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Tabakumsatz leicht gestiegen - Mehr Selbstgedrehtes

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Der Absatz von Zigaretten ist 2020 leicht gesunken, geraucht wurde trotzdem nicht weniger. Denn: Es wurden mehr Zigaretten selbst gedreht.

Hand hält eine Zigarette
Knapp 30 Prozent der Erwachsenen rauchen.
Quelle: Imago

Die Zahl der Raucher in Deutschland ist weiter leicht rückläufig - besonders bei Jugendlichen. Bei Erwachsenen stellt Rauchen nach wie vor ein großes Problem dar, etwa 28 Prozent der Bevölkerung rauchen. Dabei ist der Anteil bei Männern laut einer Umfrage der Stiftung Gesundheitswissen mit 56 Prozent deutlich höher als bei Frauen mit 41,8 Prozent.

Die bisher getroffenen Anstrengungen im Kampf gegen die gesundheitlichen Schäden des Rauchens haben dazu geführt, dass sich der Zigarettenkonsum in den letzten 30 Jahren von 146,5 Milliarden Stück um fast die Hälfte auf 73,8 Milliarden im Jahr 2020 verringert hat. Besonders die Erhöhungen der Tabaksteuer von 2002 bis 2005 hatten einen deutlichen Einfluss auf den Absatz von Zigaretten.

Das Image des Rauchens hat sich grundsätzlich gewandelt, es gilt längst nicht mehr als lässig. Es ist gesundheitsgefährdend, gilt als teuer und es gibt kaum mehr öffentliche Plätze, an denen Rauchen überhaupt noch erlaubt ist. Das spiegelt sich im Verhalten der jungen Generation: Der Anteil der Raucher nimmt bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen stetig ab, nur noch 12,9 Prozent der Frauen in der Altersgruppe bis 25 griffen 2019 zur Zigarette.

Stabile Einnahmequelle

Zwar sank der Absatz von Zigaretten seit 1991 um fast die Hälfte im Vergleich zum Jahr 2020, die Einnahmen durch die Tabaksteuer aber blieben stabil: Zusammen mit Feinschnitt und Pfeifentabak wurden 2020 Waren im Wert von 28,8 Milliarden Euro versteuert, was der Staatskasse 14,64 Milliarden Euro brachte.

Von weiteren Tabaksteuererhöhungen sind Raucher in der Bundesrepublik seit Jahren verschont geblieben, die letzte Anhebung der Tabaksteuer fand 2015 statt.

Die Steuern auf Tabakprodukte zu erhöhen, ist eine der wirkungsvollsten und wirtschaftlichsten Methoden, den Konsum von tödlichen Produkten einzudämmen und deutlich höhere Steuereinkünfte zu erzielen.
Margaret Chan, WHO-Direktorin (2006 - 2017), 2015

Große Preisunterschiede

Die Preisunterschiede für eine Schachtel Zigaretten sind immens: Australien ist für Raucher so teuer wie nirgendwo sonst auf der Welt, womit das Land der WHO-Empfehlung zu hohen Tabaksteuern folgt. So zahlt man für eine Schachtel Zigaretten rund 19 Euro, während in Nigeria eine Schachtel Zigaretten umgerechnet 77 Cent kostet. In Deutschland liegt der durchschnittliche Preis für eine Schachtel bei sieben Euro.

Unversteuerter Anteil aus den Nachbarländern

Da der Packungspreis in Deutschlands Nachbarländern teilweise deutlich günstiger ist, sind die steuerfreien Packungen besonders in Grenzgebieten zu Polen und Tschechien beliebt. Die Quote der nicht in Deutschland versteuerten Zigaretten stieg 2019 leicht auf schätzungsweise rund 19 Prozent.

Dabei handelt es sich zum einen um Zigaretten, die legal aus Grenz- und Urlaubseinkäufen stammen, zum anderen durch organisierte Kriminalität ins Land gebrachte Zigaretten. Im ostdeutschen Raum betrug der Anteil dabei insgesamt rund 38 Prozent. In den westdeutschen Bundesländern stieg der Anteil unversteuerter Zigaretten auf rund 14 Prozent an.

2020 wurden weniger Zigaretten geraucht, dafür stieg der Absatz von Zigarren und Zigarillos um 3,7 Prozent. Zusätzlich wurden mehr Feinschnitt und Pfeifentabak konsumiert, der durch niedrigere Abgaben günstiger als Zigaretten ist. Der Absatz von Pfeifentabak stieg zum Vorjahr um knapp 44 Prozent, was auf den Shisha- und Verdampfer-Trend zurückzuführen ist.

Die leicht veränderten Konsumgewohnheiten lassen sich unter anderem mit der Corona-Krise erklären. Zum einen hatte die Pandemie Auswirkungen auf das Einkommen, zum anderen führt das Statistische Bundesamt den vermehrten Griff zum Feinschnitt und damit zum Selbstdrehen auf die Grenzschließungen und Reisebeschränkungen zur Pandemiebekämpfung zurück.

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