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Ex-SPD-Chef - Gabriel für Aufsichtsrat der Deutschen Bank nominiert

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Die Nominierung von Sigmar Gabriel als neues Mitglied des Aufsichtsrats der Deutschen Bank kommt selbst für Experten überraschend. Gabriel soll Jürg Zeltner folgen.

Sigmar Gabriel
Von 2009 bis 2017 war Sigmar Gabriel SPD-Chef. Zwischen 2013 und 2018 war er Vize-Kanzler und Minister in verschiedenen Ressorts.
Quelle: dpa

Der ehemalige deutsche Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) wurde für den Aufsichtsrats der Deutschen Bank nominiert. Das erklärte das Geldhaus am Freitag in einer Pressemitteilung.

Transatlantik-Verbindung von Gabriel hervorgehoben

Demnach soll sich Gabriel bei der nächsten Hauptversammlung am 20. Mai den Aktionären zur Wahl stellen. "Wir freuen uns sehr, mit Sigmar Gabriel einen überzeugten Europäer und Transatlantiker für den Aufsichtsrat der Deutschen Bank gewinnen zu können", erklärte Aufsichtsratschef Paul Achleitner.

"Sigmar Gabriel bringt Führungserfahrung mit, war als niedersächsischer Ministerpräsident auch im Aufsichtsrat von VW, von 2005 bis 2009 Mitglied im Verwaltungsrat der KfW", sagt ZDF-Börsenexpertin Stephanie Barrett. Er habe also auch gewisse Bankenerfahrung, als Vorsitzender der Atlantikbrücke könne er die Deutsche Bank bei der Imagepflege mit den USA unterstützen.

Zudem kann der Sozialdemokrat Gabriel der Deutschen Bank ein sozialeres Image verpassen, die SPD ist noch nicht so stark vertreten.
Stephanie Barrett, ZDF-Börsenexpertin

Gabriel will Beitrag für Zukunft der Bank leisten

Gabriel soll auf Jürg Zeltner folgen, der sein Mandat Ende des vergangenen Jahres niedergelegt hat. Zeltner wurde erst im Sommer in das Gremium berufen, die Finanzaufsicht lehnte ihn aber wegen Interessenkonflikten ab.

"Mit einer nun klaren Strategie und ihrem starken Führungsteam hat die Deutsche Bank als eine der wichtigsten Finanzinstitutionen in Europa die Chance und die Verantwortung, die Zukunft der deutschen und europäischen Wirtschaft mitzugestalten. Dazu möchte ich einen Beitrag leisten", erklärte Gabriel laut Pressemitteilung der Bank.

Keine rechtlichen Probleme zu erwarten

Mit rechtlichen Problemen muss Gabriel bei einem Wechsel in die Wirtschaft nicht rechnen: Das Bundesministergesetz sieht lediglich vor, dass Mitglieder der Bundesregierung "innerhalb der ersten 18 Monate nach ihrem Ausscheiden aus dem Amt eine Erwerbstätigkeit oder sonstige Beschäftigung außerhalb des öffentlichen Dienstes" anzeigen müssen. Gabriel war zuletzt im März 2018 als Außenminister tätig.

Gabriel ist nicht der erste hochrangige Ex-Politiker, der nach seiner politischen Tätigkeit in die Wirtschaft wechselt. Sein Parteigenosse Gerhard Schröder übernahm nach seinem Abschied aus dem Kanzleramt 2005 unter anderem den Aufsichtsrats-Vorsitz bei der vom russischen Konzern Gazprom dominierten Ostsee-Pipeline-Betreiber Nord Stream AG.

Die frühere CDU-Politikerin Hildegard Müller führt inzwischen den Verband der Automobilindustrie (VDA). Auch frühere Spitzenpolitiker von Grünen und FDP sind in die Wirtschaft und zu Lobbyistenvertretungen gewechselt.

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