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Pegelstände des Rheins : Wie das Niedrigwasser die Wirtschaft bedroht

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Die Hitze lässt die Pegelstände des Rheins dramatisch sinken. Laut Ökonomen gefährdet das Niedrigwasser nun die Konjunktur in Deutschland.

Niedrige Pegelstände am Rhein, der wichtigsten deutschen Wasserstraße, das trifft auch die Wirtschaft insgesamt. ZDF-Börsenexpertin Stephanie Barrett berichtet.

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Während Deutschland und Europa mittendrin sind, eine massive Wirtschaftskrise abzuwenden, droht der Wasserstand des Rheins den Transport großer Gütermengen zum Erliegen zu bringen. Der Rhein ist die wichtigste deutsche Wasserstraße. Der Fluss transportiert Rohstoffe wie Getreide, Chemikalien, Mineralien, Kohle und Ölprodukte wie Heizöl.

Deswegen beobachten Unternehmen die Pegelstände genau. Wegen des heißen Sommerwetters und ausbleibender Regenfälle ist der Wasserstand zuletzt stark gesunken. Sinkt er in den kommenden Tagen weiter, könnte er für große Schiffe nicht mehr befahrbar sein. Das hätte dramatische Folgen.

Durch die Hitze gibt es immer weniger Wasser in den Flüssen mit immer höheren Temperaturen der Gewässer. Das nimmt vielen Fischen buchstäblich die Luft zum Atmen.

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In Zeiten von Inflation, Rohstoff- und Energieknappheit sorgt die Rekordhitze für ein gefährliches Gemisch für die Volkswirtschaft. Stefan Schneider, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, sagt, man erwarte ohnehin, dass die deutsche Wirtschaft ab dem dritten Quartal in eine leichte Rezession falle und das Wachstum 2022 nur noch 1,2 Prozent betragen sollte. Er macht deutlich:

Falls die Wasserstände weiter sinken, könnte das Wachstum auch knapp unter ein Prozent sinken.
Stefan Schneider, Chefökonom der Deutschen Bank

Kraftwerke werden gedrosselt

2018, als die Schifffahrt auf dem Rhein zuletzt für längere Zeit durch Niedrigwasser behindert wurde, war die Industrieproduktion nach Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft in der Spitze um etwa 1,5 Prozent gedrückt worden. Die Situation sei jedoch diesmal gefährlicher als 2018, heißt es. Denn die Kohlekraftwerke sind wegen des knappen russischen Gases für die Stromerzeugung von herausragender Bedeutung. Und der Kohle-Nachschub ist besonders vom eingeschränkten Wassertransport betroffen.

Der Energiekonzern Uniper muss in den nächsten Wochen möglicherweise seine Stromproduktion in einigen Kohlekraftwerken drosseln. "Die derzeit größte Herausforderung für die Versorgung unserer Steinkohlekraftwerke liegt an den niedrigen Pegelständen der Flüsse - ähnlich wie in den vergangenen Jahren", sagt Lucas Wintgens, Pressesprecher von Uniper.

Situationsbedingt könnte eine Reduzierung der Last nötig werden.
Lucas Wintgens, Pressesprecher Uniper

Auch Kernkraftwerke zum Beispiel in der Schweiz oder Frankreich sind von der Hitze betroffen. Sie nutzen das Flusswasser zur Kühlung. Ist zu wenig davon im Rhein, dürfen sie es nicht verwenden und damit ist die volle Leistung nicht möglich.

In Frankreich soll es bis zu 40 Grad heiß werden und das Wasser ist jetzt schon knapp. Das ist auch ein Problem für die Stromerzeugung aus Atomkraft – denn dafür ist Kühlung nötig.

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Höhere Transportkosten durch Niedrigwasser

Der Referenzwasserstand an der Engstelle Kaub bei Koblenz liegt nur noch bei etwa 52 Zentimetern. Schiffe brauchen aber etwa 1,5 Meter, um voll beladen fahren zu können. "Wir fahren weiter, können aber nur etwa 25 bis 35 Prozent der Schiffskapazität beladen", sagt Roberto Spranzi, Direktor der Schifffahrtsgenossenschaft DTG.

Das bedeutet, dass Kunden oft drei Schiffe benötigen, um ihre Fracht zu transportieren - statt nur einem.
Roberto Spranzi, Direktor der Schifffahrtsgenossenschaft DTG

Der Energieversorger EnBW AG teilt in einer Stellungnahme mit: "Mit dem Niedrigwasser steigen auch die Transportkosten pro Tonne, was wiederum die Einsatzkosten der Kohlekraftwerke erhöht." Auch für Unternehmen, die auf den Transport via Schiff angewiesen sind, bedeutet das Niedrigwasser erheblich steigende Kosten: Die Spottpreise für Flüssigtankschiffe aus der Niederlande stiegen auf mehr als 90 Euro pro Tonne. Noch im Juni lag der Preis pro Tonne bei rund 20 Euro.

Die Wettervorhersage aus der 19 Uhr-heute-Sendung

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Die höheren Transportkosten dürften zusätzlichen Aufwärtsdruck bei den Erzeugerpreisen verursachen. Eine Entwarnung für den Rhein gibt es derzeit nicht. Meteorologen gehen von weiter trockenen Wochen aus.

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