ZDFheute

Siemens Energy startet etwas energielos

Sie sind hier:

Börsengang in Frankfurt - Siemens Energy startet etwas energielos

Datum:

Heute startete Siemens Energy an der Frankfurter Börse. Für die meisten Aktionäre hat es sich wohl gelohnt, doch die Erwartungen waren höher.

Das Energiegeschäft des Siemens-Konzerns ist heute an die Börse gegangen. Siemens Energy startete allerdings eher verhalten, auch sonst steht das Unternehmen vor Herausforderungen.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Es war ein auffallender Börsengang in Corona-Zeiten. Endlich war wieder etwas los an der Frankfurter Börse. Rund ums Parkett tummelten sich am Morgen Herren in schwarzen Anzügen und Damen in schwarzen Kostümen, es gab Kaffee, Häppchen und Schnittchen, für die der firmeneinheitliche Mundschutz in violett abgenommen werden durfte. Ansonsten konzentrierte sich alles darauf, wofür man eigentlich aus München angereist war – auf das Debüt der Siemens-Energy-Sparte an der Frankfurter Börse. Fröhliche Gesichter zu Beginn – man hatte auf einen fulminanten Börsenstart gehofft, doch dann kam die Ernüchterung.

Berg- und Talfahrt zu Börsenbeginn

Zum Handelsstart ging es für den Börsenneuling kräftig auf und ab. Der neue Bereich, dessen Geschäft die Kohle- und Gaskraftwerke-Herstellung von Siemens sowie eine Mehrheit am Windkraftanlagenbauer Siemens-Gamesa umfasst, wird damit insgesamt mit weniger als 15 Milliarden Euro bewertet. Analysten und Investoren hatten dem Unternehmen vorher im Schnitt einen Wert von mehr als 20 Milliarden zugebilligt.

Mit Siemens Energy ist das Energiegeschäft des Siemenskonzerns nun an die Börse gegangen. Wie der Kurs für das Unternehmen startete, berichtet ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Dennoch hat sich für die meisten der Siemens-Aktionäre, ersten Zahlen zufolge, der Schritt gelohnt. Die Aktie startete am Montag zunächst mit einem Kurs von 22,01 Euro in den Xetra-Handel an der Börse in Frankfurt. Das entspricht einem Wert von rund 16 Milliarden Euro für das abgespaltene Energiegeschäft von Siemens. Danach ging es vorübergehend unter 20 Euro, bevor das Papier im Verlauf des Vormittags wieder zu Werten nahe der Erstnotiz zurückkehrte. Über ein Mehr hätte man sich gefreut, aber das liegt hier bei Bulle und Bär in der Natur der Sache – mit Bescheidenheit gibt man sich an der Börse nicht zufrieden – man freut sich immer über "mehr".

Ein Klick für den Datenschutz

Erst wenn Sie hier klicken, werden Bilder und andere Daten von Drittanbietern nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server (Facebook, Google, Instagram, Twitter, etc.) übertragen. Über den Datenschutz dieser Anbieter können Sie sich auf den jeweiligen Seiten informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in einem 'ZDF-Cookie'. Diese Zustimmung können Sie in den Einstellungen unter 'Mein ZDF' jederzeit widerrufen. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Aus zwei mach eins

Am Freitag war die lange geplante Abspaltung von Siemens Energy mit einem Eintrag ins Handelsregister vollzogen worden. Jeder Siemens-Aktionär hatte über das Wochenende pro zwei Siemens-Aktien eine Energy-Aktie ins Depot bekommen. Auf diese Weise hatte Siemens 55 Prozent von Energy verteilt. 35,1 Prozent bleiben beim Konzern, 9,9 Prozent gingen an den Siemens-Pensionsfonds.

Die Siemens-Aktionäre freut es. Denn zählt man dem Verteilungsschlüssel der neuen Papiere entsprechend den Wert einer halben Siemens-Energy-Aktie hinzu, ergibt sich rechnerisch ein Plus von rund sieben Prozent.

Der "Gemischtwarenladen" sortiert sich neu

Siemens lagert die Energiesparte und damit ein Drittel seines Konzerns aus – warum eigentlich? Zum einen wird die Abspaltung des Energiegeschäfts damit begründet, dass man sich so aufs Wesentliche konzentrieren könne, zum anderen damit, dass der konzerninterne Wettbewerb um Mittel wegfalle, heißt es aus München.

Es geht ums Geld, denn Siemens will profitabler, moderner und digitaler werden, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Das wollen die Münchner durch die Aufspaltung einzelner Teilbereiche erreichen. Siemens-Energy-Chef Christian Bruch lobt die nun einkehrende, unternehmerische Flexibilität, um den Umbruch auf dem weltweiten Energiemarkt mitgestalten zu können.

Siemens spaltet sein Energiegeschäft ab. Dem haben heute die Aktionäre auf der außerordentlichen Hauptversammlung zugestimmt. Siemens-Chef Joe Kaeser sprach von einem historischen Tag und kündigte an, in Zukunft keine Kohlekraftwerke mehr bauen zu wollen.

Beitragslänge:
4 min
Datum:

Quo vadis, "Siemensianer"?

Die Mitarbeiter von Siemens sehen die Abspaltung grundsätzlich positiv. Es sei ein Weg, technisch und strukturell die Weichen für die Zukunft zu stellen, heißt es von Arbeitnehmerseite. Dennoch ist der Konzernumbau für die mehr als 90.000 Siemens-Energy-Mitarbeiter weltweit ein Kraftakt. Der weltweite Energiesektor ist im Umbruch. Der Konzern ist zwar breit aufgestellt, von Windkraft bis zu Turbinen für Gas- und Kohlekraftwerke bedient Siemens fast alle Bereiche zum Thema Energie – aber die Zeiten und der Wettbewerb fordern Siemens einiges ab. Der Kostendruck ist enorm.

Siemens-Standorte könnten geschlossen werden, ein weiterer Kahlschlag beim Personal ist im Gespräch. Wie viele Mitarbeiter es treffen könnte, kann und will derzeit keiner sagen. Aus München heißt es, das Unternehmen würde sich mit den Betriebsräten und der IG Metall zukunftsfest aufstellen. Ein Umbau, der viel Zeit kostet.

Zurück zum Alltag an der Börse

Und am Frankfurter Börsenparkett? Da war rund eine Stunde nach dem schillernden Börsengang von Siemens-Energy schon wieder Ruhe eingekehrt und alles beim Alten – als sei nichts passiert. Kehraus und Alltag bei Bulle und Bär. Die Herren und Damen in schwarz mit violettem Mundschutz waren wieder verschwunden. Die Börsianer gingen ihren gewohnten Diensten nach und freuen sich heute über aktuell mehr als 2,5 Prozent Plus beim Dax.

Sina Mainitz ist ZDF-Redakteurin im Team Wirtschaft und Finanzen.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.