären, Kunden und auch der Gesellschaft.

Am Freitag hatte Kaeser sich auch mit der Klima-Aktivistin Luisa Neubauer getroffen und eine Entscheidung bis Montag angekündigt. Der Siemens-Chef hatte Neubauer einen Posten im Aufsichtsrat des künftigen Unternehmens Siemens Energy angeboten. Neubauer lehnte das ab und bat darum, das Angebot an einen Vertreter oder eine Vertreterin der Scientists for Future weiterzugeben. Kaeser befand daraufhin, Siemens habe genug Experten und Wissenschaftler.

Neubauer reagierte verärgert auf die Entscheidung. "Joe Kaeser macht einen unentschuldbaren Fehler", sagte sie der dpa. "Diese Entscheidung ist aus dem Jahrhundert gefallen." Statt Verantwortung für das Pariser Klimaschutz-Abkommen zu übernehmen, gefährde Siemens damit das Ziel, die Erderwärmung auf unter zwei Grad einzudämmen.

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