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Tesla in Brandenburg - Wasserverband: Fabrik verschärft Wassermangel

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Ab Sommer will Tesla 500.000 Elektroautos pro Jahr in Grünheide produzieren - doch dadurch werde es zu Einschränkungen beim Trinkwasser kommen, warnt der Chef des Wasserverbandes.

Ab Sommer will Tesla 500.000 Elektroautos pro Jahr in Grünheide produzieren - doch dadurch werde es zu Einschränkungen beim Trinkwasser kommen, warnt der Chef des Wasserverbandes.

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Die geplante Fabrik des US-Elektroautobauers wird nach Recherchen des ZDF-Magazins Frontal 21 mit den nächsten Ausbaustufen rund 3,6 Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr verbrauchen. Das wären rund 30 Prozent des gesamten Wasservolumens in der Region. Damit sei nicht genügend Wasser da, erklärte der zuständige Verbandsvorsteher des Wasserverbandes Strausberg-Erkner, André Bähler.

Tesla-Chef Elon Musk bestreitet gegenüber Frontal 21 mögliche Wasserprobleme. "Im Grunde sind wir nicht in einer sehr trockenen Region. Bäume würden nicht wachsen, wenn es kein Wasser gäbe", sagt Musk.

Ich meine, wir sind ja hier nicht in der Wüste.
Elon Musk, Tesla-Chef

Schon jetzt Wasserknappheit in Brandenburg

Laut internen Unterlagen des Landesumweltministeriums gerät Brandenburg bei der Ressource Wasser allerdings schon heute zunehmend an "Kapazitätsgrenzen". Weiter heißt es in Sitzungsprotokollen vom 9. Juli 2020:  Durch die "Ansiedlung von Industrie und Gewerbe (z.B. Tesla)" verschärfe sich die "Situation im östlichen Berliner Umland zusätzlich." Die Unterlagen liegen Frontal 21 vor.

Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Bündnis90/Die Grünen) betont, dass für den Produktionsbeginn genug Wasser da sei:

Kapazitätsgrenze heißt nicht, dass aktuell schon die Kapazitätsgrenze überschritten ist.
Axel Vogel, Umweltminister Brandenburg

Demnach werde Tesla ab Sommer 2021 zunächst rund 1,4 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr verbrauchen. "Und wenn es noch darüber hinaus gehen sollte, dann könnte es sein, dass Entwicklungen nicht stattfinden", sagt Vogel. Dass Wasser ein limitierender Faktor für den Fabrikausbau sei, wisse auch Tesla, so der Landesumweltminister.

Während Umweltschützer Kritik am Bauprojekt äußerten, hoffen andere auf wirtschaftliche Vorteile für die Region.

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Nach Recherchen von Frontal 21 fühlen sich Mitarbeiter des Landesamtes für Umwelt (LfU) in Brandenburg wegen des Genehmigungsverfahrens für Tesla offenbar unter Druck gesetzt.

Behörde stellt vorzeitige Baugenehmigungen aus

In Unterlagen der Behörde ist die Rede von einem "Stressfaktor Tesla". Weiter heißt es in den Protokollen: "Kritik wird an der Verfahrenspraxis rund um Tesla geübt (enge Termine, Zeitdruck für Mitarbeitende)."

Brandenburgs Umweltminister, dem die Behörde untersteht, sagt gegenüber Frontal 21, man lasse sich durch Äußerungen nicht unter Druck setzen:

Völlig egal, ob sie innerhalb der Landesregierung fallen oder von Tesla selber oder von dritter Seite.
Axel Vogel, Umweltminister Brandenburg

Das LfU stellt Tesla immer wieder vorzeitige Baugenehmigungen aus. So kann Tesla seinen Bau schnell vorantreiben. Eine endgültige Baugenehmigung steht aus.

1.000 Mitarbeiter - und keine Gewerkschaften?

Tesla macht trotzdem Tempo und hält am Produktionsbeginn im Juli 2021 fest. Das Investitionsvolumen für die Autofabrik im brandenburgischen Grünheide hat sich nach Frontal21-Recherchen auf 5,8 Milliarden Euro erhöht. Der Konzern hat mittlerweile 1.000 Mitarbeiter eingestellt.

Ab Sommer will Tesla 500.000 Elektroautos pro Jahr in Grünheide produzieren - doch dadurch werde es zu Einschränkungen beim Trinkwasser kommen, warnt der Chef des Wasserverbandes.

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Eine Gewerkschaft wird es in der neuen Fabrik nicht geben, das hat Elon Musk bereits angekündigt. Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Reiner Hoffmann, fordert Tesla auf, Gewerkschaften in Grünheide und eine Tarifbindung zuzulassen. Dies sei eine Verpflichtung, so Hoffmann, da Musk vom Steuerzahler hunderte Millionen Euro Subventionen erhalte.

Deutsche Gewerkschaftsbund kritisiert Elon Musk

Musk könne "nicht auf der einen Seite die Hand aufmachen und öffentliche Fördergelder gerne einstecken, aber bei den Beschäftigten alles daransetzen, sie bei schlanken Löhnen zu beschäftigen, mit miesen Arbeitsbedingungen. Das verträgt sich nicht", sagt Hoffmann im Interview mit Frontal21.

In den USA arbeitet Tesla nicht mit Gewerkschaften zusammen, berichtet Cindy Estrada, Vizepräsidentin der United Auto Workers (UAW), eine der einflussreichsten amerikanischen Auto-Gewerkschaften. Estrada rechnet mit harten Auseinandersetzungen zwischen Tesla und deutschen Arbeitnehmervertretern.

Die UAW versuche seit Jahren vergeblich, eigene Betriebsräte bei Tesla zu etablieren:

Die Arbeiter wurden sofort bedroht, nur weil sie ein Mitspracherecht bei den Arbeitsbedingungen haben wollten.
Cindy Estrada, Vizepräsidentin UAW

Vor allem beim Thema Gesundheit und Sicherheit. Dafür wurden sie bekämpft", sagt Estrada gegenüber Frontal 21. Tesla wollte sich auf Nachfrage gegenüber Frontal 21 nicht äußern.

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