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Steuerschätzung - Kräftiges Plus für Staatskassen bis 2025

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Trotz anhaltender Corona-Krise: Bund, Länder und Kommunen können in den kommenden Jahren mit deutlich mehr Steuereinnahmen rechnen als zuletzt gedacht.

Euromünzen
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Quelle: Imago

Gute Nachrichten für die Ampel-Parteien in einer schwierigen Phase der Koalitionsverhandlungen: SPD, Grüne und FDP können voraussichtlich mehr Steuereinnahmen verplanen als gedacht.

Die Steuerschätzer gehen davon aus, dass bis 2025 rund 179 Milliarden Euro mehr in die Kassen von Bund, Ländern und Kommunen fließen, als noch im Mai vorhergesagt wurde. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) erklärte:

Die nächste Bundesregierung kann auf einer soliden Haushalts- und Finanzpolitik aufbauen.

2021 und 2025 jährlich über 14 Milliarden Euro für Bundeshaushalt

Allein der Bund wird der Experten-Prognose zufolge im kommenden Jahr 11,7 Milliarden Euro mehr einnehmen, als man zunächst erwartete.

Insgesamt können dann 305,4 Milliarden verplant werden. In den Folgejahren soll es ähnlich gut weitergehen: Zwischen 2021 und 2025 werden pro Jahr im Durchschnitt mehr als 14 Milliarden Euro zusätzlich in den Bundeshaushalt fließen. Bei den Ländern fällt das Plus sogar noch höher aus.

Die globale Mindeststeuer von 15 Prozent, auf die sich die G20-Länder im Juli geeinigt haben, bringt für Deutschland offenbar weitaus weniger Einnahmen als vom Bundesfinanzministerium angekündigt, so Berechnungen im Auftrag von frontal.

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Erholung gedämpft durch Lieferengpässe und Corona-Folgen

Grund für den Optimismus gibt vor allem der erwartete wirtschaftliche Aufschwung nach Ende des Pandemie-Tiefs. Gedämpft durch Lieferengpässe und Corona-Folgen kommt die Erholung zwar nicht so voran, wie die Bundesregierung zunächst erwartet hatte. Im kommenden Jahr wird die Wirtschaft laut Herbstprognose aber deutlich an Fahrt gewinnen.

Auch die Wirtschaftsweisen, Berater der Bundesregierung, rechnen damit, dass privater Konsum und Industrieproduktion sich dann wieder normalisieren.

Wegen der Pandemie schwingt bei den Steuerschätzungen seit dem vergangenen Jahr allerdings mehr Unsicherheit mit als früher. Es ist kaum vorhersehbar, ob weitere Infektionswellen Wirtschaft und Konsum noch einmal ausbremsen, wie das Coronavirus mutiert und ob die Impfquoten steigen wie gewünscht.

Für die Steuererklärung 2020 endete die Abgabefrist wegen der Corona-Pandemie erst am 1. November. Wir zeigen, worauf in diesem Jahr besonders zu achten war.

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Mehr Spielraum für Ampel-Koalitionsvertrag

Die optimistische Prognose gibt SPD, Grünen und FDP aber erst einmal mehr Spielraum in den laufenden Verhandlungen über einen Koalitionsvertrag: Möglicherweise kann man sich das ein oder andere umkämpfte Projekt nun doch leisten. Das grundlegende Finanzproblem der Ampel aber lösen Mehreinnahmen in der erwarteten Größenordnung kaum. 50 Milliarden Euro sollen pro Jahr zusätzlich in Klimaschutz, Digitalisierung und Bildung investiert werden - mit Schuldenbremse und ohne nennenswerte Steuern zu erhöhen.

Die Verhandler ringen daher um Wege, mehr Mittel zu mobilisieren, etwa über die Förderbank KfW, über öffentliche Unternehmen oder Investitionsgesellschaften. Diese Gesellschaften und Unternehmen zählen nicht zum Kernhaushalt des Bundes, dürfen also Kredite aufnehmen. So könnte etwa eine Fernstraßengesellschaft Geld leihen und das Straßennetz sanieren. Selbst die Wirtschaftsweisen waren zuletzt unterschiedlicher Meinung darüber, ob eine solche Umgehung der Schuldenbremse sinnvoll ist oder nicht.

Viele Milliarden wollen die Ampelparteien investieren – unter anderem in die Energiewende. Aber wo soll das Geld herkommen ohne höhere Steuern, und ohne die Schuldenbremse zu verletzen?

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Bundesrechnungshof warnt vor mehr Schulden

Fest steht: In den vergangenen Jahren hat die Corona-Krise ein riesiges Loch in die Staatshaushalte gerissen. 2020 und 2021 genehmigte sich der Bund neue Schulden von mehr als 370 Milliarden Euro. Nach vorläufigen Plänen könnten auch im kommenden Jahr mit ausgesetzter Schuldenbremse noch einmal fast 100 Milliarden Euro Kredite aufgenommen werden.

Gerade warnte der Bundesrechnungshof, der Schuldenberg des Bundes drohe bis Ende 2022 auf nahezu 1,5 Billionen Euro anzusteigen:

Der Bund hat seinen finanziellen Spielraum damit ausgereizt.
Bundesrechnungshof
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