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Umwelthilfe: Hybrid-Förderung stoppen

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Verein testet Plug-in-SUVs - Umwelthilfe: Hybrid-Förderung stoppen

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Der Bund bezuschusst auch Hybrid-Autos. Für die Umwelthilfe ein Unding: Der Verein hat SUVs getestet und fällt ein vernichtendes Urteil beim CO2-Ausstoß. Die Branche hält dagegen.

Ein Auto mit Plug-in-Hybridtechnik. Archivbild
Umstrittener Umweltvorteil: Auto mit Hybridtechnik
Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Die Deutsche Umwelthilfe fordert, Kaufprämien und Steuerförderung für Hybrid-Autos mit kombinierten Elektro- und Verbrennungsmotoren "sofort zu beenden". Hintergrund sind eigene Messungen im Straßenverkehr, die der Verein am Mittwoch präsentierte: Demnach stießen mehrere Hybrid-SUV deutlich mehr Kohlendioxid aus als angegeben. In einem Fall sei es das Siebenfache der amtlichen Werte, so der Verein

Umwelthilfe: Verbrauchertäuschung

Besonders hoch seien die Überschreitungen, wenn die Fahrer in den Sport-Fahrmodus umschalten. Es sei "pervers", diese Autos als umweltfreundlich zu bewerben, sagte der Verkehrsberater Axel Friedrich, der für die Umwelthilfe testet.

"Wir fordern einen Stopp dieser absurden Förderung klimaschädlicher Plug-in-Hybride", sagte Geschäftsführer Jürgen Resch eine Woche vor weiteren Beratungen von Regierung und Autoindustrie. Er sprach von "Verbrauchertäuschung": Durch ein "absurdes" Labor-Testverfahren würden niedrige Werte versprochen. Auf der Straße dagegen wichen die CO2-Emissionen meist "dramatisch" ab und lägen "weit über denen vergleichbarer reiner Verbrenner-Pkws".

Autobranche: Messwerte nicht repräsentativ

Die Branche reagierte verärgert auf die Untersuchung und sprach von einem Versuch, eine moderne Antriebsart zu diffamieren. Die Messwerte seien nicht repräsentativ. "Plug-in-Hybride sind nachweislich mit Null-Emissionen auf Strecken bis zu 70 Kilometern unterwegs, sofern die E-Akkus geladen sind", teilte der Verband der Automobilindustrie mit. "Wenn allerdings ein Plug-in-Hybrid mit leerer Batterie und im extremen Sport-Modus gefahren wird, ergeben sich - wie bei herkömmlichen Verbrennern - höhere Verbrauchswerte."

Der Bund bezuschusst den Kauf von Elektroautos, darunter auch Plug-in-Hybride. Bei Dienstwagen kommt steuerliche Förderung hinzu. Die Umwelthilfe geht davon aus, dass viele Dienst-Hybride jedoch meist mit Verbrenner fahren. Die Firmen finanzierten mit der Tankkarte den Sprit, nicht aber den Strom, den der Arbeitnehmer zu Hause zapfen müsste.

"Wir beobachten vor allem bei Privatkunden, dass sehr viel elektrisch gefahren wird", teilte der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller mit. Bei Dienstwagen komme es unter anderem auf Anreize für elektrisches Fahren an, etwa durch Ladekarten.
Insgesamt leiteten Plug-in-Hybride einen erheblichen Beitrag zur CO2-Reduzierung, betonte der Importeure-Verband.

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