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Deutsche Wohnen und Vonovia : Megafusion: Was der "Wohnungsriese" vorhat

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Es wäre eine Megafusion: Vonovia will die Deutsche Wohnen übernehmen. Viele Mieter fürchten nun höhere Preise bei ohnehin knappem Wohnraum. Ist die Sorge begründet?

Die beiden größten deutschen Wohnimmobilienkonzerne Vonovia und Deutsche Wohnen stehen kurz vor einem Zusammenschluss. Die geplante Megafusion und die damit verbundene schiere Größe des neuen "Wohnungsriesen" schreckt manchen ab. Sollte sie aber nicht. Vor dem neuen Großkonzern liegen gewaltige Aufgaben und er wird mit Argusaugen beobachtet werden.

Partnerschaft statt Konkurrenz

Mehr als 500.000 Wohnungen gehören Vonovia und Deutsche Wohnen zusammen. Als erstes denken da viele vielleicht an Marktmacht und steigende Mieten auf einem ohnehin für viele schon sehr angespannten Wohnungsmarkt.

Das wissen beide Konzerne. Deshalb haben sie heute auf ihrer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin vielen den Wind aus den Segeln genommen. Es soll bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden. Die einstigen Konkurrenten wollen künftig partnerschaftlich zusammenarbeiten und sich gemeinsam den Anforderungen an den Wohnungsmarkt stellen. So heißt es.

Dritter Anlauf könnte erfolgreich sein

Nach 2016 und 2020 ist es bereits das dritte Mal, dass Vonovia versucht, den kleineren Konkurrenten Deutsche Wohnen zu übernehmen. Dieses Mal könnte es klappen. Der US-Vermögensverwalter Blackrock und der norwegische Staatsfonds gehören mit jeweils rund zehn Prozent zu den größten Anteilseignern von Vonovia und Deutsche Wohnen. 

Vonovia bietet den Deutsche-Wohnen-Aktionären dafür 18 Milliarden Euro. Zusammen kommen die beiden einzigen Immobilienkonzerne im Leitindex Dax auf mehr als 550.000 Wohnungen im Wert von mehr als 80 Milliarden Euro. Dazu ein Börsenwert von 48 Milliarden Euro. Am Aktienmarkt legen die Werte von Deutsche Wohnen um rund 15 Prozent zu.

Vonovia-Aktien auf Abwärtskurs

Das Übernahmeangebot soll von Mitte Juni bis Mitte Juli laufen, im August soll die Transaktion dann unter Dach und Fach sein. Das Vorhaben kostet Geld. Vonovia plant daher eine acht Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung, um die Übernahme teilweise zu refinanzieren.

Bei einer anstehenden Kapitalerhöhung verliert der Aktienkurs. So auch bei Vonovia, heute mit einem Minus von rund fünf Prozent.

Von einer marktbeherrschenden Stellung des Unternehmens auf dem deutschen Wohnungsmarkt kann keine Rede sein. Denn die meisten Wohnungen in Deutschland sind nach wie vor in staatlicher oder privater Hand.

Gerade einmal 1,5 Prozent (Vonovia) und 0,5 Prozent (Deutsche Wohnen) fallen auf beide Konzerne. Egal wer Wohnungsbesitzer ist, auf alle kommen gewaltige Aufgaben und Kosten zu. Immer schärfere Klimavorgaben zwingen zu energetischen Sanierungen der Wohnungen.

Pläne des neuen "Wohnungsriesen"

  • Nach dem Zusammenschluss von Vonovia und Deutsche Wohnen sollen bezahlbarer Wohnraum und 20.000 neue Wohnungen entstehen.
  • Künftig anstehende Modernisierungsausgaben in Berlin sollen auf maximal zwei Euro pro Quadratmeter begrenzt werden.
  • Zudem soll die Miete in den nächsten drei Jahren um maximal ein Prozent pro Jahr steigen.

Kartellamt und Aktionäre entscheiden

Das letzte Wort beim geplanten Zusammenschluss von Vonovia und Deutsche Wohnen haben das Bundeskartellamt und die Aktionäre. Danach wird sich zeigen, ob beide tatsächlich partnerschaftlich zusammen gehen dürfen und für Mietstabilität stehen.

Beim erst kürzlich erfolgten Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Mietendeckel in Berlin reagierten beide Konzerne unterschiedlich. Während Deutsche Wohnen das Geld von den Mietern zurückfordern will, erklärte Vonovia nach der Urteilsverkündung, auf nachträgliche Forderungen verzichten zu wollen.

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von Andrea Maurer
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