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Neues Verfahren gegen Ex-VW-Chef Winterkorn

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Verdacht der Marktmanipulation - Neues Verfahren gegen Ex-VW-Chef Winterkorn

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Im Dieselskandal muss sich Ex-VW-Chef Winterkorn bereits wegen Betrugs vor Gericht verantworten - jetzt kommt noch der Vorwurf der Marktmanipulation hinzu.

Der frühere Volkswagen-Chef Martin Winterkorn muss sich auch wegen des Verdachts der Marktmanipulation vor Gericht verantworten. Winterkorn weist die Vorwürfe erneut zurück.

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Der frühere VW-Chef Martin Winterkorn muss auch wegen des Vorwurfs der Marktmanipulation vor Gericht. Dies teilte die zuständige Kammer des Landgerichts Braunschweig am Donnerstag mit.

Winterkorn soll "trotz Kenntnis vom Einbau einer unzulässigen Abschalteinrichtung (...) und des sich seit Frühjahr 2015 abzeichnenden erheblichen finanziellen Risikos (...) den Kapitalmarkt vorsätzlich nicht rechtzeitig informiert haben", so das Gericht. Die Anklage der Braunschweiger Staatsanwaltschaft sei daher unverändert zur Hauptverhandlung zugelassen worden.

Anleger sehen sich getäuscht

Damit wird es nicht nur in einem parallelen Betrugsverfahren, sondern auch aufgrund von mutmaßlich zu später Information von Anlegern im Dieselskandal einen Strafprozess gegen den Ex-Manager geben.

Der Dieselbetrug wurde auf Druck der amerikanischen Umweltbehörden am 18. September 2015 aufgedeckt. Die Ad-hoc-Mitteilung, mit der Volkswagen die Börse informierte, wurde aber erst am 22. September 2015 veröffentlicht. Nachdem die Manipulationen an Millionen Dieselmotoren öffentlich bekannt geworden waren, stürzte der VW-Aktienkurs zeitweise ab. Investoren sehen sich getäuscht und fordern in einem Zivilprozess Milliarden-Schadenersatz.

Anwalt weist Vorwürfe zurück

Winterkorns Verteidiger Felix Dörr wies die Anschuldigungen wegen Marktmanipulation "entschieden" zurück:

Der diesem Vorwurf zugrundeliegende Sachverhalt ist kompliziert, und die entsprechenden kapitalmarktrechtlichen Fragestellungen sind in weiten Teilen streitig.
Felix Dörr, Verteidiger von Martin Winterkorn

Die Verteidigung habe mit Unterstützung von Gutachtern belegt, dass die Beschuldigung seines Mandanten "aus tatsächlichen wie aus rechtlichen Gründen nicht fundiert" sei, so Dörr. Die kommende Hauptverhandlung werde zeigen, dass die Anschuldigungen "nicht fundiert" seien.

Die Strafverfolger hatten auch dem derzeitigen Volkswagen-Konzernchef Herbert Diess sowie dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Hans Dieter Pötsch, Marktmanipulation vorgeworfen. In ihrem Fall wurde das Verfahren allerdings gegen Geldzahlungen von jeweils 4,5 Millionen Euro eingestellt. Pötsch war zum Zeitpunkt des Auffliegens der Abgasaffäre Finanzvorstand des Autoherstellers.

Zusätzliche Anklage wegen Betrugs

Winterkorn muss in Braunschweig zusätzlich wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs auf die Anklagebank, zusammen mit vier weiteren teils früheren VW-Führungskräften. Ursprünglich war die Staatsanwaltschaft hier "nur" auf schweren Betrug aus gewesen.

Das Landgericht ist aber der Auffassung, dass in großem Maßstab "Käufer bestimmter Fahrzeuge aus dem Volkswagen-Konzern über deren Beschaffenheit, insbesondere die Verwendung einer sogenannten Abschalteinrichtung in der Motorsteuerungssoftware getäuscht" wurden.

Ex-VW-Chef Martin Winterkorn.

Abgasskandal -
Prozess gegen Ex-VW-Chef Winterkorn kommt
 

Martin Winterkorn wird sich im Abgasskandal von VW vor Gericht verantworten müssen. Das Braunschweiger Landgericht hat die Anklage gegen den ehemaligen VW-Chef zugelassen.

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