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Diess und die Wette mit Volkswagen

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Konzernchef in der Kritik - Diess und die Wette mit Volkswagen

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Diess ist bei VW stark unter Beschuss geraten. Doch wieso darf er dann immer noch den Gesamtkonzern weiterführen? Der Grund ist eine "Wette", so ZDF-Korrespondent Kunz.

Der Konzernchef muss einen Teil seiner Macht abgeben. Herbert Diess ist nicht mehr auch Chef der Kernmarke VW. Zu groß die Probleme beim Golf 8 und ID3. Dazu ein Eklat, eine Auseinandersetzung mit dem Aufsichtsrat. Eine Führungskrise in der Krise.

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Die Nerven liegen blank in Wolfsburg. Wieder einmal. Aber derzeit so deutlich wie vielleicht seit dem Beginn von "Dieselgate" vor fast fünf Jahren nicht mehr. VW-Konzernchef Herbert Diess gibt die Führung der Hauptmarke in der größten Autogruppe der Welt ab. Freiwillig und aus eigener Einsicht - oder muss er sie abgeben?

Ist es eine letzte Warnung an den gern offensiv und schneidig auftretenden Manager, nachdem sich in den vergangenen Monaten die Probleme und Kommunikationspannen häuften? Offizielle Darstellung: Diess müsse "mehr Freiraum" für strategische Aufgaben erhalten. Inoffizielle Lesart bei so manchem: Er könne noch froh sein, wenigstens den Gesamtkonzern weiter steuern zu dürfen.

Klarer Machtverlust für Diess bei Volkswagen

"Für Diess bedeutet das, dass es ein ganz klarer Machtverlust ist", erklärt Ferdinand Dudenhöffer, Experte für Automobilwirtschaft an der Universität Essen. Für VW bedeute es, dass der Konzern unklar in seiner Führung ist.

"Das Thema Elektromobilität, das Thema Digitalisierung wurde wesentlich durch Herbert Diess initiiert, beziehungsweise beschleunigt", erklärte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management. Aber in der Umsetzung hake es.

Er hat sich zu viel vorgenommen, er hat der Mannschaft in zu kurzer Zeit zu viel abverlangt.
Stefan Bratzel, Center of Automotive Management

Diess warf Aufsichtsrat Straftaten vor

Vor der Abgabe der Führung der VW-Kernmarke soll Diess zudem dem Aufsichtsrat Straftaten und fehlende Integrität vorgeworfen haben.

"Dr. Diess hat sich in aller Form bei den Mitgliedern des Aufsichtsrates für die Äußerungen entschuldigt und erklärt, dass diese unangemessen und falsch waren", hieß es am Dienstag in einer Mitteilung des Aufsichtsrats zu den Vorfällen.

Volkswagen ist mit Diess eine Wette eingegangen

Aber warum behält Diess dann überhaupt eine Funktion beim Konzern? "Diess bleibt mächtig, weil es gar nicht so einfach ist, jemand zu ersetzen, der so ein dickes Schiff wie VW führt", schätzt ZDF-Korrespondent Peter Kunz die Lage ein. Er sei zudem auch gelobt worden, für den Wandel den er eingeleitet habe. Dieser hake nun aber.

VW-Konzernchef Diess setze voll auf die Elektromobilität. Dafür stehe er. Lasse man ihn gehen, so ZDF-Korrespondent Peter Kunz aus Wolfsburg, dann verliere man diese entscheidende Wette auf die Zukunft: mit Massenfertigung in den Elektroautomarkt.

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"Mit Diess ist es so eine Art Wette", erklärt Kunz. "Er hat eine Wette abgeschlossen auf die Zukunft." Er habe voll auf die Elektromobilität gesetzt.

Wenn man ihn jetzt entlässt, dann steigt man auch aus der Wette aus. Dann kann man nur verlieren.
Peter Kunz, ZDF-Korrespondent
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