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Nächster Anlauf für Fusion - Vonovia will mehr für Deutsche Wohnen zahlen

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Vonovia lässt nicht locker: Europas größter Immobilienkonzern greift erneut nach der Deutschen Wohnen. Helfen soll mehr Geld für die Aktionäre. Die Fusion war kurz zuvor geplatzt.

Wohnungen in Berlin
Die Deutsche Wohnen besitzt rund 155.000 Mietwohnungen, etwa 70 Prozent davon in Berlin.
Quelle: epa

Nach der gescheiterten Übernahme des kleineren Konkurrenten Deutsche Wohnen will der Immobilienkonzern Vonovia die Aktionäre mit einem höheren Angebot doch noch überzeugen.

Der Bochumer Konzern unternimmt einen neuen Anlauf und will den Eignern der Deutschen Wohnen 53 Euro je Anteil zahlen - und damit einen Euro mehr als zuletzt, wie das Unternehmen in der Nacht zu Montag bekanntgab. Zunächst muss aber die Finanzaufsicht Bafin grünes Licht geben. Zusammen stehen die beiden Dax-Konzerne weiter hinter dem Vorhaben. In einer gemeinsamen Mitteilung hieß es:


Vonovia und Deutsche Wohnen halten ein Zusammengehen beider Unternehmen weiterhin strategisch und gesellschaftspolitisch für sinnvoll.

Vonovia und Deutsche Wohnen hoffen auf Deal Ende des Jahres

Mit der aufgestockten Offerte wird das Deutsche-Wohnen-Kapital mit rund 19 Milliarden Euro bewertet. Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia will erneut mindestens die Hälfte der Anteile an der Nummer 2 der Branche erwerben. An dieser Schwelle war Vonovia knapp gescheitert. Im Moment hält Vonovia knapp 30 Prozent der Deutsche-Wohnen-Aktien.

Der Konzern will sein neues Angebot nun "zeitnah" vorlegen, doch dafür wird Vonovia zunächst bei der Finanzaufsicht Bafin um die Aufhebung der einjährigen Sperrfrist bitten müssen. Falls die Behörde zustimmt, hoffen beide Konzerne darauf, den Deal im vierten Quartal über die Bühne zu bringen.

Ein Mega-Konzern soll enstehen

Gemeinsam hätten der Konzern mehr als eine halbe Million Wohnungen in der Bundesrepublik.

  • Vonovia mit Sitz in Bochum besitzt (Stand: Ende März) knapp 415.000 Wohnungen, davon gut 354.000 in Deutschland. Damit ist das Unternehmen bereits jetzt Europas größter Wohnungskonzern.
  • Die Deutsche Wohnen wiederum ist der größte Privatvermieter in der Hauptstadt: Rund 114.000 der insgesamt mehr als 155.000 Wohnungen stehen im Großraum Berlin.

Das Angebot, dem Land Berlin Wohnungen zu verkaufen und Mieten in der Hauptstadt zu begrenzen, gilt der Deutschen Wohnen zufolge weiter.

Fusion bereits mehrmals gescheitert

Beide Unternehmen seien sich einig, dass große Herausforderungen wie Klimaschutz, bezahlbares Wohnen und Neubauten sich gemeinsam "wesentlich kraftvoller bewältigen" ließen, hieß es. Auch sei ein Zusammenschluss gleichermaßen von Vorteil für Aktionäre, Mieter und den Wohnungsmarkt. Mieterschutzverbände sehen die Fusion hingegen kritisch und werfen der Vonovia unter anderem "social washing" vor.

Beide Konzerne erwarten jährliche Einsparungen von 105 Millionen Euro, da die gemeinsame Bewirtschaftung erhebliche Kostenvorteile schaffe. Auch ergänzten sich die Portfolios von Vonovia und Deutsche Wohnen ideal.

Bereits 2016 war Vonovia mit der Übernahme der Deutschen Wohnen gescheitert. Auch damals wurde die Mindestannahmequote für die Milliardenofferte nicht erreicht. Anders als in diesem Jahr hatte damals jedoch der Vorstand der Deutschen Wohnen das Angebot als feindlich eingestuft und sich heftig gegen den Plan gewehrt.

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1 min
von Sina Mainitz
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