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Homeoffice, Freibeträge etc. - Steuererklärung 2020: Das sind die Neuerungen

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Durch das Kurzarbeitergeld müssen in diesem Jahr mehr Menschen die Steuererklärung machen als sonst. Welche Neuerungen es bei Freibeträgen oder Homeoffice gibt, lesen Sie hier.

Ausfüllen einer Einkommenssteuererklärung
Bei der Steuererklärung 2020 gelten unter anderem neue Freibeträge.
Quelle: picture alliance / Flashpic

Im Corona-Jahr 2020 war einiges anders als sonst. Das gilt auch für die Steuererklärung. Doch die Mühe könnte sich lohnen. Denn für viele Steuerpflichtige ist eine Erstattung drin.

Frist für die Abgabe ist der 2. August 2021, eine Besonderheit in diesem Jahr, weil der 31. Juli auf einen Samstag fällt. Diese Frist gilt aber nur für diejenigen, die eine Steuererklärung abgeben müssen.

Wer ist zur Abgabe verpflichtet?

Das sind in diesem Jahr mehr Steuerzahler als üblich. Neben Freiberuflern, Selbständigen und Gewerbetreibenden sind das auch diejenigen, die mehr als 410 Euro Lohnersatzleistungen bekommen haben, also Kurzarbeiter-, Eltern-, Arbeitslosen- oder Insolvenzgeld. Außerdem gilt das für diejenigen, die nebeneinander mehrere Arbeitgeber hatten.

Es trifft aber auch Ehegatten, wenn einer nach Steuerklasse V oder VI veranlagt wird oder wenn beide Partner die Steuerklasse IV gewählt haben. Bittet man einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein um Unterstützung, dann hat man bis Ende Februar 2022 Zeit zur Einreichung.

Corona treffe alle gleich, heißt es zuweilen. Doch Berechnungen zeigen: Die unteren Einkommen haben erheblich höhere Einbußen. Auch durch das Kurzarbeitergeld hat sich die Einkommenssituation bei Millionen Menschen verschärft.

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Was ist bei Homeoffice zu beachten?

Arbeitnehmer, die wegen Corona von zu Hause arbeiten mussten, können bis zu 600 Euro Homeoffice-Pauschale geltend machen - 5 Euro je Tag für höchstens 120 Tage im Jahr. Für Tage, an denen man doch zum eigentlichen Arbeitsplatz gefahren ist"selbst wenn es nur zum Postholen geschah", gibt es keine Homeoffice-Pauschale, erklärt der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine.

Für diese Tage kann man aber die Pendlerpauschale ansetzen mit 30 Cent je Kilometer der einfachen Entfernung zum Betrieb. Die Homeoffice-Pauschale lohnt sich aber nicht für alle. Denn sie wird auf die Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro angerechnet. Liegt der Betrag inklusive Homeoffice-Pauschale darunter, bringt sie nichts. Für alle, die darüber liegen, winkt eine höhere Entlastung.

Archiv: Eine Frau arbeitet am 26.07.2020 in ihrem zuhause an einem Tisch sitzend mit einem  Laptop

Tipps für die Steuererklärung - Was im Homeoffice abgesetzt werden kann 

Homeoffice boomt, kann aber auch Kosten verursachen. Steuerberaterin Elisa Lutz empfiehlt Rechnungen gut aufzuheben, denn die Steuerregelungen werden gerade angepasst.

Was gilt für Kurzarbeit?

Arbeitnehmer, die 2020 mehr als 410 Euro Lohnersatz erhalten haben, müssen eine Steuererklärung abgeben. Das dürfte in diesem Jahr mehr Steuerpflichtige treffen als sonst. Kurzarbeitergeld ist zwar eigentlich steuerfrei. Doch werden die Einkünfte aus dem Kurzarbeitergeld addiert zum Gesamteinkommen. Dadurch kann dann der sogenannte "Progressionsvorbehalt" steigen.

Zunächst werden die Arbeitnehmer vom Arbeitgeber mit einem niedrigen Steuersatz veranlagt. Tatsächlich liegt das Einkommen aber durch das Kurzarbeitergeld höher.

Da der Progressionsvorbehalt nicht bereits beim Lohnsteuerabzug durch den Arbeitgeber berücksichtigt werden kann, sondern erst bei der Veranlagung durch das Finanzamt, kann es zu Steuernachforderungen kommen,

heißt es etwa beim Hessischen Ministerium der Finanzen.

Ob das so geschieht, hängt von den persönlichen Einkommensverhältnissen ab - etwa von der Steuerklasse oder der Steuerklassenkombination der Ehegatten oder Lebenspartner oder zum Beispiel von der Höhe der Aufwendungen für die Altersvorsorge. Hier gilt es also, genau zu rechnen. In diesem Fall lohnt sich vielleicht auch externe Hilfe - Arbeitnehmer und Rentner können diese kostenlos über einen Lohnsteuerhilfeverein erhalten.

Durch pandemiebedingte Kurzarbeit schwinden die ohnehin schon geringen Einnahmen vieler Familien. Kinder wachsen dadurch verstärkt in Armut auf. Zusätzliche Kosten für die Verpflegung zu Hause fallen an. Auch an Ausstattung für Homeschooling mangelt es.

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Wie hoch liegen diesmal die Freibeträge?

Alleinerziehende erhalten zusätzlich zum bisherigen Freibetrag von 1.908 Euro noch 2.100, also insgesamt 4.008 Euro. Der sei bei vielen in der Gehaltsabrechnung im letzten Jahr noch nicht berücksichtigt worden, heißt es beim Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine in Berlin. Sie können also dann auf eine Steuererstattung hoffen. Auch der Kinderfreibetrag ist um 192 Euro gestiegen. Außerdem fallen bis zu einem Bruttoeinkommen von 9.408 Euro gar keine Steuern an, der steuerliche Grundfreibetrag liegt damit um 240 Euro höher als für 2019.

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