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Tarifverhandlungen - 60.000 folgten Streikaufruf der IG Metall

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Nach Monaten der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie lässt die IG Metall ihre Muskeln spielen. Seit Mitternacht laufen vielerorts Warnstreiks.

Mit Warnstreiks will die Metall- und Elektroindustrie die Arbeitgeber unter Druck setzen: Sie fordern etwa Verträge, die beim Wandel zu Elektromobilität die Arbeitsplätze sichern.

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Unmittelbar nach Ende der Friedenspflicht hat die IG Metall ihre Warnstreiks in der deutschen Metall- und Elektroindustrie begonnen.

Gewerkschaft fordert vier Prozent

Kurz nach Mitternacht legten Beschäftigte beispielsweise im Bremer Mercedes-Werk, in Hamburg bei Airbus Operations, im Daimler-Werk in Berlin-Marienfelde oder bei Continental im rheinland-pfälzischen Rheinböllen die Arbeit kurzfristig nieder.

Den Tag über folgten viele weitere Belegschaften den Aufrufen der IG Metall. Allein beim Auto-Zulieferer ZF Friedrichshafen in Saarbrücken beteiligten sich 4.000 Metallerinnen und Metaller. Alle Proteste fanden unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen statt, betonte die IG Metall.

Fahnen der Gewerkschaft IG-Metall. Archivbild

Tarifverhandlungen - IG Metall will mehr beim Umbruch mitreden 

IG Metall und Arbeitgeber ringen um die richtigen Antworten. Durch die Corona-Krise steckt die deutsche Metall- und Elektroindustrie mitten in einem dramatischen Umbruch.

In bis zu vier Verhandlungsrunden haben sich die Tarifparteien der mit rund 3,8 Millionen Beschäftigten größten deutschen Industrie bisher nicht angenähert. Die Gewerkschaft fordert eine Erhöhung im Volumen von vier Prozent, die je nach Lage des Unternehmens für höhere Löhne oder zum Ausgleich für Arbeitszeitverkürzung in der Krise genutzt werden sollen.

Arbeitgeber fordern Nullrunde

Zudem will die IG Metall einen Rahmen für Zukunftstarifverträge auf Betriebsebene abstecken, die Beschäftigung im Wandel zu Elektromobilität oder Digitalisierung sichern sollen. Dass sie Arbeitsplätze erhalten wollen, sagen auch die Arbeitgeber. Doch sie fordern wegen der Corona-Pandemie - wie schon im Krisen-Tarifabschluss 2020 vereinbart - auch für 2021 eine Nullrunde und den Abbau von Tarifstandards.

Die Warnstreiks lehnen die Arbeitgeber als unnötig ab. Der Hauptgeschäftsführer des Maschinenbau-Verbands VDMA, Thilo Brodtmann, verwies auf die unsichere wirtschaftliche Lage und Beschäftigungssituation: "Sicher ist nur, dass dieses Jahr keine Zeit für Lohnerhöhungen ist. Dass dennoch die Gewerkschaften Streikmaßnahmen durchführen, lädt die Tarifrunde nur emotional auf. Dabei ist die Lage am Arbeitsmarkt ein klares Votum gegen Streiks."

Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg steht neben Bildung und Wohnraum auch das Thema Autoindustrie auf der Wahlkampf-Agenda. Die Branche ist wichtig für den Wohlstand, doch muss sie nach dem Dieselskandal erst an Vertrauen zurückgewinnen.

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IG Metall: Spielraum durch Milliarden an Corona-Hilfen

Die geforderten Abstriche an Urlaubs- und Weihnachtsgeld lehnte die Gewerkschaft entschieden ab. Die IG Metall sieht die Autoindustrie und andere Industriezweige nach dem Pandemie-Schock auf Erholungskurs. Dafür seien stabile Entgelte für die Beschäftigten wichtig.

IG-Metall-Bezirkschef Jörg Köhlinger kritisierte: "Während die Arbeitgeber in der Pandemie mit Milliarden an Steuergeldern unterstützt werden, behaupten sie, dass es an die Beschäftigten nichts zu verteilen gibt". Diese Haltung werde man ganz sicher nicht hinnehmen. Die Metaller wollen die Warnstreiks in den kommenden Tagen fortsetzen.

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