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Werbeprospekte bitte nur, wenn gewünscht

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Umwelthilfe für Umkehr - Werbeprospekte bitte nur, wenn gewünscht

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Millionen Werbeprospekte werden täglich verteilt - ungefragt. In Mietshäusern steht oft direkt unter den Briefkästen ein Mülleimer für sie. Die Umwelthilfe will das nun ändern.

Eine Gratis-Werbezeitung steckt in einem Briefkasten. Archivbild
Werbeprospekte soll nur derjenige erhalten, der sie auch möchte.
Quelle: Oliver Berg/dpa

"Stopp - Keine Werbung!", "Bitte keine Werbung" oder "Reklame verboten!" - wer keine Prospekte im Briefkasten will, muss das über einen Aufkleber deutlich machen. Umweltschützern ist das ein Dorn im Auge. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will das Prinzip am Briefkasten deshalb umkehren: Werbeprospekte sollen nur noch bei Menschen landen, die sie auch wirklich haben wollen. Auf dem Aufkleber müsste dann stehen: "Bitte Werbung".

Umwelthilfe beklagt "riesige Abfallberge" durch Werbung

So eine Opt-in-Lösung sei gut für alle, sagte Barbara Metz, die Vize-Bundesgeschäftsführerin der DUH:

Wer weiterhin Werbung will, muss nur einen Aufkleber anbringen und bekommt sie. Der sinnlose umweltschädliche Großteil aber wird eingespart.

Nicht adressierte Werbung sorge in Deutschland für "riesige Abfallberge, vermüllte Hausflure sowie eine immense Ressourcenverschwendung und Klimabelastung". Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) müsse jetzt handeln. Mit einer Petition will der Verein Druck auf die Bundesregierung machen.

Justizministerium sieht "unternehmerische Freiheit beschränkt"

Im Justizministerium gibt es bisher keine solchen Pläne, wie eine Sprecherin sagte. Wenn Verbraucher ausdrücklich ihr Einverständnis äußern müssten, würde das "voraussichtlich nur eine geringe Zahl" von ihnen tun. Das hätte zwar den Vorteil, dass Abfälle vermieden werden könnten - andererseits würde es "die unternehmerische Freiheit beschränken".

Vor allem für Unternehmen aus der Umgebung sei diese Art der Werbung wichtig. "Hinzu kommt das hohe Gut der Pressefreiheit, wenn lokale Anzeigenblätter auch einen redaktionellen Teil enthalten." Verbraucher, die keine Werbung wünschen, könnten das "ohne größeren Aufwand" kundtun.

500 bis 700 Gramm unverlangte Werbung pro Haushalt pro Woche

Das Umweltbundesamt (UBA) rechnet vor, dass auf rund 41,3 Millionen Haushalte in Deutschland pro Woche 500 bis 700 Gramm unverlangte Werbung und kostenlose Zeitungen kämen, was aufs Jahr hochgerechnet 1,1 bis 1,5 Millionen Tonnen Papier seien - wovon man aber die Haushalte mit "Bitte keine Werbung"-Aufkleber abziehen müsse, und deren Zahl sei unbekannt.

Dem Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft zufolge klebt auf nur rund 27 Prozent der Briefkästen ein "Keine Werbung"-Hinweis. Briefkastenwerbung sei für die lokale Wirtschaft, aber auch Sport- oder Kulturvereine unverzichtbar. "Sie ist für den lokalen Markt der wichtigste Kanal für den Kontakt zu Bestands- wie Neukunden."

Verein "Letzte Werbung" kämpft gegen nicht bestellte Werbung

Ganz anders sieht das wiederum der Verein "Letzte Werbung", der sich ausdrücklich den Kampf gegen die nicht bestellte Werbung auf die Fahnen geschrieben hat: "Im Internet muss für die Zusendung von Werbung ein Einverständnis gegeben werden", sagte Vorstand Sebastian Sielmann - bei gedruckter Werbung sei das anders. "Das ist nicht nachvollziehbar."

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