Thunberg: Abschalten von AKW in Deutschland wäre Fehler

    Energieversorgung in Deutschland:Thunberg: Abschalten von AKW wäre Fehler

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    Klimaaktivistin Greta Thunberg hält es für sinnvoll, die noch laufenden AKWs in Deutschland weiter zu betreiben. Es wäre "ein Fehler", sie abzuschalten und auf Kohle zu setzen.

    Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Archivbild
    Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. Archivbild
    Quelle: Steffen Trumpf/dpa

    Nach Ansicht von Greta Thunberg wäre es in der aktuellen Situation falsch, die noch aktiven Atomkraftwerke in Deutschland abzuschalten und stattdessen verstärkt auf Kohlekraft zu setzen. Die schwedische Klimaaktivistin und Gründerin der Fridays-for-Future-Bewegung sagte in einem Gespräch in der ARD:

    Wenn sie schon laufen, glaube ich, dass es ein Fehler wäre, sie abzuschalten und sich der Kohle zuzuwenden.

    Greta Thunberg, Klima-Aktivistin

    Es sei "eine schlechte Idee", auf Kohle zu setzen, solange "das Andere" noch existiere, erklärte Thunberg weiter. Die Aktivistin bezog sich dabei auf die Krisenstrategie der Bundesregierung, Kohlekraftwerke aus der Reserve zu holen, um die Stromerzeugung aus Gas zu reduzieren.

    Thunberg warnt vor weiteren Investitionen in fossile Energien

    Auch zwei der drei verbliebenen Atomkraftwerke sollen als Notreserve über den eigentlichen Abschalttermin Ende des Jahres am Netz bleiben - allerdings nur bis spätestens Mitte April 2023 und nur unter bestimmten Voraussetzungen.
    Auf die Frage, ob die AKWs nach der aktuellen Krisenphase überhaupt abgeschaltet werden sollten, sagte Thunberg: "Kommt drauf an, was passiert."

    Ich glaube, dass es andere Wege nach vorne gibt. Mit erneuerbaren Energien.

    Greta Thunberg, Klima-Aktivistin

    Sie warnte davor, weiterhin in fossile Energie zu investieren - auch wenn sie die Notwendigkeit verstehe, die Bürger vor zu hohen Energiekosten zu schützen, sagte Thunberg.
    Die Menschen hätten sich aber auch "selbst abhängig gemacht und eine Gesellschaft geschaffen, in der wir nicht in der Lage sind, mehr als ein Jahr in die Zukunft zu schauen. Das ist nicht nachhaltig!", sagte die 19-jährige Aktivistin.
    Wie hat sich das Klima bereits verändert? Wie könnte es künftig bei Ihnen vor Ort aussehen? Die wichtigsten Zahlen im KlimaRadar von ZDFheute.

    FDP-Chef Lindner pflichtet Thunberg bei

    FPD-Chef Christian Lindner begrüßte die Thunbergs Aussagen zum AKW-Weiterbetrieb. Auf Twitter schrieb er:

    Ich begrüße den Zuspruch der FFF-Initiatorin Greta Thunberg für die FDP-Position, unsere Kernkraftwerke am Netz zu lassen.

    Christian Lindner, FDP-Chef

    CSU-Chef Markus Söder bezeichnete die Interview-Passage, die bereits vor der Ausstrahlung des Gesprächs mit Thunberg auf Twitter veröffentlicht wurde, als "Interessant".
    Tweet von Markus Söder
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    Auch CDU-Generalsekretär Mario Czaja begrüßte die Einschätzung Thunsbergs. Auf Twitter schrieb er: "So, jetzt einfach mal machen, liebe Grünen! Jetzt tut es vielleicht nicht mehr ganz so weh."

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