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Börsen-Gipfelsturm von Universal - Warum Musiklabels wieder im Aufwind sind

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Die Rechte der Labels sind im Wert enorm gestiegen - vor allem dank des Streamings. Davon profitiert der bislang größte Börsengang Europas: das amerikanische Musiklabel Universal.

Schweiz, Zürich: Logo der Universal Music Group (UMG) in Zürich.
Musiklabels wie Universal erhalten Rückenwind von einem ehemaligen Erzfeind.
Quelle: Reuters

An der Amsterdamer Börse startet der weltgrößte Musikverlag Universal Music mit einem Plus von 37 Prozent - damit war die Plattenfirma hinter Künstlern wie Lady Gaga, Taylor Swift, Helene Fischer, Metallica, Rolling Stones und The Weeknd fast 47 Milliarden Euro wert. Bereits im Juni 2020 kehrte der kleinere Konkurrent Warner Music an die Börse zurück und wurde mit 12,8 Milliarden Euro bewertet.

Heute ist die Nummer drei im Musikgeschäft 20 Milliarden Dollar wert. Auch deshalb sehen Marktbeobachter die Bewertung für Universal Music als niedrig an. Denn die Branche erhält kräftigen Rückenwind von einem ehemaligen Erzfeind: dem Internet.

Streaming verschafft Musiklabels Aufwind

Abba in der Dusche, Metallica auf dem Rad, Hiphop im Bus. Heute können Menschen in aller Welt zu jeder Zeit auf Smartphones, Tablets und Computern aus Millionen Songs wählen. Möglich machen das Streamingdienste wie das schwedische Unternehmen Spotify. Der Treibstoff dieser digitalen Geldmaschinen ist das Liedgut. Und so kommen die alten Plattenfirmen wieder ins Spiel: Sie besitzen die Musikrechtekataloge der erfolgreichsten und beliebtesten Musiker aller Zeiten.

Kommentar

Desaster für viele Künstler - Wohin fließt das Geld aus dem Musikstreaming? 

Streaminganbieter wie Spotify haben der Musikindustrie aus der Talfahrt geholfen. Doch nicht jeder Klick lässt auch die Kasse der schaffenden Künstler klingeln. Ein Gastkommentar.

von Peter Maffay

Dabei waren Musiklabels bereits totgesagt. Wie kommt es zu diesem Börsenhit von Universal Music?

Internet sticht in den 2000ern CD aus

Schauen wir auf den deutschen Musikmarkt. Auf der Website des Bundesverbandes Musikindustrie findet man den sogenannten Mount of Music, den Berg der Musik. Das Diagramm zeigt eine Kurve, die die Absatzentwicklungen von Tonträgern über die Zeit abbildet. 1997 ist der Gipfel des Musikberges erreicht: die CD ist das meistverkaufte Musikmedium und die Labels verdienen prächtig. Doch in den Folgejahren geht es bergab.

Streamingdienste haben die Musikwelt verändert, das gilt für die Nutzer und vor allem für Musiker.

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Die Nachfrage nach CDs geht drastisch zurück und das Vinyl sowie die Musikkassette starren in einen Abgrund. Der Musikdienst Napster und andere Filesharing-Dienste tauchen im Netz auf, und im Jahr 2001 gibt es in Deutschland schließlich mehr gebrannte CDs als verkaufte. Das Internet hat zugeschlagen.

Spotify leitet Wendepunkt ein

Der Start des iPhones 2007 beschleunigt den Niedergang der physischen Tonträger noch weiter. Den neuen Wendepunkt im Musikgebirge bringt dann überraschenderweise wieder das Internet: 2012 geht Spotify live.

Ich glaube, dass wir erst am Anfang der Wachstumswelle stehen, da Musik-Abos und werbefinanziertes Streaming weltweit zunehmen.
Universal-Chef.

Seitdem verdienen Labels wieder mehr Geld und Investoren rund um den Globus sehen in der Plattenkiste wieder eine Goldgrube. Universal Music setzt ähnlich wie die kleineren Konkurrenten Warner und Sony Music darauf, dass der durch Streaminganbieter ausgelöste Musik-Boom noch eine Weile anhält.

Musiklabels erleben Auferstehung

Die Nachfrage nach Streaming-Diensten - vor allem auch in der Corona-Krise, in der keine Live-Konzerte stattfanden - kurbelte die Umsätze der Plattenfirmen noch weiter an. Um neue Hörer zu gewinnen, arbeitet Universal etwa mit TikTok und YouTube zusammen. Dabei profitiert das Unternehmen von seinem umfangreichen Musikrechte-Katalog und den Lizenzgebühren, die fällig werden, wenn Songs beispielsweise auf Plattformen abgespielt werden.

Große Künstler wie Kanye West oder Drake gründen zwar ihre eigenen unabhängigen Labels, suchen aber für die Vermarktung doch noch Unterstützung bei den alten großen Platzhirschen. Musiklabels sind nicht tot, sie erleben an der Börse derzeit ihre Auferstehung.

Dennis Berger ist Redakteur in der ZDF-Redaktion für Wirtschaft und Finanzen.

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