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Vermögenschere geht auseinander - Arme bleiben arm in Deutschland

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Der Vermögensanteil der ärmsten Haushalte und auch der mittleren Vermögensklassen in Deutschland stagniert. Das geht aus Zahlen der Bundesregierung hervor.

Archiv: Hochhäuser mit Wohnungen nahe der Leipziger Straße in Berlin
Die Corona-Pandemie könnte die Ungleichheit zusätzlich verstärken.
Quelle: dpa

Der Anteil der reichsten zehn Prozent der Haushalte in Deutschland am gesamten privaten Nettovermögen ist weiter gestiegen.

In den Jahren von 1998 bis 2018 nahm er um zwölf Prozent zu, wie die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion schrieb, die dem ZDF vorliegt.

Das ärmste Zehntel muss sich verschulden

Dagegen stagnierte der Vermögensanteil des ärmsten Zehntels der Haushalte. Ihr Anteil am gesamten Vermögen lag laut Regierung 1998 wie 2018 bei minus 0,4 Prozent - das heißt, sie mussten sich verschulden.

Auch die mittleren Vermögensklassen konnten der Regierungsantwort zufolge ihre Anteile am Kuchen in den zwei Jahrzehnten nicht erhöhen.

Etwa jeder Zweite in Deutschland hat nicht genug, um etwas zur Seite zu legen. Vermögensaufbau? Vorsorge? Fehlanzeige! Kann Wohlstand heute nicht mehr erarbeitet werden?

Beitragslänge:
28 min
Datum:

Anfrage der Linksfraktion zur "Schere zwischen Arm und Reich"

Die Regierung beruft sich in der Antwort auf die letzte Einkommens- und Verbrauchsstichprobe der amtlichen Statistik von Bund und Ländern.

Seit Jahren geht die Schere weiter auseinander, sowohl bei den Einkommen als auch bei den Vermögen,

kritisiert Linken-Fraktionsvize Fabio De Masi. "Gerade das Vermögen konzentriert sich sehr stark in der Spitze. Die Hälfte der Bevölkerung hingegen besitzt unter dem Strich fast nichts."

Corona als Brandbeschleuniger

De Masi wertet dies als Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Corona könnte die Situation noch verschärfen:

Nach der Pandemie werden die Zahlen noch viel drastischer aussehen, denn die Krise ist ein Brandbeschleuniger für die Ungleichheit.
Fabio De Masi, Linken-Fraktionsvize

Er fordert eine einmalige Vermögensabgabe nach Vorbild des Lastenausgleichs nach dem Zweiten Weltkrieg und die Abschöpfung der Extra-Profite bei Krisengewinnern wie dem US-Digitalkonzern Amazon.

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