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Zinswende : Steigende Zinsen treffen Verbraucher doppelt

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Während die Zinsen fürs Bauen und für Konsumentenkredite anziehen, tut sich bei den Sparzinsen so gut wie nichts. Viele empfinden das als ungerecht. Warum ist das so?

Einfamilienhaus im Bau
Die Bauzinsen werden zunächst wohl weiter hoch bleiben (Symbolbild).
Quelle: imago

Vorbei die Zeiten des ganz billigen Geldes. Zuerst haben es die "Häuslebauer" zu spüren bekommen. Bauzinsen erhöhten sich seit Jahresbeginn bereits um gut 1,6 Prozentpunkte für Darlehen über zehn Jahre. Und Experten sind sich einig: Das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange. Die Hypothekenkredite werden sich weiter verteuern.

Auch die Zinsen für Konsumentenkredite steigen inzwischen wieder. Wer sich also ein Auto, eine Waschmaschine oder ein neues Notebook auf Pump kaufen will, wird merken: Hoppla - ganz so billig, wie noch im vergangenen Jahr, als man teilweise sogar kostenlos seinen Kauf in Raten abstottern konnte, ist es nicht mehr.

Zeiten für Sparer schwierig

Geld hat wieder einen Preis - den Zins. Wer etwas kaufen will und das Geld nicht hat, muss dafür zusätzlich zahlen. Und zwar mehr als zuletzt. Leider geht der zweite Teil des Gleichung nicht auf. Wer Geld hat, auf dem Sparbuch, dem Tagesgeld- oder Festgeldkonto, bekommt dafür derzeit nichts mehr. Die Festgeldzinsen verharren auf ihrem Niveau. Viel gab es zuletzt ohnehin nicht, bei den meisten Geldhäusern selbst bei längerer Zinsbindung fast gar nichts mehr.

Verständlich, dass vor allem Sparer ihr Unverständnis äußern. Zumal die Zinsen an den Kapitalmärkten bereits wieder gestiegen sind. Zu beobachten ist das an langfristigen Geldanlagen in Pfandbriefen. Hier ist vor allem die zehnjährige Bundesanleihe maßgebend. Mit ihr leiht sich der deutsche Staat Geld.

Auch in diesem Jahr steigen die Baupreise wieder an. Das Baugewerbe erwartet einen Anstieg von vier Prozent. Grund dafür sind die steigenden Materialpreise.

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Erstmals seit fast sieben Jahren ist die Rendite der Zehnjährigen zuletzt - nachdem sie noch im letzten Jahr im Minus notierte - wieder über die Marke von einem Prozent geklettert. Aber - und jetzt kommt das große Aber: Diese zehnjährige Bundesanleihe spielt für die Sparzinsen keine Rolle, wohl aber für die Bauzinsen. Die Logik dahinter: Steigen die Zinsen am Kapitalmarkt, wird es für die Geldhäuser kostspieliger, die Ausgabe ihrer Hypothekendarlehen zu finanzieren. Ergo verteuern sich die Baukredite.

Noch keine Zinserhöhung durch die EZB

Die Sparzinsen ihrerseits orientieren sich:

  • am Bedarf der Geschäftsbanken an Spargeldern (wollen sie mehr, geben sie dafür höhere Zinsen)
  • an den Leitzinsen der Europäischen Zentralbank

Und vor allem hier liegt der Hase im Pfeffer. Trotz hoher Inflation, die in der Regel mit höheren Leitzinsen bekämpft wird, hat die Europäische Zentralbank (EZB) noch nicht an der Zinsschraube gedreht. Eine Zinserhöhung der EZB würde höhere Tagesgeld- und Festgeldzinsen wahrscheinlich machen - aber auch Raten- oder Konsumentenkredite weiter verteuern.

Experten: Bis Bauzinsen wieder fallen, könnten Jahre vergehen

Doch bleiben wir noch bei den Sparern - bei denen, die etwas mehr Geld auf der hohen Kante haben. Die warten zunächst auf etwas anderes: darauf, dass die Geschäftsbanken nach einer möglichen Zinserhöhung der EZB endlich wieder ihre Negativzinsen rückgängig machen - das sogenannte Verwahrentgelt, von vielen Geldhäusern eingeführt, nachdem sie selbst Minuszinsen bei der Zentralbank für "über Nacht geparktes" Geld zahlen mussten.

Fährt die EZB also in naher Zukunft ihre "Strafzinsen" auf Einlagen der Banken zurück, sollten auch die Geldinstitute mit den Negativzinsen aufhören. Die ING Deutschland, noch besser bekannt unter ING-DiBa, hat bereits angekündigt, in wenigen Wochen für fast alle Privatkunden keine Verwahrentgelte mehr erheben zu wollen.

Ein Wort noch zum Auslöser der Zinswende, die Bekämpfung der viel zu stark gestiegenen Preise. Nicht zuletzt die Inflation ist der Grund, warum auch die Bauzinsen weiter steigen werden. Und solange es der EZB nicht gelingt, den Preisauftrieb halbwegs wieder einzufangen, gehören die historisch tiefen Hypothekenzinsen der Vergangenheit an. Bis die Bauzinsen wieder fallen, können Jahre vergehen, schätzen Finanzierer.

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