Sie sind hier:

Abstimmung im EU-Parlament - Veggie-Burger darf weiter so heißen

Datum:

Veggie-Ersatzprodukte dürfen weiter dieselben Bezeichnungen wie ihre fleischigen Äquivalente tragen. Für Milchalternativen sollen dagegen strengere Regeln gelten.

Archiv: Der vegane Koch und Kochbuchautor Attila Hildmann haelt einen Veggieburger in der Hand.
Darf der Veggie-Burger weiterhin so heißen?
Quelle: dpa

Es ging um die Veggie-Wurst: Nach dem Willen des Europaparlaments sollen pflanzliche Fleisch-Ersatzprodukte auch weiterhin Bezeichnungen wie "Steak", "Burger" oder andere tierisch anmutende Benennungen tragen dürfen. Das EU-Parlament lehnte am Freitag einen entsprechenden Gesetzesentwurf ab. Auch ein Kompromiss-Entwurf, der eine deutlichere Kennzeichnung der Ersatzprodukte mit dem Vermerk "ohne Fleisch" vorschlug, fiel durch.

Das Votum über den Gesetzesvorschlag war Teil eines Berichts zur Gemeinsamen Agrarreform (GAP) der Europäischen Union, über die das Parlament in dieser Sitzungswoche abstimmt. Die EU-Abgeordneten entscheiden mit ihrem Votum über den Standpunkt des EU-Parlaments, mit dem es anschließend in die Verhandlungen mit EU-Rat und -Kommission geht. Rat und Kommission hatten zu der Thematik bisher keinen Vorschlag gemacht.

Der Fleischmarkt steht vor einem Umbruch. Der Umsatz mit Fleisch aus der Tierproduktion soll in den nächsten Jahrzehnten sinken und der Konsum von veganen Fleischersatz zulegen.

Beitragslänge:
22 min
Datum:

Strengere Regeln für Milchalternativen

Während die pflanzliche Pelle der Tofu-Wurst unberührt bleibt, soll es der Entscheidung des EU-Parlaments zufolge aber Änderungen bei anderen Produkten geben: Der Gesetzesentwurf für strengere Regeln für Milchalternativen erhielt eine Mehrheit von 386 zu 290 Stimmen.

Bezeichnungen wie "Mandelmilch" sind in der EU bereits verboten. Der Europäische Gerichtshof urteilte 2017, dass als Milch nur Erzeugnisse bezeichnet werden dürfen, die aus der"normalen Eutersekretion" von Tieren gewonnen werden. Das Gleiche gilt für die Bezeichnungen von Milchfolgeprodukten als "Käse" oder "Butter".

Der Gesetzesentwurf sieht nun vor, dass auch beschreibende Ausdrücke wie "à la", "Typ" oder "Nachahmung" nicht zugelassen werden sollen.

Verbraucherverband kritisiert Milch-Beschluss

Marco Contiero, EU-Direktor für Agrarpolitik bei der Umweltorganisation Greenpeace, nannte die Entscheidung für verschärfte Regeln für Milch-Ersatzprodukte "schmachvoll". Der Europäische Verbraucherverband (BEUC) schloss sich der Kritik an.

Die Hoffnung liege nun darauf, dass sich der Gesetzesvorschlag bei den Verhandlungen mit dem EU-Rat nicht durchsetzen könne, teilte BEUC-Lebensmittelexpertin Camille Perrin mit. Der Verband lobte indes die Entscheidung gegen das Verbot von Fleisch-Bezeichnungen für Veggie-Produkte. Damit sei das EU-Parlament dem gesunden Menschenverstand gefolgt, so der Verband.

Landwirtschaftsverband hatte gegen Fleischbezeichnung getrommelt

Einige EU-Parlamentarier hatten vor der Abstimmung die Diskussion über das Thema kritisiert. "Wir halten die ganze Debatte für völlig überflüssig", sagte der FDP-EU-Abgeordnete Jan-Christoph Oetjen der Deutschen Presse-Agentur. "Wir sind überzeugt, dass sich der Bürger selbst ein Bild machen kann." Schließlich wisse der Verbraucher auch, dass man Scheuermilch nicht trinken könne, so Oetjen.

Jakob untersucht den Fleischkonsum der Deutschen und sucht nach nachhaltigen Alternativen. Außerdem spricht er mit einer Ernährungsexpertin darüber, auf was man achten sollte, wenn man sich vegetarisch oder vegan ernährt. Am Ende gibt es noch eine …

Datum:

Vor allem Landwirtschaftsverbände hatten vorab massiv Werbung für das Verbot der Fleischbezeichnungen für Ersatzprodukte gemacht. Der EU-Landwirtschaftsverband (Copa-Cogeca) erklärte in einem Tweet, dass mit der Zulassung von Fleischbezeichnungen für pflanzenbasierte Alternativen die Büchse der Pandora geöffnet werde. Er sprach von einem Schaden für Landwirte und Konsumenten, die durch die unklaren Bezeichnungen verwirrt würden.

Fleischstücke in einer Fleischfabrik

Nachrichten | Thema - Fleisch 

Fleisch essen - oder nicht? Was auf unseren Tellern landet, darüber gibt es zunehmend Diskussionen. Aktuelle Nachrichten und Hintergründe zum Nahrungsmittel ...

In Deutschland ist auch "Mundgefühl" entscheidend

In Deutschland sind Fleischbezeichnungen für Pflanzenprodukte derzeit möglich. Voraussetzung dafür ist der Deutschen Lebensmittelbuch-Kommission zufolge, dass es eine Ähnlichkeit der Produkte gibt. Diese kann durch verschiedene Kriterien wie den Verwendungszweck, Konsistenz oder auch das Mundgefühl gegeben sein.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.