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Wirtschaftsstandort - Familienunternehmen: Deutschland unattraktiv

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Hohe Unternehmenssteuern und Arbeitskosten: Familienunternehmen kritisieren den Standort Deutschland als weniger attraktiv. Dazu haben sie eine Studie in Auftrag gegeben.

Mitarbeiter des Jungheindrich-Werks in Norderstedt fertigen Gabelstapler.
Produktion im Jungheinrich-Werk in Norderstedt (Symbolbild).
Quelle: dpa

Der Standort Deutschland verliert einer Studie zufolge für Familienunternehmen im internationalen Vergleich deutlich an Attraktivität. Von 21 untersuchten Industrienationen ist Deutschland gegenüber 2018 um drei Plätze auf den 17. Rang abgerutscht - und liegt damit so schlecht wie noch nie.

Das geht aus einer Studie des Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW hervor, die die Stiftung Familienunternehmen in Auftrag gegeben hat und die der Nachrichtenagentur Reuters am Montag vorlag.

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Studie zu Wirtschaftswachstum -
Experten erwarten 2021 kräftiges Plus
 

2020 hatte die Wirtschaft zu kämpfen. Doch nun soll es aufwärts gehen: Eine Studie prophezeit für 2021 ein kräftiges Wachstum. Die Branchen sollen aber unterschiedlich profitieren.

USA belegen laut ZEW den Spitzenplatz

Ganz vorne liegen die USA gefolgt von Großbritannien und den Niederlanden. Rainer Kirchdörfer aus dem Vorstand der Stiftung Familienunternehmen sagte:

Die Ergebnisse müssen aufrütteln.
Rainer Kirchdörfer, Vorstand Stiftung Familienunternehmen

"In den vergangenen Jahren haben wir uns sehr stark auf die Verteilung des Wohlstands konzentriert. Jetzt kommt es dringend darauf an, Deutschland wettbewerbsfähiger zu machen." Er verwies auf vergleichsweise hohe Steuern und Energiekosten sowie eine oft unzureichende Infrastruktur.

Als große Stärke des Standorts Deutschland gilt die finanzielle Stabilität von Staat und Privatwirtschaft sowie die damit verbundenen günstigen Finanzierungsbedingungen.

Deutschland: Beispielloser Absturz

Die im Mittelstand stark vertretenen Familienunternehmen lassen den Länderindex seit 2006 ermitteln. Seitdem fiel Deutschland um fünf Plätze zurück. Schlechter hat sich kein anderer untersuchter Standort in diesem Zeitraum entwickelt.

Immer weiter nach vorne gearbeitet haben sich dagegen vor allem die Niederlande, Polen, Tschechien und die USA. Untersucht wurden dabei stets Standortfaktoren wie Steuern, Arbeitskosten, Produktivität, Regulierung, Finanzierung, Infrastruktur und Energie.

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Das Steuersystem schneidet in der Studie schlecht ab

Besonders schlecht ist aus Sicht der Forscher das Steuersystem für die Wirtschaft. Hier liegt Deutschland mit Rang 20 auf dem vorletzten Platz. Nur Japan schneidet noch schlechter ab.

Andere Staaten wie die USA, Frankreich und Belgien hätten ihre Wettbewerbsposition durch Steuersenkungen verbessert, so die Studie. Eine grundlegende Steuerreform sei in Deutschland daher unerlässlich.

Digitale Infrastruktur häufig unzureichend

Im Mittelfeld liegt Deutschland bei der Regulierung, die unter anderem das Ausmaß an Bürokratie misst. Bei der Infrastruktur schneidet Deutschland leicht überdurchschnittlich ab, muss aber den stärksten Verlust hinnehmen. Vor allem die digitale Infrastruktur gilt als unzureichend.

Führend ist Deutschland in der Kategorie "Finanzierung". Positiv fällt dabei ins Gewicht, dass sowohl öffentliche als auch private Verschuldung gering sind. Die Schlusslichter bilden hier hoch verschuldete Länder wie Italien, Portugal, Spanien und Frankreich.

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