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Vermögensreport 2021 - Die Vermögen steigen, die Ungleichheit bleibt

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Die Vermögen weltweit haben einer Studie zufolge neue Höchststände erreicht. Doch die Ungleichheit ist nicht gesunken. Im Gegenteil - sie könnte im Fortgang der Pandemie zunehmen.

Das globale Vermögen hat im Corona-Jahr 2020 ein Rekordergebnis erzielt. Durch private Einsparungen wurde laut der Allianz erstmals die 200-Billionen-Euro-Marke geknackt.

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Während die Pandora-Papers versteckte Vermögen in Steueroasen aufdecken, sind die Vermögen insgesamt weltweit auf einen neuen Rekord geklettert: Um fast zehn Prozent sind sie gestiegen und haben so erstmals die Marke von 200 Billionen Dollar überschritten. Das ist das Ergebnis des Allianz Global Wealth Report 2021.

Überraschend viel Aktieninvestitionen in Deutschland

Dabei waren Ersparnisse in Form von Bankeinlagen die Haupttreiber dieser Entwicklung. Mit fast zwölf Prozent wuchsen die Sparguthaben auf den Bankkonten sogar schneller als das in Wertpapieren wie Aktien steckende Vermögen.

Der Grund für diese Entwicklung liegt in den Folgen der Pandemie selbst: Geschäfte blieben geschlossen, Veranstaltungen fielen aus, Reisen und Urlaube fanden nur eingeschränkt statt – wenn überhaupt. Kurz: Die meisten Menschen waren praktisch zum Sparen gezwungen.

Frische Spargelder schnellten um 78 Prozent in die Höhe - auf 5,2 Billionen Euro. Das ist ein absoluter Rekordwert. Zudem haben die Geldpolitik der Notenbanken und die fiskalischen Hilfsprogramme seitens der Staaten die Lage stabilisiert.

Der heutige Equal Pay Day macht auf die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen aufmerksam. In der Pandemie hat sich aber auch allgemein die Ungleichheit in Deutschland verschärft.

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Das hat auf der einen Seite Vermögen geschützt. Zum anderen haben die Aktienmärkte auch schnell wieder einen Erholungskurs eingeschlagen.

Hier bilden die deutschen Sparer übrigens im Vergleich zu denen anderer Länder des Euroraumes eine Ausnahme. "Im letzten Jahr war das erste Mal, dass die Deutschen wieder mehr Geld in die Kapitalmärkte – hier vor allem Aktien und Fonds – investiert haben als in Versicherungs- und Pensionsfonds. Dies ist das erste Mal seit dem Jahr 2000", sagt Allianz-Volkswirt Arne Holzhausen.

Ungleichheit der Vermögen könnte sich verschärfen

In Deutschland nahm im Corona-Jahr 2020 das Geldvermögen der Haushalte um 6,6 Prozent zu. Das ist der zweitstärkste Anstieg seit der Jahrhundertwende. Auch für dieses Jahr sehen Holzhausen und seine Kolleginnen und Kollegen steigende Vermögen voraus, sie erwarten einen Anstieg von noch einmal sieben Prozent. Allerdings dürfte die Pandemie die Ungleichheit der Vermögensverteilung auch hierzulande weiter verschärfen.

Denn Bankeinlagen verlieren durch die vergleichsweise hohe Inflation an Wert; und davon sind vor allem untere Vermögensklassen betroffen, weil sie ihr bescheidenes Vermögen oft auf dem Konto oder in Form eines Sparbuches halten. Vermögende Menschen hingegen legen ihr Geld verstärkt eben auch in Aktien- und Immobilienmärkten an.

Hauptsächlich konzentriert sich dieser Aktienbesitz in den hohen Vermögensschichten.
Arne Holzhausen

Oberste zehn Prozent besitzen 84 Prozent der Vermögen

Auch Forscher etwa beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) beobachten seit längerem bereits eine hohe Vermögensungleichheit in Deutschland. Das gilt auch im internationalen Vergleich.

"Das kann man daran festmachen, dass die untere Hälfte der Bevölkerung einen Vermögensanteil von etwa ein bis zwei Prozentpunkten hat. Dagegen halten die obersten zehn Prozent einen Anteil von etwa zwei Dritteln des gesamten Vermögens", sagte Markus Grabka, Einkommens- und Vermögensexperte beim DIW gegenüber ZDFheute. "Das heißt also: Hier liegt eine ganz klare Ungleichverteilung vor, die weitaus stärker ist als zum Beispiel bei den Haushaltsnettoeinkommen."

Mehrere Tausend Menschen demonstrieren für mehr soziale Gerechtigkeit. Ein Thema, das von vielen Befragten im ZDF-Politikbarometer als wichtig für die Wahlentscheidung bezeichnet wird.

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Insgesamt besitzen nach der jüngsten Vermögensstudie der Allianz die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung den Löwenanteil von 84 Prozent aller Vermögen. Dagegen besitzen die unteren 30 bis 40 Prozent – hierzulande wie weltweit – so gut wie keine nennenswerten Rücklagen oder Vermögen.

Die Corona-Krise könnte die Vermögensungleichheit weiter verschärfen, warnten die Allianz-Experten. Sie gehen zudem davon aus, dass Covid-19 das Wirtschaftswachstum der ärmeren Länder deutlich länger belasten wird als das der Industrieländer.

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