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Echtzeitüberweisungen - Schneller und sicherer bezahlen

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Der elektronische Zahlungsverkehr in der Europäischen Union soll einfacher und sicherer werden. Die Grundzüge dieser Pläne will die EU-Kommission an diesem Donnerstag vorstellen.

Hand hält eine Kreditkarte über einem Laptop
Erst in zwölf EU-Mitgliedsstaaten sind mehr als die Hälfte aller Bankkonten für Instant Payments erreichbar, schätzt der Europäische Zahlungsverkehrsausschuss.
Quelle: colourbox

In Europa ist es in vielen Ländern immer noch schwierig, elektronisch zu bezahlen, wenn man nicht über eine international gültige Kreditkarte verfügt oder die Lösungen großer Technologiekonzerne nutzen kann. Der europäische Markt sei in dieser Hinsicht immer noch zerstückelt, heißt es im Entwurf eines Strategiepapiers der EU-Kommission, das unter anderem auch der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Überweisungen bislang deutlich zeitverzögert

Um diese Zahlungen in Europa zu erleichtern, möchte die EU-Kommission Echtzeitüberweisungen vorantreiben - das sogenannte Instant Payment. Dabei erhält der Empfänger einer Überweisung das Geld innerhalb von Sekunden. Die Regel ist bisher aber noch, dass eine Überweisung, etwa in Deutschland, zunächst an die Bundesbank weitergeleitet wird. Diese prüft, ob bestimmte gesetzliche und technische Bestimmungen eingehalten werden. Erst dann wird die Zahlung gebucht.

Seit der Corona-Krise zahlen immer mehr Menschen mit Karte oder Smartphone, statt mit Münzen oder Scheinen. Kontaktloses Bezahlen boomt. Ein Trend, der das Bargeld langsam abschafft?

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Das dauert - oft einen Werktag. Mit Instant Payment sollen Überweisungen bis zu 15.000 Euro innerhalb von zehn Sekunden möglich sein. Dass dies noch nicht möglich ist, sei kaum nachvollziehbar, sagt Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Eine SMS kommt schließlich innerhalb von Sekunden beim Empfänger an, dabei werden Daten übermittelt. Das ist auch bei Buchgeld nicht anders.
Niels Nauhauser

Instant Payment soll in EU neuer Standard werden

Doch die Echtzeitüberweisung soll bis Ende des kommenden Jahres Standard werden. Noch bieten viele Banken diese Möglichkeit nur als eine unter vielen an, und sie muss oft noch extra bezahlt werden. Um das Instant Payment EU-weit durchzusetzen, müssen jedoch die Regeln und die technischen Standards vereinheitlicht und eine entsprechende Infrastruktur geschaffen werden.

Denn bisher, so schätzt der Europäische Zahlungsverkehrsausschuss, ein Gremium der europäischen Kreditwirtschaft, sind erst in 12 EU-Mitgliedsstaaten mehr als die Hälfte aller Bankkonten für Instant Payments erreichbar. Die EU-Kommission dringt auch darauf, dass man eine Echtzeitüberweisung bei einem Fehler stoppen kann - das ist, anders als bei der bisher üblichen Überweisung, noch nicht möglich.

30 Millionen EU-Bürger haben kein Bankkonto

Bargeld soll zwar auf Dauer erhalten bleiben - immerhin werden im Euroraum nach Zahlen der Europäischen Zentralbank von 2017 noch 78 Prozent der Zahlungen im Euroraum bar abgewickelt. Wichtig wäre das auch, weil immer noch 30 Millionen EU-Bürger keinen Zugang zu einem Bankkonto haben. Aber die EU-Kommission möchte dafür sorgen, dass mehr Geschäfte als bisher auch Kartenzahlungen akzeptieren.

Bargeldloses Bezahlen hat in der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen. Noch untersucht die Kommission diese Akzeptanz in einer Studie. Doch sollte diese ergeben, dass die Akzeptanz von Karten zu gering sei, dann könnte sie die Einführung von Kartenzahlungen auch vorschreiben - auch für kleine Geschäfte wie den Bäcker um die Ecke.

Die Unsicherheit der Corona-Krise führt offenbar dazu, dass viele Menschen ihr Geld lieber unters Kopfkissen legen, als aufs Sparkonto. Dazu ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller.

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Verbraucherschützer: Auch Bargeldzahlung muss weiter möglich sein

Ein Plan, den Verbraucherschützer Nauhauser kritisch sieht. Denn es sei freie unternehmerische Entscheidung, welche Zahlungsmöglichkeit ein Händler anbiete: "Er muss das klar kommunizieren", sagt der Verbraucherschützer.

Und auch die Verbraucher sollten selbst bestimmen können, wie sie beim Einkauf bezahlen. Experten äußern zudem Zweifel, ob ein solcher Zwang durchzusetzen wäre, weil es vielerorts noch an der entsprechenden Infrastruktur mangele. Diese einzurichten, sei außerdem teuer.

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