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Was VW-Kunden zum Diesel-Deal wissen müssen

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Einigung auf Vergleich - Was VW-Kunden zum Diesel-Deal wissen müssen

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Nun also doch: Im Dieselskandal haben sich Volkswagen und Verbraucherschützer auf einen Vergleich geeinigt. Kunden müssen überlegen, was sie tun. Wichtige Fragen und Antworten.

Volkswagen und Verbraucherschützer haben sich im Dieselstreit geeinigt. 260.000 Kunden sollen wegen manipulierter Motoren Entschädigungen bekommen.

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Viele deutsche VW-Dieselkunden können aufatmen: Nach langer Auseinandersetzung bekommen zumindest die meisten Teilnehmer des Braunschweiger Musterverfahrens Schadenersatz für den Wertverlust ihrer Autos. Dabei schien eine gemeinsame Lösung, die sowohl vom Autokonzern als auch von Verbraucherschützern getragen wird, fast schon geplatzt.

Wie sieht das Angebot an die VW-Dieselkunden aus?

Der Vergleich richtet sich an 262.500 Besitzer von Dieselautos der Konzernmarken, in denen die fraglichen EA-189-Motoren verbaut sind - neben Modellen der Kernmarke VW-Pkw also etwa auch bei Audi, Skoda, Seat und den leichten VW-Nutzfahrzeugen.

Sie erhalten Entschädigungen zwischen 1.350 und 6.257 Euro, wie VW und der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) vereinbarten. Es geht um die Modelljahre 2008 bis 2016. VW-Rechtsvorstand Hiltrud Werner verspricht:

Alle Kunden werden ein für ihr Fahrzeug und das Alter ihres Fahrzeugs zugeschnittenes Angebot in Kürze von uns erhalten.

Im Schnitt sollen die Zahlungen 15 Prozent des Kaufpreises abdecken. Die Gesamtsumme liegt etwa bei 830 Millionen Euro. Zudem trägt VW die Kosten zur Abwicklung des Vergleichs und zur Rechtsberatung. Wirtschaftsprüfer sollen die Umsetzung beobachten. Für Streitfragen wird eine Ombudsstelle eingerichtet.

Wie sollen die Dieselfahrer an ihr Geld kommen?

Alle Teilnehmer der Musterfeststellungsklage am Oberlandesgericht (OLG) Braunschweig sollen Mitte März Post von VW bekommen. Darin werden sie informiert, ob sie Entschädigungen bekommen können oder nicht. Diejenigen, die das Vergleichsangebot annehmen, sollen ihre Ansprüche über eine digitale Plattform im Internet oder über ein Call-Center abwickeln können.

Welcher Betrag ihnen angeboten wird, erfahren die Dieselbesitzer, wenn sie die Fahrzeugidentifikationsnummer und das Kaufdatum angegeben haben. Nehmen sie den Vergleich an, müssen sie noch eine Kopie der Zulassungsbescheinigung (früher Fahrzeugbrief) oder eine Kopie des Kaufvertrags an VW schicken. Das Geld soll dann innerhalb von drei Monaten fließen.

Auspuff vor VW-Werk. Symbolbild.

Nach Musterfeststellungsklage -
1.350 und 6.200 Euro für VW-Diesel-Kunden
 

Volkswagen und Verbraucherschützer haben sich jetzt doch auf einen Vergleich für Hunderttausende Diesel-Kunden geeinigt. Einige Eckpunkte hat VW schon genannt.

Warum sind nicht alle rund 440.000 Teilnehmer der Musterklage dabei?

Die 262.500 Dieselbesitzer sind nur eine Teilmenge der rund 440.000 Einträge für das Musterverfahren. Erst mussten Doppel- und Spaßeinträge abgezogen werden - dann alle, die zum Kaufzeitpunkt im Ausland lebten oder ihr Auto nach dem 31. Dezember 2015 kauften.

