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Die Schätze von morgen - Wiederverwendung als große Chance

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Das Abfallaufkommen in Deutschland lag 2018 bei über 400 Millionen Tonnen. Je mehr Konsum, desto größer die Müllberge. Und die Rohstoffbestände sinken - ein teuflischer Kreislauf.

In der Fertigung entstehen oft große Mengen an Abfall, allein in Deutschland jährlich 55,8 Millionen Tonnen. Meist landet er auf der Deponie. Doch das müsste nicht sein.

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Lange Zeit stand bei uns die sichere und umweltfreundliche Entsorgung im Mittelpunkt der Abfallwirtschaft. Heute weiß man, dass darunter viele wertvolle Sekundärrohstoffe sind, die eigentlich wieder in den Produktionskreislauf zurückgelangen könnten.

Die Rolle der Industrie

Gerade Produktionsabfälle eignen sich für eine Weiterverarbeitung. In der Regel verfügen sie über definierte, immer gleichbleibende Stoffeigenschaften und fallen in großen Mengen an. Anstatt viel Geld für die Deponie oder die Verbrennungsanlage aufzuwenden, könnten also ganz neue Geschäftsfelder entstehen, verbunden mit neuen Umsätzen. Das wäre nicht nur effizient, sondern auch ökologisch von Vorteil.

Schaut man sich die Wiederverwertungsquote, zum Beispiel bei den Industrieabfällen an, liegt sie in Deutschland gerade mal bei elf Prozent. Niederländer (27 Prozent) oder Italiener (19 Prozent) sind da schon weiter, die Zahlen zeigen aber, dass es länderübergreifend noch viel Luft nach oben gibt. So ließen sich Ressourcen schonen und die Wertschöpfungskette wird verlängert. 

Pioniere mit guten Ideen

Wie man neue Wege beschreiten kann, zeigt ein Beispiel der Bettfedernindustrie. In Deutschland gibt es 25 Herstellerfirmen, die Daunen und Federn für Kissen und Decken verarbeiten. Rund ein Viertel des Naturprodukts sind Ausschuss, weil sich zu große und starre Federn nicht für die Bettwaren eignen.

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Die Federreste zu entsorgen, ist aufwendig und teuer. Rund 1.000 Euro pro Tonne kostet die Deponierung. Die thermische Verwertung frisst viel Energie, denn aufgrund des Keratin-Gehalts brennen Federn erst ab circa 600 Grad.

Weiterverwendung statt Entsorgung

Der Vorsitzende des Verbands der Deutschen Daunen- und Federnindustrie Paul-Friedrich Metz, beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit einer möglichen Weiterverwendung. Denn Keratin bringt viele nützliche Eigenschaften mit sich. Wegen der enthaltenen Mineralien und Spurenelemente ist Federabfall ein guter Dünger.

Gleichzeitig eignen sich Federn aber auch als Zusatzstoff für Baumaterialien. Sie sind atmungsaktiv und dämmen gut. Früher wurden sie unter Lehm gemischt und beim Hausbau eingesetzt. Fabrikant Metz kam daher auf die Idee, die aussortierten Federn für den Bau-Putz zu nutzen. Was ihm fehlte, war eine passende "Schredderanlage" für die Federreste.

Hilfe bei der Ressourcenschonung

Hilfe bekam der Federbettenfabrikant von der Effizienz-Agentur (EFA) aus Duisburg. Die Agentur wurde 1998 gegründet, um Industrie und Handwerk in Nordrhein-Westfalen Impulse für ein ressourceneffizientes Wirtschaften zu geben. Die EFA berät die Firmen und unterstützt sie bei der Finanzierung von notwendigen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben oder Investitionen und begleitet die Umsetzung von Maßnahmen. Sie helfen dabei die passenden Förderprogramme von Bund und Land zu finden.

Pro Jahr berät die Effizienz-Agentur NRW ca. 250 Projekte in der Ressourceneffizienz- und bei der Finanzierung. Die Industriepalette reicht von Anlagenbau bis zur Ziegelherstellung. NRW ist das einzige Bundesland mit einer Effizienzagentur.

Gut für Umsatz und Umwelt

Paul Metz erhielt dank der EFA eine Förderung für seine "Feder-Zerkleinerungsmaschine". Kürzlich ging der erste Bau-Putz mit Federresten in Produktion. Metz schätzt, dass mit dieser Weiterverwertung circa acht Millionen Euro Umsätze zu erwarten sind.

Gleichzeitig tut er etwas für die Umwelt. Die Federreste ersetzen den Erdölanteil im handelsüblichen Bauputz. Ein nachwachsender Rohstoff kann hier also eine umweltschädliche und knapper werdende Ressource ersetzen.

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