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Steigende Rohstoffpreise - Angst vor steigender Inflation

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In vielen Bereichen ziehen die Rohstoffpreise drastisch an. Sollte daraus ein längerfristiger Trend erwachsen, könnten am Ende auch die Verbraucherpreise anziehen.

Baumstämme liegen auf einem Güterzug, aufgenommen am 26.05.2020
Holz ist in den vergangenen Monaten immer teurer geworden.
Quelle: dpa

Dass der Traum vom eigenen Haus für Normalverdiener kaum noch zu verwirklichen ist, daran hat man sich ja inzwischen schon gewöhnt. Zumindest in den Ballungsregionen steigen die Preise von Jahr zu Jahr. Nicht nur bezahlbare Grundstücke, auch Handwerker sind immer schwieriger zu finden.

Und nun ziehen auch noch die Preise für Baumaterialien deutlich an. So meldete das statistische Bundesamt für Nadelschnittholz (Dachlatten und Bauholz) einen Preisanstieg um mehr als ein Fünftel im Vergleich zu März 2020. Daneben sind offenbar auch Kunststoffe, Kupfer und Dämmstoffe inzwischen knapp.

Der Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft warnt:

Wir müssen davon ausgehen, dass sich die Materialversorgung in den nächsten Wochen leider nicht normalisieren wird.
Marcus Nachbauer, Vorsitzender Bundesvereinigung Bauwirtschaft

Doch nicht nur die Bauindustrie leidet unter Rohstoffmangel und steigenden Preisen. In 45 Prozent der deutschen Industriebetriebe fehle es an Teilen oder Materialien, wie eine Umfrage des Münchner Ifo-Instituts zuletzt ergeben hat. Besonders stark leiden die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren, wo 71,2 Prozent von Problemen berichten.

Die Corona-Krise macht sich auch auf dem Baumarkt bemerkbar. Lieferengpässe bestimmen den Markt, die Folge: Die Preise für Holz, Stahl und Dämmstoffe sind enorm gestiegen.

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Seit 30 Jahren fragt das Institut alle drei Monate nach Teile- oder Materialienmangel - doch noch nie war der Anteil betroffener Firmen auch nur annähernd so hoch. "Dieser neue Flaschenhals könnte die Erholung der Industrie gefährden", warnte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

Probleme auch in der Autoindustrie

In der für Deutschland so wichtigen Automobilindustrie kam es bereits zu Kurzarbeit und stehenden Bändern. Hier besteht das Hauptproblem im Mangel an Chips und elektronischen Bauteilen. "Weiterhin bleiben die Lieferengpässe bei Halbleitern ein Hindernis für einen stärkeren Hochlauf der Produktion" heißt es vom Verband der Automobilindustrie (VDA).

Mikrochips sind inzwischen unentbehrlich bei der Herstellung von Autos. Weil es bei denen jedoch Lieferengpässe gibt, stehen bei einigen Autokonzernen die Fließbänder still.

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Und auch der Preisschub bei verschiedenen Metallen wie Stahl, Rhodium oder Palladium verteuert die Autoherstellung. So rechnet BMW-Finanzchef Nicolas Peter mit zusätzlichen Belastungen wegen steigender Rohstoffpreise zwischen 500 Millionen und einer Milliarde Euro für das Gesamtjahr.

Bank of America warnt vor Hyperinflation

Steigende Rohstoffpreise könnten am Ende für Verbraucher so manche Produkte teurer machen. Ob das so kommt, hängt wohl vor allem daran, wie lange der Rohstoffmangel anhalten und wie stark die Weltwirtschaft nach der Krise an Fahrt aufnehmen wird.

Die Bank of America ist bereits vorgeprescht und warnt vor einer "vorübergehenden Hyperinflation". Andere Experten sind da gelassener und sehen aktuell nur temporäre Effekte. In jedem Fall aber lohnt es sich, beim Thema Inflation wachsam zu bleiben. Denn oft bedingt das eine das andere, und Ketteneffekte könnten am Ende in vielen Bereichen das Leben teurer machen.

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