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RWI-Studie - Ehegattensplitting-Aus bringt 500.000 Jobs

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Die Abschaffung des Ehegattensplittings könnte einer RWI-Studie zufolge die Erwerbstätigkeit drastisch erhöhen. Doch nicht alle würden von solch einer Steuerumstellung profitieren.

Frau schiebt einen Kinderwagen über einen Zebrastreifen
Wenn Frauen Kinder bekommen, dann arbeiten sie oft nur noch in Teilzeit. Das liegt auch am Ehegattensplitting.
Quelle: dpa

 

In der Corona-Krise und rund um die Angst, dass es durch die Delta-Variante des Virus zu erneuten Einschränkungen kommen könnte, lässt alles, was mehr Wohlstand verspricht, aufhorchen: Dieses Mal geht es um das Ehegattensplitting. So würde eine Individualbesteuerung anstelle von Ehegattensplitting die Erwerbstätigkeit in Deutschland drastisch erhöhen und zu einer halben Million neuer Jobs führen. Zu diesem Ergebnis kommt das Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in einer aktuellen Studie.

Mehr Wirtschaftswachstum und weniger finanzielle Ungerechtigkeit zwischen Ehepartnern. Wie sieht das konkret aus?  

Mehr Job, weniger Staatsverschuldung

Mehr Job, weniger Staatsverschuldung: Das würde die Steuerreform versprechen. Nach einer RWI-Simulation könnten durch die Reform bei gleichem Steueraufkommen mehr als eine halbe Million zusätzliche Vollzeit-Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.

Das Bruttoinlandsprodukt würde bestenfalls durch diese Steuerreform um bis zu 1,5 Prozent steigen. Die Staatsverschuldung würde reduziert werden.

Gerechtigkeit zwischen beiden Partnern

Es ist ja nicht so, dass der gering verdienende Partner oftmals nach einer Pause nicht gerne wieder zurück in den alten Job möchte. Allein der finanzielle Anreiz dafür ist häufig nicht gegeben. Das könnte sich ändern, denn durch eine Abschaffung des Ehegattensplittings würde die Steuerlast des Ehepartners mit dem geringeren Einkommen abnehmen. Ein Job oder die Erhöhung der Arbeitszeit würde sich somit für den einkommensschwächeren Partner stärker lohnen.

Männer können besser mit Geld als Frauen - so lautet ein oft gehörtes Klischee. Fakt ist aber: Frauen verdienen im Schnitt weniger, investieren weniger, haben weniger Rente.

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Immer noch betrifft das mehrheitlich Frauen - oftmals nach der Babypause. Die Reform könnte dabei helfen, die Geschlechterunterschiede auf dem Arbeitsmarkt zu reduzieren. Automatisch wären damit Frauen auch besser gestellt, was ihre spätere Rente angeht.

Ausgleich durch Steuerreform

Da manche Haushalte durch eine Abschaffung des Ehegattensplittings benachteiligt würden, sollte die Politik insbesondere finanziell schwächere Gruppen durch weitere Steuerreformen gezielt entlasten, so die Studie. Beispielsweise könnte für diese Gruppen das Kindergeld oder der Kinderfreibetrag erhöht werden.

"Durch das jetzige Steuersystem sind die Arbeitsanreize für viele verheiratete Frauen in Deutschland besonders gering", sagt RWI-Finanzwissenschaftler Robin Jessen.

Unsere Untersuchung zeigt, dass sich eine Abschaffung des Ehegattensplittings sehr positiv auf die Erwerbstätigkeit und auf die Geschlechtergleichheit in Deutschland auswirken könnte.
RWI-Finanzwissenschaftler Robin Jessen

Ginge es nach dem Willen von SPD, Grünen und Linke, würde nach der Bundestagswahl das Ehegattensplitting abgeschafft oder zumindest abgeschmolzen werden. FDP und Union wollen dagegen an den Steuervorteilen für Ehepartner festhalten. Der Herbst wird dann zeigen, wie es mit diesem heiklen Thema weitergeht.

 

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