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Ex-VW-Manager Schmidt vor Auslieferung

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Dieselskandal in den USA - Ex-VW-Manager Schmidt vor Auslieferung

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Oliver Schmidt ist einer der wenigen VW-Manager, die nach dem Dieselskandal in den USA verurteilt wurden. Nun kann er den Rest seiner Haftstrafe in Deutschland absitzen.

Oliver Schmidt
Oliver Schmidt wurde 2017 in den USA verurteilt.
Quelle: broward county sheriff's office/ap

In das Verfahren um die Auslieferung des wegen seiner Rolle im "Dieselgate"-Skandal in den USA verurteilten und inhaftierten Ex-Volkswagen-Managers Oliver Schmidt nach Deutschland kommt Bewegung. Schmidt gab am Donnerstag bei einer Gerichtsanhörung in Detroit seine Zustimmung, in sein Heimatland überstellt zu werden.

Der zuständige Richter stimmte laut der Nachrichtenagentur Reuters der Überstellung nach Deutschland zu. Der heute 51-Jährige sollte eigentlich erst im Dezember 2022 aus der US-Haft entlassen werden. Die restliche Strafe wegen Verschwörung zum Betrug im Zusammenhang mit dem Diesel-Skandal soll er nun in Deutschland absitzen.

Schmidt war 2017 als angeblicher Mittäter bei VWs Abgasmanipulationen in den USA zu sieben Jahren Gefängnis und 400.000 Dollar Geldstrafe verurteilt worden.

Schmidt soll Justiz bei Ermittlungen getäuscht haben

Seine Anwälte setzen sich seit Jahren für eine Auslieferung nach Deutschland ein. Dies gelang zuvor bereits dem Ex-VW-Ingenieur James Liang, der als erster Angeklagter im Abgas-Skandal in den USA verurteilt worden war. Er wurde Ende 2019 nur wenige Wochen nach seiner Rückkehr nach Deutschland vorzeitig aus der Haft entlassen.

Schmidt war laut US-Anklage von Februar 2012 bis März 2015 in leitender VW-Funktion mit Umweltfragen in den USA betraut und soll angeblich die Justizbehörden bei ihren "Dieselgate"-Ermittlungen getäuscht haben. Das FBI hatte den Deutschen am 7. Januar 2017 vor dem Rückflug von einem Florida-Urlaub in die Heimat geschnappt. Ob mit Schmidt ein Drahtzieher oder eher ein Bauernopfer in dem Skandal verurteilt wurde, der dem VW-Konzern schon mehr als 30 Milliarden Euro an Rechtskosten verursacht hat, ist bis heute nicht ganz klar.

VW und der Dieselskandal - eine Chronologie

Beitragslänge:
3 min
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Kaum Konsequenzen für die meisten VW-Mitarbeiter

Die USA haben in der "Dieselgate"-Affäre eine ganze Reihe früherer Mitarbeiter von Volkswagen angeklagt, darunter auch der Ex-Konzernchef Martin Winterkorn. Doch trotz internationaler Haftbefehle müssen die meisten von ihnen keine unmittelbaren Konsequenzen fürchten, da ihnen keine Auslieferung in die USA droht. Bislang konnte nur Liang und Schmidt der Prozess in den USA gemacht werden. Im Juni wurde jedoch ein weiterer VW-Manager in Kroatien festgenommen, der vor ein US-Gericht gestellt werden könnte.

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