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Schätzungen von Versicherern - Bis zu fünf Milliarden Euro Flut-Schäden

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Die Hochwasserkatastrophe hat nach erster Schätzung der Versicherungswirtschaft Milliardenschäden verursacht. Erwartet wird, dass 2021 das schadenträchtigste Jahr seit 2002 wird.

Anwohner laufen in der Innenstadt von Ahrweiler durch Unrat und aufgetürmte Einrichtungsgegenstände aus den zerstörten Häusern und Wohnungen am 18.07.2021
Versicherer rechnen nach Flutkatastrophe mit Schäden von bis zu fünf Milliarden Euro
Quelle: dpa

"Wir rechnen momentan mit versicherten Schäden in Höhe von vier bis fünf Milliarden Euro", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Jörg Asmussen. Das würde die Schäden von dem von Unwetter gebeutelten Jahr 2002 übertreffen.

Hochwasser eines der "verheerendsten Unwetter der jüngeren Geschichte"

Die Schäden der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands dürften "sogar noch über denen des August-Hochwassers im Jahr 2002 von 4,65 Milliarden Euro liegen", erklärte Asmussen zur ersten Schätzung der Versicherer. Damals hatte das sogenannte Jahrhunderthochwasser vor allem an Elbe und Donau massive Schäden hinterlassen.

Die akutelle Flutkatastrophe gehöre damit "zu den verheerendsten Unwettern der jüngeren Vergangenheit", hob Asmussen hervor. Noch nicht in der Schätzung enthalten sind die Hochwasserschäden in Sachsen und Bayern, wo es zuletzt ebenfalls Überschwemmungen gegeben hatte.

Die Bundesregierung hat Soforthilfen für die Flutopfer von insgesamt 400 Millionen Euro beschlossen. Es gehe darum, schnell zu helfen, sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz.

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2021 wird wohl das schadenträchtigste Jahr seit 2002

Außerdem erschwert nach Angaben des GDV die zerstörte Infrastruktur die Kommunikation und die Besichtigung der Schäden vor Ort. Die Bewertung durch die Versicherer dauere deshalb noch an. Eine aktualisierte Schätzung will der Verband in der kommenden Woche veröffentlichen.

Laut Asmussen arbeiten die Versicherer seit Tagen unter Hochdruck an der Schadenbegutachtung und -regulierung in den betroffenen Gebieten.

Insgesamt dürfte dieses Jahr mit Stürmen, Überschwemmung, Starkregen und Hagel zum schadenträchtigsten Jahr seit 2002 werden.
Jörg Asmussen, Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)

Damals lag der versicherte Unwetterschaden bei 10,9 Milliarden Euro. 2021 hatten bereits im Juni Starkregen und Hagel nach GDV-Angaben einen geschätzten versicherten Schaden von 1,7 Milliarden Euro verursacht.

Fünf Tage nach der Flut ist "ZDFzeit" in den Krisen-Regionen der Republik unterwegs, trifft Betroffene und Helfer. Das ganze Ausmaß der Tragödie wird so langsam sichtbar.

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Viele verfügen nicht über genügend Versicherungsschutz

Angesichts der Hochwasser-Katastrophe und Warnungen vor einer weiteren Zunahme von Extremwetterereignissen sieht die Versicherungsbranche viele Menschen nicht ausreichend geschützt - auch aus Unwissen. Bundesweit sind derzeit zwar fast alle Wohngebäude gegen Sturm und Hagel abgesichert, wie der GDV ausführte. Allerdings haben nur 46 Prozent der Hausbesitzer den Schutz vor weiteren Naturgefahren wie Starkregen und Hochwasser. Asmussen riet daher zur Überprüfung und Anpassung des Versicherungsschutzes.

Die massiven Schäden durch die Unwetter im Westen Deutschlands lösten zugleich Diskussionen über eine Pflichtversicherung für Gebäudebesitzer aus. Während Verbraucherschützer und Wirtschaftsexperten dies ins Spiel brachten, bekräftigte die Versicherungswirtschaft am Mittwoch ihre Vorbehalte.

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