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Wohltätigkeit in Corona-Zeiten - Darauf sollte beim Spenden geachtet werden

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Obwohl die Corona-Krise viele Menschen finanziell belastet, wird in Deutschland weiter fleißig gespendet. Aber worauf gilt es dabei zu achten?

Sachsen, Leipzig: In einer Ausgabestelle der Leipziger Tafel bekommen die Kinder Lisa (l-r), Laura und Luna vom Weihnachtsmann liebevoll ausgesuchte Geschenke.
An einer Ausgabestelle der Leipziger Tafel bekommen die Kinder Lisa, Laura und Luna vom Weihnachtsmann liebevoll ausgesuchte Geschenke.
Quelle: dpa

Zu Weihnachten spenden viele Menschen in Deutschland gerne für wohltätige Zwecke. Beliebt zum Fest sind außerdem Spenden-Geschenke an Freunde und Verwandte, die "sowieso alles schon haben". Aber worauf gilt es beim Spenden in diesem Jahr zu achten? Und wie spendet man am besten? Experten klären auf.

Wie hat das Jahr das Spendenverhalten der Deutschen verändert?

Trotz der anhaltenden Corona-Krise, millionenfacher Kurzarbeit und Existenzkrisen von Unternehmen hat sich das Spendenverhalten der Deutschen nicht negativ verändert. In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres ist die Summe der Spenden in Deutschland sogar um rund 1,6 Prozent auf insgesamt rund 3,3 Milliarden Euro gestiegen. Das berichtet der Deutsche Spendenrat, der jährliche Hochrechnungen zum Spendenvolumen aufstellt.

Gibt es neue Spendenziele?

Durch die Schließungen der Gastronomie-Betriebe und der Ausfälle von Kultur- und Sportveranstaltungen hat sich 2020 eine neue Form des Spendens etabliert: das Spenden an privatwirtschaftliche Unternehmen.

"Das zeigt sich vor allem durch den Kauf von Gutscheinen, Soli-Tickets und ähnlichen Produkten", erklärt der Geschäftsführer des Spendenrats, Max Mälzer. Gutscheine seien zwar keine Spende im klassischen Sinne, aber doch ein Zeichen von Solidarität für kriselnde Unternehmen. In der Statistik des Spendenrats werden sie allerdings nicht gezählt.

Konzerte und Veranstaltungen sind abgesagt, Nothilfen reichen kaum. Eine Branche bangt um ihre Existenz. Wir schauen auf die Demo "Alarmstufe Rot" und sprechen mit The BossHoss.

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Wie lässt sich sicherstellen, dass jeder Cent einer Spende ankommt?

Der Spruch "Jeder Cent kommt an" habe den Spendenorganisationen nicht geholfen, sondern vielmehr geschadet, erklärt Larissa Probst, Geschäftsführerin des Deutschen Fundraising Verbands.

Spendenorganisationen können nur dann effektiv arbeiten, wenn sie auch Gelder für die Struktur ihrer Organisation zur Verfügung haben.
Larissa Probst, Geschäftsführerin des Deutschen Fundraising Verbands

Es brauche Wirtschaftsprüfer, Steuerfachleute und eine qualifizierte Leitung. "Das kostet einfach Geld." Gerade in diesem Jahr seien durch Umstrukturierungen in der Corona-Krise höhere Investitionen angefallen. Das sei jedoch kein schlechtes Zeichen, sondern notwendig, erklärt Probst.

Sollte man gezielt für ein bestimmtes Projekt spenden?

Nein, meint Larissa Probst: "Die konkrete Verwendung der Spende sollte man den Organisationen überlassen, die wissen am besten, wie sie ihre Gelder am Ende verteilen."

Sollte man das Spendenbudget aufteilen?

Wer die eigene Spendensumme auf verschiedene Organisationen aufteilt, unterstützt damit mehrere Projekte und Organisationen. Allerdings warnt Larissa Probst vor vielen Mini-Spenden. "Jede Spende löst mehrere Prozesse bei den Organisationen und Finanzdienstleistern aus." Es sei deshalb ratsam "ein oder zwei große Spenden zu tätigen, anstatt fünf oder sechs kleine Spenden", erklärt sie. Voraussetzung sei natürlich, dass das eigene Budget eine größere Spende hergibt.

Seit fast vier Jahren herrscht im Jemen ein Krieg, für den sich die Welt kaum interessiert. 22 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Am schlimmsten sei der Hunger im Land.

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Welche Regionen außerhalb Deutschlands sind besonders auf Hilfe angewiesen?

Der Deutschland-Chef des UNO-Flüchtlingshilfswerks, Peter Ruhenstroth-Bauer, weist auf die sogenannten "vergessenen Krisen" hin. Damit sind Krisengebiete gemeint, die wenig im medialen Fokus stehen und somit auch wenige Spenden erhalten. Dazu gehören laut Einschätzung der des Flüchtlingshilfswerks:

  • Die anhaltenden gewaltsamen Unruhen in der Demokratischen Republik Kongo.
  • Der Jemen-Krieg mit über 22 Millionen hilfsbedürftigen Menschen.
  • Der Bürgerkrieg im Südsudan, der bereits 2,5 Millionen Sudanesen zur Flucht bewogen hat.
  • Die gewaltsame Vertreibung der Volksgruppe der Rohingya von Myanmar nach Bangladesch.
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