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Frachter blockiert Suezkanal - Wie kann die "Ever Given" wieder frei kommen?

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Der im Suezkanal verkeilte Frachter kommt nicht wieder frei. Was wird getan um das doch zu schaffen, wie lange wird das dauern und was kostet das die Welt? Ein Überblick.

Containerschiff blockiert Suezkanal
Der Blick auf das havarierte Containerschiff, das den Suezkanal blockiert
Quelle: -/Suez Canal Authority/dpa

Seit Dienstag blockiert die 400 Meter lange "Ever Given" den Suezkanal, eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Das unter der Flagge Panamas fahrende Containerschiff war zum Zeitpunkt des Vorfalls auf dem Weg nach Rotterdam in Richtung Norden durch den Kanal unterwegs. Erste Untersuchungen legen nahe, dass das Schiff aufgrund starken Windes auf Grund gelaufen ist. Mechanische Probleme oder ein Motorausfall werden als Ursache für die Havarie ausgeschlossen.

Der Suez-Kanal ist eine der wichtigsten Verbindungen zwischen Europa und Asien. Die anhaltende Blockierung kostet die Wirtschaft Milliarden – mittlerweile stauen sich bereits 150 Schiffe

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Trotz fortlaufender Bemühungen konnte der Frachter bisher nicht wieder freigelegt werden.

Was wird getan, um das Schiff wieder frei zu bekommen?

Die niederländischen Bergungsexperten von Smit Salvage wurde sollen die Bergungsarbeiten unterstützen. Koordiniert wird die Operation von der Suezkanal-Behörde.

Nach deren Angaben liegt der Schwerpunkt aktuell auf dem Ausbaggern, um Sand und Schlamm von der Backbordseite des Schiffsbugs zu entfernen. Zusätzlich zu den bereits vor Ort befindlichen Baggern befindet sich nun auch ein spezialisierter Saugbagger vor Ort, der in Kürze seine Arbeit aufnehmen wird. Dieser Bagger kann stündlich 2.000 Kubikmeter Material verschieben.

Kleiner Schlepper versuchen derweil, das Schiff mit Stahlseilen oder durch direktes Schieben von der Sandbank zu ziehen und zu drücken. Auf Webseiten, die den Schiffsverkehr weltweit überwachen, ist zu sehen, dass aktuell fünf dieser Schlepper um die "Ever Given" vor Ort sind.

Screenshot von Marine Traffic / "Ever Given" im Suezkanal
Screenshot von Marine Traffic / "Ever Given" im Suezkanal
Quelle: Marine Traffic

Eine weitere Möglichkeit wäre, Ladung von dem Schiff mit einem Kran abzuladen. Das würde das Gewicht an Bord verringern und dafür sorgen, dass die "Ever Given" weniger tief im Wasser liegt.

Ein Containerschiff ist im Suezkanal havariert und steckt fest. Riesige Staus sind auf der Wasserstraße die Folge. Das könnte sich auf globale Lieferketten auswirken.

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Wie lange wird die Bergung dauern?

Bei dieser Frage kommt es sehr stark darauf an, wem man sie stellt. Nach Angaben eines Vertreters der ägyptischen Regierung dauere die Blockade des Kanals höchstens noch drei Tage. Die Schifffahrt werde "binnen 48 bis 72 Stunden höchstens wieder aufgenommen" werden, sagte der Berater von Ägyptens Staatschef Abdel Fattah al-Sisi für Seehäfen, Mohab Mamisch, am Donnerstagabend der Nachrichtenagentur AFP.

Der Vorsitzende der Muttergesellschaft der niederländischen Bergungsexperten, Peter Berdowski, ist anderer Ansicht: es sei nicht auszuschließen, dass sich die Blockade noch über mehrere Wochen hinziehen könnte.

Das Schiff, mit dem Gewicht, das es jetzt hat, kann nicht wirklich freigeschleppt werden. Das kann man vergessen.
Peter Berdowski

Berdowski sieht eher die Möglichkeit der Gewichtsreduzierung, indem Container, Öl und Wasser vom Schiff geholt werden.

Was kostet die Blockade die Welt?

Europas größter Versicherer Allianz geht in einer Studie davon aus, dass eine anhaltende Blockade des Suez-Kanals jede Woche sechs bis zehn Milliarden Dollar kosten würde.

Auch die deutsche Industrie fürchtet wegen der Blockade des Kanals schon bald mögliche Versorgungsengpässe. "Die bereits stockenden, maritimen Lieferketten zwischen Asien und Europa drohen vollständig zum Erliegen zu kommen", sagte Holger Lösch aus der Geschäftsführung des Industrieverbandes BDI am Freitag. Die Umleitung des Schiffsverkehrs über Südafrika und das Kap der Guten Hoffnung sei wegen der volatilen Ölpreise und der rund eine Woche längeren Transportzeit extrem teuer.

Die japanische Firma, für die die "Ever Given" unterwegs ist, entschuldigte sich für den "großen Ärger", den der Unfall verursacht hat.

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