Hier könne man nicht pauschal sagen, ob deutsches oder ausländisches Recht gelte und wann sie erfahren hätten, dass ihr Fahrzeug betroffen sei, erklärte vzbv-Anwalt Tobias Ulbrich. "Die Ausnahme dieser Gruppen bedeutet nicht, dass sie keine Ansprüche haben", betonte er. Sie hätten in Einzelklagen durchaus Chancen auf Erfolg.

Wie soll die Abwicklung sichergestellt werden?

Die Musterklage will der vzbv jetzt fallen lassen. "Wir werden nun alles daran setzen, die Einmalzahlungen so schnell wie möglich anbieten und auszahlen zu können", sagte VW-Vorstandsmitglied Werner. Der vzbv hatte darauf gedrungen, dass die Leistungen nach nachvollziehbaren Kriterien erfolgen.

Döss betonte: "Wichtig war beiden Seiten, dass eine unabhängige Kontrolle der Umsetzung und eine transparente Abwicklung des Vergleichs erfolgt." Das sei nun gegeben.

Die Verbraucherschützer raten allen Betroffenen, sich von einem Anwalt beraten zu lassen, bevor sie den Vergleich annehmen oder ablehnen. Für den Fall, dass der Vergleich zustande bekommt, übernimmt VW die Kosten dafür bis zu einer Summe von 190 Euro netto.

Volkswagen-Entschädigungszahlung -
Für wen sich die Diesel-Entschädigung lohnt
 

Die Musterfeststellungsklage lässt Volkswagen platzen, Betroffene sollen aber trotzdem entschädigt werden. 830 Millionen Euro stehen dafür bereit - doch lohnt sich das Angebot?

von Mario Shabaviz
Videolänge:
2 min

Was passiert, wenn Kunden das Angebot nicht annehmen?

Die Entscheidung für oder gegen den Vergleich ist bis zum 20. April möglich. Falls sie nicht mitmachen wollen, können die Kunden in Einzelklagen weiter für mehr Geld streiten. Diese sollten sie laut vzbv vor dem Oktober einreichen, da sonst Ansprüche verjähren.

Es ist allerdings unklar, ob vergleichbare Bedingungen erzielt werden können. Das wird auch von einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs am 5. Mai abhängen. Dann geht es voraussichtlich unter anderem darum, ob bei Schadenersatz eine Nutzungsentschädigung gerechtfertigt ist.

Die Orientierung am oft geringeren Restwert des Autos und eine Verrechnung der Laufleistung könnten die Summe für die Verbraucher drücken. "Wer weniger Risiko eingehen möchte, kann den Vergleich annehmen", sagte Müller. Eine Rolle bei dem Thema spielen auch die wirtschaftlichen Interessen von Anwaltskanzleien.

Warum hatte es vorher Streit zwischen VW und vzbv gegeben?

Die erste Runde von außergerichtlichen Vergleichsverhandlungen hatten VW und vzbv vor zwei Wochen abgebrochen. Sie schoben sich gegenseitig die Verantwortung dafür zu, den Zeitdruck durch Ultimaten erhöht zu haben - am Ende platzte die eigentlich schon angepeilte Lösung. Unter Vermittlung des Braunschweiger OLG-Chefs kam es dann aber zu Güterverhandlungen.

Wie war die Vorgeschichte?

In den USA, wo die Abgas-Affäre im September 2015 bekanntgeworden war, hatte VW Verbraucher, Händler und Behörden mit Milliardensummen entschädigt. Es gab heftige Kritik daran, dass der Konzern dies in anderen Ländern nicht in ähnlichem Umfang tat - das wäre womöglich aber auch an die finanzielle Substanz des Unternehmens gegangen.

Tausende Kunden in Deutschland entschlossen sich zu individuellen Klagen. Der vzbv zog mit einer Musterfeststellungsklage stellvertretend für mehrere Hunderttausend Dieselfahrer vor Gericht. VW zögerte bei dem Vergleich lange mit Verweis auf die vielen unterschiedlichen Einzelfälle.

Vorstandsmitglied Werner erklärte nun: "830 Millionen sind auch für einen Konzern wie Volkswagen eine schmerzhaft hohe Summe. Aber es ist die beste Lösung für Volkswagen und die deutsche Justiz - und auch unsere Kunden."

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